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Der Orient · 1848-10-14 · 42 (14.10.1848) · p. Spalte 661-662

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
42 (14.10.1848)
Date
1848-10-14
Page
Spalte 661-662 (sequence 3)
Language
German
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661 662 Literatur-Berichte. Wunderbar über die mosaische und talmudische Medicin. der Muse, die ich meinem gewöhnlichen Beruft abgewinnen konnte, mit Unterstützung einiger gelehrten Aerzte, an den Tag zu fördern mich bemüht habe. — Wohl sind die Schwierigkeiten mir nicht entgangen, welche sich einer solchen Bearbeitung überhaupt, so wie noch besonders bei mangelnden direkten medicinischm Kenntnissen, notwendig entgegenstellen mußten z wohl begriff ich, welch eine Masse von Kenntnissen und Hilfsquellen oft dazu erforderlich sei, um zuweilen auch nur ein einziges Wort richtig auffassen und deuten zu können, und fast war ich in der That schon entschlossendieses mein Vorhaben, trotz der zur Zeit von mir mit unsäglicher Mühe bereits zu Stande gebrachten Vorarbeiten, ganz und gar aufzugeben, wenn nicht mehre ehrenwerthe Sachkundige meine Arbeiten gebilligt und mich ermuthigt hätten, den einmal gefaßten Plan auszuführen, und wenn mich nicht ein unüberwindlicher Trieb, den betreffenden Gegenstand nach Kräften zu fördern, mächtig angespornt hätte, das Begonnene muthig zu vollenden. — Was die Form meiner Bearbeitung betrifft, so habe ich, um eine gewisse Einheit bei der Darstellung der israel. Medicin zu erzielen, mich bemüht, die biblische Medicin mit der bedeutend reichhaltigen talmudischen, überall, so weit es thunlich war, zusammen in Einklang zu bringen, und demnach Alles dasjenige, welches in Bezug auf die israel. Medicin sich sowohl in der Bibel als im Talmud rc> befindet, systematisch zu ordnen und bei jeder betreffenden Rubrik das darauf Bezügliche, so weit darüber eine Quelle Ln der Bibel und zugleich im Talmud aufzusinden war, schon gleich erschöpfend zu geben gesuchtz wobei sich der Nutzen auch schon in dieser Hinsicht herausstellt, daß der Leser über jeden einzelnen Gegenstand sogleich eine klare Uebersicht gewinnen kann, was davon (n der Bibel vorkommt, wie der Talmud ihn aufgefaßt und darüber geunheilt habe. — Auch habe ich den Stoff obgleich vollständig, doch stets nur in gedrängtester Kürze zu bearbeiten gesucht, und nur dasjenige berücksichtigt, welches sich mir als wissenswert!) herausstellte, oder dessen Ursprung ich überhaupt durch authentische Quellen' belegen konnte. Es wäre mir freilich leichter gewesen, mich in endloser Breite und Gemächlichkeit auf diesem weiten Gebiete zu ergehen, das Neueste ungeprüft, das Alte ungeordnet, wie es eben die Reihe trifft, locker neben einander zu stellen, als das wahrhaft Nützliche und wissenschaftlich Werthvolle, welches sich in Bezug auf die Medicin in dem mit Recht als Ocean verglichenen Talmud in unzähligen Folio-Bänden nur gelegentlich hier und da niedergelegt befinden, — so zu verarbeiten, daß eine lichtvolle Uebersicht des Ganzen daraus erwachse und für den künftigen Anbau und die Fortbildung auf diesem Felde eine sichere Grundlage gegeben wurde z allein ich unterzog mich gerne der Mühe, um der Wissenschaft nach Kräften mein Scherflein opfern zu können. Endlich habe ich bei der Benutzung -er vorhandenen Quellen mich immer bestrebt, dieselben objektiv zu behandeln, und da wo sie dunkel waren, habe ich bei deren Auffassung stets den Mittelweg einzuschlagen gesacht, ohne übrigens von einem oder dem andern Systeme vorzugsweise eingenommen worden und von demselben ausgegangen zu sein. Ich sage den Mittelweg. Denn wie wenig auch einerseits ein Geschichtsschreiber oder überhaupt ein Jeder, der irgend eine Quelle wissenschaftlich benutzen will, irgend einer Lehrmeinung besonders an hängen, oder von irgend einem Lieblingssysteme von vornherein ausgehen darf; wie wenig er, — wenn derselbe anders nicht der Parteilichkeit vor dem Publikum angeklagt werden will, — in seinem zu bearbeitenden Stoffe Etwas zu erblicken wähnen darf, was genau betrachtet, gar nicht vorhanden ist: eben so wenig darf derselbe aber auch andererseits aus Gefahr, daß ihn dieselbe Beschuldigung treffe, nicht verleitet werden, die Augen völlig zu schließen, und darin auch nicht sehen wollen, was dem ruhigen Beobachter sich klar und deutlich herausstellt. — Ob ich wirklich immer den rechten Weg getroffen habe, wage ich nicht zu entscheiden, vielmehr erwarte ich diese Beurtheilung, so bald ich das Glück haben werde, meinen beabsichtigten Plan in Erfüllung gehen zu sehen, von der unparteiischen Prüfung der Sachkundigen, deren gütige Belehrung und Zurechtweisung ich stets mit gebührendem Danke entgegen nehmen werde. — Und so ergeht denn hierdurch meine herzlichste Bitte an alle Freunde der Hähern jüdischen Literatur, deren Sinn und Gefühl für nationale Bestrebungen im Gebiete der Wissenschaft noch nicht erkaltet ist, mir ihr Vertrauen, so wie ihre gütige Teilnahme zu der von mir mit so vielen Opfern und unsäglichen Mühen unternommenen Arbeit nicht zu entziehen, sondern dieselbe nach Kräften stützen zu wollen z um so mehr, da mich keine materielle Absicht bei derselben geleitet hat und ich den Subskriptionspreis verhältnismäßig nur sehr gering gestellt habe. * Das Werk erscheint vollständig in höchstens drei Bänden, und zwar in Heften von 6—8 Druckbogen groß Oktav, ü 75 Kop. SM. (u. Lhlr. Pr. Cour.), von denen übrigens jedes Heft ein für sich bestehendes Ganze bilden wird, weshalb man für jetzt nach Belieben auch blos auf einzelne Hefte subskcibiren kann. — Das erste derselben, — welches die allgemeine Einleitung und die Geschichte der israel. Medicin nebst einer mritLi-iu ineckivL und Pharmacologie der Israeliten enthält, — ist bereits zum Drucke vorbereitet worden. Die übrigen Hefte, welche Diätetik und Makrobiotik, Pathologie und Semiotik, Chirurgie und Therapeutir, Anatomie und Physiologie nebst Staats-Arzneikunde enthalten, werden, sobald mein Vorhaben sich der Gunst des Publikums zu erfreuen haben sollte, in möglichst ') Befreundete Redakteure ersuche ich zugleich hierdurch, dieser meiner Subskriptions - Einladung freundlichste ein Plätzchen in ihren Organen zu gönnen! 4L

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