Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 44 (28.10.1848)
- Date
- 1848-10-28
- Page
- Spalte 697-698 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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697 Studien. Sprichwörter im Talmud. 698 Dorot oder Geschlechter der Amoraim und zwar reicht das erste Geschlecht bis zum Tode Samuels um 250 n. Chr., das zweite bis zum Hinscheiden Jehuda b. Iecheskels um 292 n. Chr., das dritte bis zum Hintritte Josefs um 322 tu Chr., das vier t e bis zum Lode Rabba's um 351 n. Chr., das fünfte bis zum Todesjahre Popa's und dem Auftreten Asche's um 3^4 n. Chr., das sechste bis zum Hintritt Äsche's und dem Auftreten Jömars um 426 n. Chr. und endlich das siebente bis zum Lode R'Abina's um 498 n. Chr» Aber man sieht schon beim ersten Blicke, daß in der Zählung nach Geschlechtern oder Menschenaltern gar keine gewisse Normen geherrscht. Während das erste Geschlecht mit 62 Jahren angenommen wurde, nahm Man das zweite von 42, das dritte von 30, das vierte von 39, das fünfte von 23, das sechste von 52 und das siebente sogar von 72 Jahren an, weil man bei deren Bestimmung immer die Persönlichkeiten der Schulhäupter und deren Aufeinanderfolge im Auge gehabt. (Beschluß folgt.) UcLer einige Sentenzen, Sprichwörter und sprichwörtliche Redensarten im Talmud. Gesammelt und erläutert von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) 12) mm nun 4 (Gittin S. 67 a). „Ein wohlgefüllter Laden". Von einem großen Gelehrten gebraucht. 13) Ti i? mwD nty nDNW m (Abot de Rabbi Natan Abschnitt 25.) „Es ist besser, daß man zu dir sagt gehe hinauf als gehe hinunter". Ist nur eine Umschreibung der biblischen Stelle Prov. 25, 7.« hieß der Amoräer Neharde'a's (ib. id.). Der Ausdruck (s. v. a. TONHN) wird von den Erklärungen der Amoräer gebraucht. — 6) Wir haben bereits bemerkt in der Einleitung zu ununserer Blumenlese (S. 9), daß manche hebräische Sprichwörter entweder wirkliche Bibelstellen waren oder denselben sich sehr annäherten. So z. B. daß a. a. O. angeführte NID? IDH to. Wir benutzen die Gelegenheit eine Stelle aus dem -pyo des M e n a chem Lo n s ano (Art. ^) hier folgen zu lassen. inpl rpjtlio NIDt "1DH ^3 ")Dinn min3 djdj-U’n *nuw3 ■nwcnty no b VN'O Nim tan ^3 NL-p map mn nii '3 -ipm 14) naiy dt> nspmi nnrw pia reia naia * DbiptP pfrp ^-3v (Sabbat S. 108 d.) „Ein Tropfen kalten Wassers des Morgens, und das Waschen der Hände und Füße Abends, ist besser als alle Augenwasser". Eine dietätische Regel, die beachtenswert ist. 15) rrow man bwn:? - (Bereschit rabba Kap. 4t.) „Wie ein Mensch, der die Mitgift seiner Mutter wählt". Es scheint dieses eine sprichwörtliche Redensart zu sein, um eine allzugroße Begierde nach etwas auszudrücken. 16) pJ iD2j> Nirj 6yöton dn p mnu/ ’D ^3 (Midrasch Echa S. 37 b.) „Wer den Narren richtet wird selbst gerichtet". Wir haben diese Stelle bereits in dem Glossarium unserer Blumenlese (Art. angeführt. Da wir aber daselbst keine Erklärung hinzufügten, so haben wir hier dieses abermals gegeben. Der Sinn dieser Stelle ist im Allgemeinen, wer sich mit einem Narren einläßt, hat üble Folgen zu befürchten. Ingewisser Beziehung wäre dieser talmudische Ausspruch mit Prov. 29, 9 zu vergleichen. 17) UDM >13113 ffroj ip 13 JW D31 ^>3. (Wajikra rabba fiop') 'ö.) „Ein Gelehrter der keinen Anstand hat, dem ist ein Aas vorzuziehen". Der Sinn dieser Stelle ist an und für sich klar. Das hier gebrauchte Wort n^n begreift alles in sich, sowohl das Wissen in materieller Hinsicht als den Gebrauch, den man davon macht. Der Zusammenhang dieser Stelle lehrt aber, daß cs mit „Anstand" zu übersetzen sei. Hartwig Wessely, der berühmte und verdiente Zeitgenosse, hat diese Stelle einst ' sehr berühmt gemacht. 18) lbü31 N<< DIU ‘oNDI N1?. (Midrasch Esther.) „Nicht das Essen, sondern der Müssiggang verursachtes" (das Unglück). m'Dt HD *72 4 Z-Dw Nh 'NttfDtn ntsrcDn bvN cn 2^022 wdr wm p1? np^D nm N*b) ihn bnicf 3m mro nunoi, (22 n ^d) tom m by nithn 'o tpu n!?i ipon dti inyn? : npiD Nin Den Jrrthum des Matnot Kehuna haben wir auch getheilt, und wir müssen jetzt unsere Uebersetzung berichtigen. Diese zwei Sätze warm demnach so zu übersetzen. Der erste Satz: „Der Gesang des Singenden geht nicht ein in die Ohren des Ackernden" d. h. um den Gesang zu genießen muß man m ruhiger Stimmung sein, der Ackernde, der mit seiner Feldarbeit beschäftigt ist, hört nicht auf den Gesang. Der zweite Satz Lautet jetzt so: „Alle Schläge gehen wirkungslos beim Thoren vorüber." Aehnlich Prov. 27, 22.