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Der Orient · 1848-10-21 · 43 (21.10.1848) · p. Spalte 681-682

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
43 (21.10.1848)
Date
1848-10-21
Page
Spalte 681-682 (sequence 5)
Language
German
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681 682 Studien. Biographie Hillel's. Von Dr. Biesenthal. lästina die Kunde und die tüefere Erkenntniß des Gesetzes geschwunden. Die Lehrer der öffentlichen Schulen, von Hochmuth und Stolz aufgebläht., suchten sich , mehr aus politischen und eigennützigen Beweggründen, denn aus Eifer für das Wort Gottes, gegenseitig zu verfolgen und zu verketzern. Jeder öffentliche Lehrer strebte nach Macht und Ansehen auf Kosten der Andern. Diese traurige Sachlage bewog einen in B a b y l o n ansässigen Gesetzkundigen, angeblich aus der königlich-davidschen Familie stammend, Hill'el den Aeltern, im vierzigsten Jahre seines Atters seinen bisherigen Wohnort zu verlassen, um.in Palästina eine neue Schule Behufs des Studiums des Gesetzes zu errichten. Mehr noch als seine außerordentliche Gelehrsamkeit befähigte ihn sein milder und höchst sanftmüthiger Charakter zu einem solchen Unternehmens Ohne eigenes Vermögen und auf jegliches öffentliche einträgliche Amt, so wie auf die Würde seiner königlichen Abstammung Verzicht leistend, verschmähte er es auch nicht, um den Unterhalt für sich und seine Familie zu erschwingen, sich als Lagelöhner zu vermieden.* Die Berlin, 1838, 4; Fase. 31 ib. 1847, 4. — 3) Psalterium hebraicum in usum scliolarum edidit textum secundum oplimas editiones etc. vocabularioque instruxit: Berlin, 1838, 8. — 4) Hebet' den Ursprung der wider die Juden erhobenen Beschuldigung, bei der. Feier ihrer Ostern sich des Blutes zu bedienen, nebst kurzer Darstellung des jüdischen Rituals in Beziehung auf den Genuß des Blutes. Historischkritischer Versuch. (Unter dem Namen Cm-ve edirt): Berlin, 1840, 8. — 5) Die Psalmen, hebr. Text nebst einem nach den neuesten Hilfsmitteln bearbeiteten Kommenrar für angehende Studirende: Berlin, 1841, 8. — 6) Der Prophet Jesaja. In gleicher Weise wie der Psalter hgg.: Berlin, 1841, 8. — 7) Die Genesis, hebr. Text mit einem Komm, für Lheologiestudirende: Berlin, 1839, 8. — 8) Chrestoniatliia Rabbinica sive libri quatuor, complectens analccta e rerum scriptunbus csi.smugniphis, granunaticis, exegetis, philosophis, cabSialistis et poetis, partim e eodieibus sumta, cum versione latina et vitis scriptorum. Pars prima. Berlin, 1844, 8. Gegenwärtig geht Hr. B. damit um, das für hebräische Sprachkunde so wichtige und doch noch nie gedruckte Werk des Dunasch I b n L i b r ä t, mit allen dazu gehörigen Partien, nach guten Handschriften zu ehren. R e d. 1) Sanhedrin 93 b: D’!wrP nmm na n? t.:d n"n uru. 2) Rabba Bereschit 98 S. 110 b: porw rfelD jHD bbn rp mra vergl. Ketub. 72 b: bw** p .tüöwd Nn«. 3) Sukka 20 b: ,-&y bN-ianD min nnsntwtco rnD'l 'bitin •> t»rgL Pesachim 66 a. 4) Sabb. 17: ]ü “TitO W'DtP 'fob -2WW?])DD.^n rpn pDp nhv bw bbro jnvy d“in ot cbiyb * □,n'Dbnn \XDi£0 ibid 30; vergl. Kelub. 67. 5) Soma 34: m cp jpn bbn by.vby ton itg jnu rrn van , p'ymbn n&ny Ni>D N1? nnN DJ10 7 in'H MN )«Jm miDH nbro) nby oxnb uman no mn n^i -omnb Abende und Nächte verweilte er in den Studirhäusern der bedeutendsten Lehrer. „Einmal", so berichtet uns der Talmud, „fand er keine Arbeit und konnte dem Pförtner der Schule die Einlaßgebühren nicht entrichten. Als nun der Pförtner ihm den Einlaß verweigerte, erkletterte er in der Dunkelheit der Nacht die Höhlung des Fensters und blieb in dieser Stellung eine ganze Winternacht hindurch, bis man ihn des Morgens von Eis und Schnee erstarrt, entdeckte, wo man ihn sodann nur mit großer Mühe und Anstrengung ins Leben zurückrufen konnte". In Palästina angelangt, beschloß er, da die damaligen, dortigen religiösen Institutionen, so wie die der Gesetzeskunde, mit den bürgerlichen VerhältnissenderJuden auf das genaueste verbunden waren, um die erster» zu hoben, sich zu den letzter» hinabzulassen. Ein ernstes Studium der Volkssprache, so wie das der Denk- und Redeweise des gemeinen Mannes, schien ihm das geeigentste Mittel zur Erreichung des gedachten'Zweckes zu sein.o Auch die leibliche Noth des Volkes ging ihm. nah zu Herzen. Die mosaischen Opftrgesetze sowohl, als die vielfachen Feiertage, Neumonde, ganz besonders aber die Agrargesetze, haben dem Wohlstand des jüdischen Volkes tiefe und unheilvolle Wunden geschlagen. Handel und Verkehr lag, bei seiner Ankunft in Palästina tief darnieder; jeglicher Kredit war geschwunden und die Armuth war allgemein. Seine Ausgabe war zunächst die Mittet aufzusinden, wodurch der gegenseitige Kredit hergestellt werden sollte. — Den G r n n d des Verfalls desselben fand er in der mosaischen Gesetzgebung. Ihr zufolge mußten die Aeck'er und Weinberge Palästina's nach einer sechsjährigen Kuttivirung während des siebenten Jahres brach liegen bleiben (5 Mos. 15, 1—8. cf. Tacit hist. 5, 4* 3). Außerdem durften, da die Landwirthe und Bürger in solchen Jahren keine Einnahme hatten, — nach 5 Mos. 15, 1 auch von keinem Israeliten Schulden beigetrieben werden, und nach den damaligen talmudischen Satzungen, wurde auch jegliche Schuldforderung, sie mochte sich vor dem Sabbatjahr oder während desselben herschreiben, für immer annu llirt. Auch die heidnischen fremden Beherrscher Palästinas haben auf diese gesetzliche Bestimmung Rücksicht genommen und gewährten den Juden in den Halljahren, weit die Agrikultur in denselben gesetzlich verboten war, vollständigen Steuererlaß. Moses, dem jüdischen Gesetzgeber, sind allerdings die möglichen Übeln Folgen, die dur ch Annullirung von Schulden bei dem Eintritt eines Zeitabschnittes, eintreten mochten, nicht entgangen; er warnte davor; aber die Warnung allein war nicht hinreichend der eingeriffenen Hartherzigkeit Einhalt zu thun. Die Worte Moses lauten: Also soll es aber zuqehen mit dem Erlaß ja hr; wenn einer seinem .tjw'-dd D"n d’h^n nn jjekw ns mnu D"y nro DDpni rw my mn im« ton . . . ji^duni n*ON wbw cn cwn p vby r?i nnvi. — . 6) Baba Mezia 104 a: ovnn ]wb finn »TH jptH —

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