Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 44 (28.10.1848)
- Date
- 1848-10-28
- Page
- Spalte 701-702 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Studien. Hassagot von M. Zipser. 702 701 33) niboi n])ü.)b ww‘'0']'W Ppi^ •vpy rfa^D triE'N'B' ’O) idsij^ jruv ruipni Dnjn nniN (B. Mezia 75> Jalkut Psalm Z. 716.) „Drei schreien ohne erhört zu werden. Wer sein Geld 'ohne Zeugen verleihet, wer über sich einen zum Herrn macht, und über welchen seine Frau herrscht". 34) wya 'vd djjid m rinx mypa pbiN D'JV wjjd ’D^ dj)io nn Wir haben diesen Ausspruch bereits angeführt (LB. des Orients 1847 S. 807 Nr. 22). Folgendes spanische Sprichwort drücke ohngefähr dasselbe aus „IVäadre y hija van a missa cada snia con su dicha“ Mutter und Tochter gehen zur Messe jede mit ihrem Glücke"). 35) iTpe' D/QD ri?nn. (Bereschit rabba Kap. 17.) „Schlaf ist der Anfang des Falls". Schlaf ist hier figürlich für Müssiggang überhaupt genommen. In gewisser Beziehung ist Nr. 655 unserer Blumenlese als Parallele hierher zu rechnen. M. Parallelen» Allgemeines. Die Parallelen der Sprichwörter haben wie die der Worte und Phrasen, von denen die Philologen bei Erklärung der Schriftsteller so oft Gebrauch machten, einen doppelten Werth. 1) Sie erklären das Unbekannte, und 2) erheben das bereits Bekamwe zur größten Allgemeinheit. Wir rechnen hier zu den Parallelen auch die Gegensätze, da sich dieselben gegenseitig ergänzen, und dem Forscher überlassen, die Unterschiede zu suchen. Diese Parallelen zeigen, wie man denselben Gedanken auf die verschiedenartigste Weise ausgedrückt hat. Und Vauvernargue sagt ganz richtig (Pensecs Nr. 258): on trouve une pensee coinme an habit, pour s’en servil’ plusieurs foistc („Man findet einen Gedanken wie ein Kleid, um sich desselben mehrmals zu bedienen"). Wir lassen hier verschiedene Beispiele folgen, um das Gesagte zu erläutern. Das italienische Sprichwort: „luve« eoperto e piu caldo 6eil' altern1* (Bedecktes Feuer ist heißer als anderes offenstehendes) ist eine sinnbildliche Bezeichnung für den Gedanken, daß Leidenschaften die keinen Ausweg haben gefährlicher find als diejenigen, die sich äußern können. Der talmudische Ausspruch (Pesachim S. 29 a) ptyp iTpuy mmn »TVOyö drückt dasselbe aus. Das italienische Sprichwort sagt: „amor teuera delle Madri, amor forte de’ padri“ (Mutterliebe ist zart, Baterliebe ist stark). Die Reflexion, welches dieses Sprichwort enthält finden wir in dem hebräischen Ausdruck des jüdischen Gebetbuches wieder qvj;) by 3K DPTO (wie der Vater, der sich seiner'Kinder erbarmt). (Fortsetzung folgt). Hassagot von M. Zipfer. H a s s a g a Ik. D' bJ1 und Xo iQoy Qvklcov. Nr. 9 dieses geschätzten Blattes theilt uns Dr. Hildesheimer in seinen Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta, erste Anmerk. §. 12 folgendes Kuriosum mit, das wir von einem Gelehrten, als welchen er sich im ganzen Verlaufe dieser wissenschaftlichen Abhandlung zu erkennen giebt, ganz und gar nicht vermuthet hätten. Sein Worte sind wie folgt: Lev. 11, 6 und Dt. 14, 7 heißt es für kolqoyQvlXcov, welches im Talmud an der Stelle ( Megilla 9 a), durch D^.“n übersetzt wind. Die Bedeutung des in der Version gebrauchten griechischen Ausdruckes ist sehr zweifelhaft. Nun mühet sich Hr. Hildesheimer ab, um diese griechische Uebersetzung mit der talmudischen in Übereinstimmung zu bringen, aber natürlich ganz zwecklos, weil das Ganze auf einem großen Jrrlhume beruht. Das %oLQoyQvUcov giebt die Septuaginta nicht für nu^nN?, sondern für pyj, davon hätte sich Hr. H. aus Ps. 104, 18 und Spr. 30, 26 hinlänglich überzeugen können, hingegen rniHN (^j^f Arab.) wird mit dem bekannten daGV7todd^ was dasselbe ist. Wie lu~ yojog übersetzt und eben in diesem Sinne überträgt es auch der Talmud mit ökgv bedeutet im Griechischen behaart, so übersetzt schon die Septuaginta (Gn. 27,11) -PM mit avriQ Smvsist also eine wörtlicheUebersetzung von öacv nodcc. Daß hier das in yy sich verwandelt, liegt in der Verwandtschaft der Buchstaben, wie das talmudische mit ppA. Wir haben hier noch zu erklären, woher der Irrthum des Hrn. H. entstanden. Das Verbot dieser .Thiere kommt zweimal im Pentateuch vor, und zwar mit einer Verwechselung der Stelle Deuteron. 14, 7 wo es heißt jD^n m) nariNn nw ^>ain ruv, hingegen Semt 11, 6 findet sich das Verbot von pt# erst und rü.T)N darauf. Die Septuaginta (Stereotyp.-Ausg. Lpz. 1835), wahrscheinlich um eine Gleichförmigkeit beider Stellen zu erzielen, hat hier die Verse verwechselt und daher das Quid pro quo des Hrn. H. Hr. H. sucht daselbst ferner gegen Landau (Aruch rad. die Meinung zu behaupten, daß die Frau oder Mutter des Ptolcmäus Arnabas ÄQvccTtrjg geheißen habe; nur ist es unklar, da es sich hier nicht vom Originale, sondern von einer Uebersetzung handelt, wozu also die Veränderung? Dieselbe Schwierigkeit bietet sich schon bei der ersten Variante dar, was schon die Tosefot zur Stelle bemerken. Ich glaube also folgende, zwar ganz neue, aber alle Schwierigkeiten beseitigende Ansicht aufstellen zu können, daß nämlich der König neben der griechischen Uebersetzung auch den hebr. Text, und zwar nicht mit hebräischen,-sondern mit griechischen Lettern von den 70 Weisen sich niederschreiben ließ und eben in diesem griechischen Hebräiken fanden die benannten Varianten statt,