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Der Orient · 1848-10-07 · 41 (7.10.1848) · p. Spalte 645-646

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
41 (7.10.1848)
Date
1848-10-07
Page
Spalte 645-646 (sequence 3)
Language
German
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645 646 Studien. Biographien der Talmudisten. Fremdsprachliche Worterklärungen. Chijja von dem Angesicht Rabbi's verbannt war, zu Ende waren, kam Elijja in der Gestalt Chijja's zu Rabbi und heilte ihn von dem Zahnschmerze, an dem er 13 Jahre'lang litt. Als sich Tags darauf Chijja nach seinem Befinden erkundigte, sagte Rabbi: „du hast mich doch gestern von meinem Schmerze befreit?" Als Chijja natürlich hiervon nichts wissen wollte, so schloß Rabbi, Elijja müsse seine Gestalt angenommen haben. Von dieser Zeit an wurde er besonders von Rabbi verehrt (Ber.Raba ^8 6; j'er. Kilajim 23b). — Elijja entdeckte einst an Rabbi, daß das Gebet von Chijja und seinen Söhnen von wirksamerem Erfolge als das der Patriarchen wäre. Als daher einst Rabbi öffentliche Gebete bei einem Regenmanget anordnele, da ließ er Chijja und seine Söhne solche vortragen. So wie sie nun im Gebete die Worte nnn :WD sprachen, da erhob sich ein Orkan; DS^in nniD, da begann es zu regnen j dto rpriD, da wurde die Erde erschüttert und die Auferstehung der Lodtcn würde sogleich erfolgt sein, wenn nicht Elia, der wegen der Entdeckung dieses Geheimnisses von den himmlischen Mächten körperliche Züchtigung erleiden mußte, Ln der Gestalt eines feurigen Bären die Betenden verjagt hätte (B. Mezia 85 b). Ein wildes Thier richtete einst große Verheerung in Palästina" an und fällte alle Bäume, weshalb ein allgemeiner Fasttag angeordnet wurde; da trug Chijja das Gebet vor und sogleich vernahm das Thier das Brüllen seiner Mutter aus der Wüste und kehrte schnell dahin zurück (Wer. Rab. 25 cl). Von seinem Tode wird folgendes Mährchen erzählt. Der Todesengel konnte, als die Stunde von Chijjas Tod heraunahte, sich seiner Seele nicht bemeistern, er nahm daher die Gestalt eines Armen an und stellte sich bettelnd vor seine Lhüre. Als ihm nun Chijja Brod hinausbrachte, da sagte jener „du erbarmst dich doch des Armen, warum nicht auch meiner? und als er hierbei sein feuriges Scepter vorzeigte, da übergab ihm Chijja seine Seele (Moed Katan 28). — Bei seinem Tode sielen Meteorsteine NHUl DO vom Himmel" (ib. 25b). R. Iochanan wurde nicht würdig gehalten in der himmlischen Akademie neben Chijja zu sitzen. Alle Talmudisten, erzählt Elijja an R. Cbabiba, könne man unbeschädigt sehen, wenn sie Ln die Akademie gehen, nur bei Chijja sei solches nicht möglich, dessen Katheder sich auch von selbst, ohne die Beihilfe der Engel aufstelle. Als R. Chabiba dennoch es wagte, Chijja dort sehen zu wollen, so fuhren zwei Feuerfunken in seine Augen, die ihn der Sehekraft beraubten. Er warf sich hierauf auf das Grab Chijxcr's nieder und sagte: Ich habe deine Mischnijjot studirt, da erhielt er sein Augenlicht wieder ren und 30 Lagen", was sich auf den Zeitraum bezieht, in dem Rabbi am Zahnschmerze litt. 41) Mit Chijja's Ansiedlung in Palästina, sagt der Talmud (Chuttin 86), hätten alle Witterungs-Kalamitäten aufgehört und der Ertrag des Bodens wäre nie gefährdet worden. 42) In jer. Ab. Sara LI b, wo alle Wunderzeichen, die beim Tode großer Talmudisten vorgefallen sein sollte:!, erzählt werden, findet sich das erwähnte nicht darunter. (B. Mezia85b). Als Resch-Lakisch, der die Grabstätten der Talmudisten anzeichnete, die von Chijja aussuchte, so blieb sie ihm unsichtbar. Zn seinem Schmerze hierüber rief er aus „Habe ich nicht gleich ihm die Tora studirt"? Da antwortete eine Himmelsstimme „ja, aber sie nicht so zu verbreiten gesucht"'^ (ib.). R. H lrna, das Haupt der Exulanten, wurde nach seinem Lode nach Palästina gebracht und sollte in die Gruft von Chijja beigesetzt werden. Als nun R. Chaggai mit der Leiche in die-Gruft trat, da sah er Chijja zwischen seinen Söhnen Jehuda und Chiskija liegen, und hörte wie Zehuda zu seinem Bruder sagt* „Steher auf und räume R. Huna deinen Platz ein-; als er nun aufstand, da erhob sich .mit ihm eine Feuersäule, worüber R. Chaggai so erschrak, daß er den Sarg zum Schutze vor sich hinstellte und eiligst davon lief'" (Mood Katan 25). — R. Chijja überlebte Rabbi;" er besuchte ihn während seiner Krankheit und weinte an seinem Grabe (Ketub. 103). Im Talmud wird jedoch diesen Angaben kein großes Gewicht beigelegt, weil alsdann sicherlich Rabbi den von ihm so sehr gewürdigten Chijja zu seinem Nachfolger im Nasiat eingesetzt haben würde. Es scheint jedoch fast mit Gewißheit hervorzugehen, daß Rabbi vor Chijja gestorben ist, weil schon zu seiner Zeit sich über die richtige Leseart der Mischna Zweifel erhob (Berach. 35; (Zhullin 139b), ja sogar über eine von Rabbi gelehrte Halacha r3W2 WDWW “tf zwische Chijja und bar Kappara eine Kontroverse stattfand und jede der streitenden Partei schwur: es so und so von Rabbi gehört zu.haben (Jebamot 32 b). Würde-Rabbi noch gelebt haben, so hätten sie es doch wahrlich vorgezogen ihn hierüber zu befragen, als diese sich einander widersprechenden Schwüre zu leisten. In Ermangelung jeder andern historischen Notiz müssen wir uns mit dem im Talmud angeführten Grund begnügen: Rabbi habe deshalb Chijja nicht zu seinem Nachfolger eingesetzt, weil er ihn durch Nasiatsgeschäste seiner großen Wirksamkeit als Jugend- und Volkslehrer nicht entziehen wollte. — Die talmudischen fremdsprachlichen Worterklä-. rungen nach Dukes und Jellmek. Eine Skizze von M. Z i p s e r. (Schluß.) 6) ]H* (9hnn* 23, 9) ev Eins, Diese Vergleichung findet dadurch noch mehr .eine Rechtfertigung, daß 43) Auf eine andere Weise wird diese Sage in jer. Kilajim 24 erzählt. . 44) Auch dicsks wird in jcr. (1. c) noch fabelhafter ausgc sch muckt. 45) Er überlebte auch Jsmael b..Jose (jer. Schebuot 13). 41 *

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