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Der Orient · 1848-10-07 · 41 (7.10.1848) · p. Spalte 647-648

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
41 (7.10.1848)
Date
1848-10-07
Page
Spalte 647-648 (sequence 4)
Language
German
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647 648 Studien. Die talmudischen fremdsprachlichen Worterklarungen. das griech. Neutrum sv Ems sich von dem Vorworte iv ,,m^ dadurch unterscheidet, daß es den Spiritus asper bekommt und in der Aussprache Heu lautet; ferner wird durch das griechische e die Zahl 5 durch das v die Zahl 80 bezeichnet, ganz so wie das hebräische p Welche besondere Rücksicht der Midrasch vorzüglich auf letzteres nimmt, ist aus Tanchuma Jalkut zur Stelle ersichtlich: Mihn p \wb2 p ■ jdkp to!? Dy p b 3nwr nih pp *]b jnn , ddin oy pwnno an dh1? ptt ])ü n".ti an mb w pow Nsram nrnwn H PN 'n ^3n 'di rnwy nn n i 's rwy dd dVn an )h pN vai an. Uebrigens kommt noch' diese Vergleichung des hebr. Wortes p mit dem griechischen iv in folgenden Stellen vor: Jalkut Job 36; Jes. 41; Sabbat 31; Baba Batra 164; Sanhedrin 76 wird es sogar als dogmatischer Beweis in Betreff der Todesstrafe angeführt, wo das Wort pnN (Lev. 20,14) dahin gedeutet, daß man nur eine von ihnen, die letzter» nämlich dem Feuertode übergebe. 10) DDN* (Richter 4, 9) dcpi^m ab lassen. Die betreffenden Stellen sind folgende: Bereschit rabba 40; Schemot rabba 45; Echa rabba 1; Jalkut Psalm 816. Jndeß findet sich auch das hebr. Wort dafür vor, als *)D3 DDN. 11) pD (Richter 16, 21. Job) 31, 10) beschlafen (Sota 10). Ebenso das griech. {ivkkco mahlen oder beschlafeu (siehe Jbn Esra 5 M. 24, 6). 12) ‘"0 (Jes. 20, 23) kvqioq oder %siqcovcl^ Herr oder Handarbeiter. Wenn Alles in Ueberflnß gedeiht, so erklärt der Midrasch (Bereschit rabba 89; Erubin 82J>) herrscht Gleichheit und Brüderlichkeit, hört Herr und Sklave zu sein auf. Emaueipation der Sklaven oder Gleichberechtigung der Arbeiter mit der besitzenden Klaffe. Landau jedoch giebt diese Stelle mit %ctQa Freunde, daß Wonne und Fröhlichkeit die Wett dann erfüllen. 13) Donoos (Jer. 13, 17) Gehemuriß. So erklärt der Talmud (Chagiga) diese Stelle, einen Ort hat Gott, der Mysterien heißt. Ebenso Bcreschit rabba 68, weil die Engel die Mysterien Gottes entdeckt haben, sind sie aus ihren Wohnungen auf 135 Jahre verbannt worden. 14) DDp* (Hosea 13, 8) xazaßcuva) heruiriersteigen, so erklärt es Tanchuma “>3Dp ]wb! D 'd W KDNp, 15) (Ps. 18, 5) vcpcavo umwebcn. Schocher tob zur Stelle, es heißt also die Todesbande umweben mich. 16) (Ps. 48, 3) vv(.icp'i] Braut. Nosch ha- Schana 26 heißt es: R. Simon Sohn Lakis sagt: als ich in die Grenze von Kan Nescharim kam nannte man daselbst eine Braut Nymphe und einen Hahn Midrasch Schemot rabba 26 heißt es wieder: im Griechischen wird eine Braut Nymphe genannt, zu welcher Sprache gehört also das 'Oty? 17) D'Nns (Ps. 116, 6) dieses Wort, welches R. Akiba ebenfalls! für ausländisch erklärt (Sanh. 110) und das Landau nicht ganz richtig mit infans giebt, möchte ich in dem griech. nötigÄnifc finden. Jndeß heißt es im Midrasch Beresch. rab. 87 D'NUL NDiys yh fl 1DN N'DD Np'D'D^. 18) Düb* (Job 6, 14) kcuiiog der Gesressige (Hund) (Sab. 63) Der Sinn dieser Stelle ist, daß ein böser Hund den Armen von dem Empfange der Wohlthat zurückhallt. 19) '»Ti ovtii Wehe! ach! bekannt ist jener talumdische Satz ML tobt* W W nowaf was meines Erachtens nichts. anderes als das benannte griechische Empfindungswort des Schmerzes ist. Siehe Rabba zu Ester 'dd rrnc? d prms ib'nnn bm po Ferner heißt es Rabba zu Klagelied 1, 5. Ben Buta, Schwestersohn des R. Jochanan ben Sakkai, verbrannte in Jerusalem, während der Belagerungszeit alle Vorrathökammern, als es R. Jochanan hörte, rief er aus 'ii Wehe! Als man dieses Ben Buta hinterbrachte und er darüber R. Jochanan zu Rede stellte, entschuldigte sich letzterer, daß er im Gegentheile Dl (sv, sva, zvoi) als Zeichen der Freude und Billigung gerufen, dieses quid pro quo rettete auch R. Jochanan. nnDN*. Arrch eigene Namen sucht der Talmud zu gracisiren. So heißt es Megilla 13: sie hieß Hadassa, denn die Gerechten werden so benannt. Warum führte sie den Namen Ester? Die Völker nannten sie so wegen nnnDN. Raschi zur Stelle und Aruch (rallix “DD) erklären es von -idd Mond; ihr Glanz war so herrlich wie des Mondes Schimmer. Landau (Aruch raäix N"inDN) erklärt eö mit Bezugnahme auf Targum Schern durch aazsQ Stern. Jndeß heißt es im Targum Schmi ^DpNM Ml' N,1)lU HDD DDD DDDN HDW. — D.w 330 gewöhnlich die Venus oder der Morgenstern, heißt im griechischen yuqyoQos, wahrend ccgzsq die Sterne im Allgemeinen bezeichnet. Ich glaube daher, daß der Talmud und Midrasch hier auf die Astraea anspielen« Diese galt bei den Alten als Göttin der strengsten Gerechtigkeit; sie gab mit reiner Gesinnung und unbeflektem Gewissen jedem was ihm gebührt, und beugte demüthigend alle die Ihr widerstrebten. Anfangs wohnte sie unter den Menschen und lehrte sie Recht üben und Frieden halten; als jedoch das Menschengeschlecht entartet wurde und die Laster auf der Erde überhand nahmen, entfloh sie gen Himmel, woselbst sie als Stern- Jungfrau und mit einem Sternenkranze nur das Haupt gewunden thronte, daher der Name Aslraea. Sie führt auch den Namen ßinfj Gerechtigkeit, vielleicht vom hebr. p'-D mit Weglassung des Hadassa und Ester waren also gleichbedeutend, nämlich die. Gerechte, und das tal-

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