Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 41 (7.10.1848)
- Date
- 1848-10-07
- Page
- Spalte 653-654 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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653 654 Studien. Aus Caspi's „Schalschot Gablut". sten ist, da der Name „Hebräer" nur Fremden gegenüber . gebraucht wird, und wir hätten demnach eine „israelitische" von einer „jüdischen Rechtslehre" zu unterscheiden. In keinem Falle scheint mir aber der Name „mosaische Rechtslehre" gerechtfertigt, so wenig für das talmudische Recht irgend von einer Persönlichkeit (Jehuda ha- Nass, Asche/ R'Abina) die Benennung hergeholt ist. Sehen wir von allgemeinen Betrachtungen ab/wozu der reiche Stoff und die wissenschaftliche Wichtigkeit nur zu sehr reizt, so müssen wir behaupten, dar mit Hrn. S. diese Discipliir einen bedeutenden .Fortschritt gemacht. Mit großer- Pra'ciffon und Schärft und in sehr kernigter Sprache hat Hr. S.die Rechtsthemen bearbeitet, wenn wir auch gewünscht hätten, daß er die Methode von Michaelis aufgegeben in der Anordnung des Materials. In Bezug auf Wortandeutungen würde Hr. S. manches Unhaltbare vermieden haben, wenn er die sprachwissenschaftlichen Quellen nachgeschlagen z so z. B. 23), DnüW (ib- 59), 1201V (ib. 67), O'IO (ib. 83), N‘i3J (>b. 132), mi (>b. 158) llQV und (ib. 159), ^21’ (ib.) und viele andere könnten schon nach Forschungen in meiner Concordanz näher bestimmt werden. Im Ganzen jedoch hat der Verf. auch hier Vieles selbstständig erforscht. Wir wünschten, daß dieses schone Werk bei keinem Theologen wie bei keinem Forscher der Rechtslehre alter Völker fehlen möge. Auch der Verleger, welcher dieses umfängliche Werk so schön ausgestattet, verdient unfern Dank. Anhang zu der Recmsion des *]D3 desJosef Caspi. (Vergl. LB. des Orients 1848 Nr. 37—33.) Von Leopold Dukes. I. Drei Artikel aus dem rjoD mtsntCf des Josef Casp i. Wir lassen einige Artikel aus dem Wörterbuch des Joses Caspi (^on nicsm#) hier folgen, welche auf Stellen in seinem NDz? Bezug haben, und welche er selbst dort erwähnt. Dieser Anhang soll zugleich als Ergänzung zu unseren früher» MiLLheitnngen aus diesem Werke dienen.1 Der Leser stehet hier zum ersten mal den Versuch eines denkenden Kopfs den Ursprung und die Folge der Bedeutungen einer Sprache zu crgrübeln. Man stehet hier einen aristotelischen Philologen, eine sehr seltene Erscheinung, da die aristotelischen Philosophen in der Regel schlechte Philologen, oder eigentlich gar keine, waren. 1) Vcrgl. LB. des Orients 847 S. 327. zu dem dort gegebenen Artikel -on und vergl. auch die Artikel aus Dem nDp^H “iDD des Isaak ben Elasar, welche wir im LB. des Orients 1846 S. 710 nütgetheilt haben. Wir halten es für rathsam, bevor wir die Artikel dem Leser Vorfahren, einige Worte über Etymologie überhaupt und über die der hebräischen Sprache insbesondere vorläufig hier folgen zu., lassen. In unserer Geschichte der hebräischen Sprachforschung wird diesem Gegenstände eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet sein. Wir wünschen hier blos dem Leser einen Standpunkt anzuwcisen, von welchem aus derselbe die Bestrebungen und die Leistungen unsers Autors ruhig betrachten könne. Die Etymologie, welche im Hebräischen keinen Ausdruck hat, bewegt stch im dreifachen Kreise, sie kann entweder ' a) gra m rn a tr sch oder b) ablei tend ans einer fremden Sprache, oder 6) philosophisch sein. Grammatische Etymologie nennen wir eine solche, welche blos cm Wort ans dem andern ableitet, welches augenscheinlich zu dieser Familie gehört. Z.B. F ä h n r i ch von F a h n e, W n th r i ch von W u th. Bei manchen Wörtern, wo eine Form aus der Sprache verschwunden ist, ist dieses schon schwieriger. Z. B. der Comparativ besser stammt von dem Worte baß at, letzteres Wort aber ist verschwunden und nur in sehr wenigen zusammengesetzten Formen noch sichtbar. Fm Hebräischen kann hier als Beispiel dienen py (Sünde) von my (futmrn sein). Von dem Worte hingegen kommt kein Zeitwort vor. Es gehört hierher auch das ganze Kapitel von den eingeschalteten und verwechselten Buchstaben, welche manches Wort auf den ersten Anblick unkenntlich machen, und seine Familie nicht gleich erkennen lassen. Z. B. daß gehorchen von hören abstanunt, ist nicht so augenfällig. Im Hebräischen ist die Verwechslung der Buchstaben häustger als tnt deutschen. A bleitcnde Etymologie nenn en wir so lohe Wörter einer Sprache, welche in derselben nicht einheimisch sind, sondern aus einer andern Sprache stammen. Z. B. im Deutschen das Wort Strauß von dem lateinischen 8 1 r u t Ivo, Na m en von Nomen. Diese Art der Etymologie ist bei solchen Sprachen zu gebrauchen, deren Abstammung von einer andern allbekannt ist, wie z. B. die r o in a n i sch e n von der l a i c in i sch e n tu f. f. In der hebräischen Sprache, die von ihren Schwestersprachen die älteste Literatur hat, die aber am frühesten von ihnen ausgestorben ist, ist diese Art der Etymologie allerdings auch anznwenden, bei Wörtern die nur selten Vorkommen. Man hat allerdings seine Zuflucht zu den Dialekten zrr nchuren. Wenn man sagt dieses Wort stammt aus dein Arabischen: so heißt dieses nichts anderes, als das hebräische Wort hat die Bedeutung des Arabischen; man kann aber nicht sagen im eigentlichen Sinne des Wortes, daß es aus