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Der Orient · 1848-10-14 · 42 (14.10.1848) · p. Spalte 663-664

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
42 (14.10.1848)
Date
1848-10-14
Page
Spalte 663-664 (sequence 4)
Language
German
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663 66-4 Studien. Aus Caspi's „Scharschot Kesef". schnellen Zwischenräumen Nachfolgen. Man subskribirt an Riga entweder in portofreien Briefen beim Verfasser selbst, oder dort in den Buchhandlungen von I. Deubner und N. Kymmel (in Leipzig bei C. L. Fritzsche). Außerdem nehmen auch alle soliden Buchhandlungen Bestellungen darauf an. — Anhang zu der Nccension deS 'iivp dcS Josef-Caspi. (Vergl. LB. des Orients 1848 Nr. 37—39.) Von Leopold Dukes. I. Drei Artikel ans dem *)DD mtsnty des Jo fcf Casp i. (Fortsetzung.) Philosophi sch e E t y m o l o g i e nennen wir, wenn die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes auf einen Hauptbegriff zurückgeführt werden, und die Brücke gezeigt wird, wie die Menschen dazu gekommen sind, nach und nach diesen Worten so verschiedenartige Bedeutungen beizutegen. Alle Sprachen haben solche Wörter, und ohne dieselben wäre kein Wortwitz möglich. Man braucht nur das erste beste Wörterbuch irgend einer Sprache aufzuschlagen, so stndet man solche Wörter in Menge. Z. B. im Deutschen die Sylbe schick, welche den Begriff des Sendens und den der Fähigkeit zu etwas ausdrückt .(man hat einen Boten geschickt, und ein geschickter Mensch). In dem Worte Verwalter und in gewaltig ist die gemeinschaftliche Wurzel walt, in Verwalter ist der Hauptbegriff „Vorsorge für etwas haben" in dem Worte' gewaltig ist der Haupt- Begriff,,die Stärke, die Macht". Hören, welches dann in dem Worte gehören, eine ganz andere Bedeutung hat. Gehören, heißt im Besitze sein, und der Zusammenhang mit hören ist einleuchtend. Man konnte dies ursprünglich nur von lebenden Wesen gebraucht haben (ist das hebräische inpOTD1? ID), altmälig wurde es auch von leblosen Sachen gebraucht. Im Hebräischen hat das Wort tcnri (Charasch) die Bedeutung, ackern, denken, schweigen, kunstvolle Arbeit. Der Leser stehet leicht ein, daß die Begriffe „denken" und „künstlerische Arbeit liefern" zuscunmenhängen, der Gedanke ist es, der den Künstler von dem gewöhnlichen Arbeiter unterscheidet. Ber Begriff des Schweigens ist identisch mit denken, man denkt schweigend, obwohl nicht alle Schweigende denken. Der Begriff des „Ackerns" aber liegt in diesem Worte nicht, dieser Begriff liegt in rVTl* Diese drei Arten der Etymologie greifen in einander ein, und sind nicht zu trennen. Die zwei ersten Arten sind mechanische Zerlegungen, die dritte Art ist eine organische Entwickelung der Begriffe. Die grammatische Etymologie bleibt bescheiden zu Hause, die a b t e i t e n d e sichet sich im Auslande um , die p h i l osophische Etymologie gehet in das Land der Idem. Die letzten zwei Arten der Etymologie greifen besonders in einander ein, die ableitende bereitet zur philosophischen vor und zeigt ihr ihre Bahn, innerhalb welcher sie sich bewegen sott. , Alle Sprachen, selbst die sogenannten Ursprachen, haben in unvordenklichen Zeiten sich gegenseitig ans einander bereichert. Es gewährt dann Interesse zu sehen, wie oft aus einer. Wurzel eine. Reihe der mannigfachsten Verzweigungen hervorgegangen sind. Die philosophische Etymologie ist die eigentliche Wissenschaft der Entwickelung der Begriffe, und als die Blüthe der gesammten Philologie zu betrachten. Denn sie giebt nicht nur Aufschluß über Wörter als Theile einer Sprache betrachtet, sondern über den Gang, den der menschliche Geist in der Bildung der Begriffe gewonnen hat, und wenn sie dies nicht überall vermag, so ist ihr Streben löblich. Der philosophische Etymolog sucht in die Sprache selbst Einheit zu bringen, indem er an die Spitze alter Bedeutungen einen Begriff stellt, von welchem er die andern ableitet. Der erste Begriff ist aber ein Axiom, über welches man nicht hinaus kann. Nach den Gesetzen der Ursächlichkeit, hat diese erste Bezeichnung allerdings eine Ursache gehabt, sie ist aber nicht überall zu finden. Das spezielle Verhältnis der a b l e i te n d e n zur Philosoph! sch en Etymologie erhellt aus dem Gesagten genugsam. Der ableitende Etymolog fragt, woher kommt daS Wort, darauf antwortet er ans dieser oder jener Sprache. Der philosophische Etymolog fragt woher konunt der Begriff, daraus antwortet er aus dieser oder jener Idee. Wenn wir hier noch hinzufügen, daß die ableitende Etymologie ihre Stärke in sekundären Sprachen entwickeln kann, während die philosophische Etymologie sich mehr auf Ursprachen beschränken kann, so ist dem Leser der Zusammenhang gewiß klar. Man werfe einen Blick auf die etymologischen Werke von Menage über die französische und italienische Sprache, oder auf ein anderes ähnliches Buch, so stehet man, daß sobald man das Wort in der altern Sprache aufgefunden hat, ist die Frage gelöst, der philosophische Etymolog gehet zur Ursprache. Demselben ist es gleichgiltig, warum das allererste so heißt, aber er strebt aus dem muthmaßlichen ersten Begriff die andern herznteiten. Diese Art ^Etymologie ist besonders dienlich sowohl die uneigentlichen Bedeutungen, als gewisse koordinirte Bedeutungen eines Wortes kennen zu lernen, welches auch nur eine Art uneigentliche Bedeutung ist. Im hebräischen Sprachschatz sind viele solcher Wörter, wo man mit eignem Nachdenken die erste Beden-

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