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Der Orient · 1848-09-30 · 40 (30.9.1848) · p. Spalte 635-636

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
40 (30.9.1848)
Date
1848-09-30
Page
Spalte 635-636 (sequence 6)
Language
German
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635 636 Studien. Ueber talmudische Worterklärungen. Nach besagtem haben wir also noch sechs biblische Wörter/ nämlich 2,T' , n.Dy , DYD^.1 , und DDWp , die alle dem Midrasch zufolge, arabischen Ursprungs find. Was das Wort arabisch Kamm betrifft, so kommt dieses außer der von uns obcnenvähnten und einer andern von Dukes selbst schon bezeichneten Stelle (Klaget. 1, 15) noch bei einer dritten Gelegenheit vor. Gittin 59 a heißt cs! Ben Nanes schickte zu Rabbi viererlei Linnenkteider, eines darunter mit dem Namen rte^D, dnö so fein war, daß es in einer Eichelschale Raum hatte. Vergleichen wir die talmudische Etymologie' pnDD^W^DD mit der biblischen Stelle mpnE' DWD (Jes. 19, 9), so wurde wahrscheinlich dieses Kleid seines, feiugekammten 'Flachses halber so benannt, daher mag auch das (Negaim 11 Abfchn. 8 M.) erwähnte —Spul kommen. Bei dieser Gelegenheit halten wir eö nicht für uurvthsam, eine ähnliche Sammlung der griechischen Wörter hier zu liefern, mit denen ebenfalls der Talmud und Midrasch Bibclstellen zu erklären suchen. Obwohl die hebr. Sprache, als Zweig der semitischen Sprachen in mehr Berührung mit dem Arabischen als Griechischen steht, so ist nicht destoweniger die Zahl jener Bibelstetlen, die der Talmud ans dem Griechischen erklärt, weit größer als jene, die er arabischen Ursprungs hält, Beweis, daß die Talmudisten im Allgemeinen mehr Kenner der griechischen als der arabischen Sprache warm. Wir liefern hier zwar nicht die gesummte, aber doch eine ziemliche Anzahl solcher Stellen. Das hinzugesügte Sternchen zeigt an, daß eö dabei im Talmud und Midrasch ausdrücklich heißt Ninp 1) D'p' (Gn. 7, 4) griechisch oIkov^evt}, Erdkreis, Midr. rabba zur Stelle. 2) pM (Gn. 14, 20) griechisch ftctyyavoG) durch künstliche Mittel täuschen. Midrasch Rabba zur Stelle: R. Juda sagte: wie viele Kunstmittet, sagte Gott zu Abraham, habe ich auwenden müssen, um dir deine nruv mipj ON O DhnDü' Diese Uebersetzung giebt auch Ibn Esra zur Stelle. So auch die Septuaginta (1 M. 33, 19) B%anovci{.LV(ov und nach ihr die Vulgata centum agnis. Wollen wir jedoch dieses mit der ausgestellten Meinung des R. Akiba, der DD'LL-'p für eine Münze hält (Rösch Ha-Sch. 20) identificiren, so müssen wir annehmen, daß zu Zakobs Zeiten, wie bei den Alten überhaupt, der Gebrauch, die Münzen in der Gestalt der Lhiere abzuprägen ' und ihnen den Namen der letztem beizulegen cingefübrt war. n£Wp war also eine Münze in der Gestalt eines Schafes. So sagt schon Plinius (Lib. 18. c. 3). Servius, .ttönig der Römer, ließ zuerst das As in der Gestalt der Ochsen und Schafe prägen; daher auch ein griechisches Sprichwort von Jemand, der sich durch Bestechung zum Schweigen bringen läßt, ßovg zki yXaxxEs er hat einen Ochsen unter der Zunge. Daß es aber in den alten Sprachen ein Wort Mp für Schafe gegeben, ist aus dem fast vereinzelten griechischen Worte v.cov.g vel Yxobiov Schaffell ersichtlich. —' Feinde in die Hände zu spielen. Sie waren Freunde (die kriegführenden Könige), der eine schickte seine Friedensbriefe und der andere seine Geschenke, ich brachte sie jedoch in Empörung gegeneinander, damit sie in deine Hand fallen. 3) DD' (1 M. 36, 24) griechisch fjfju yel ^fttc)- vog, die halben, Halb- oder Maulesel. Die Leseart dieser Bibelstellen ist in den alten Versionen verschieden. Die syrische Version hat - tt'D Wasser. Hieronymus maria D'D\ Die Vulgata aquas caliclas also G’Dn. Onkel es N'-DJI, also D'Q'^, die Niesen oder Furchtbaren. Die Septuaginta giebt blos das hebr. Wort mit griechischen Lettern ia^uv, Sclbstgeständniß von der Unfähigkeit dieses Wort übersetzen zu können. Der Midrasch zur Stelle sucht jedoch dieses Wort vom Griechischen herzuleiten, D'Q' ist also das griechische rj(u mit der hebr. Pluralform und beutet also mit Beziehung auf das int Verse verkommende Dnnxi die Halbesel. Dieser Meinung zu Folge hätten wir noch eineneue Bedeutung für das Wort erfunden, wofür sich der Hebräer gewöhnlich des Wortes dn (1 M. 4, 20—24 bedient. Auch könnten wir den Namen roy von dem griechischen ovog herleiten, den er von seiner ausschließlichen Beschäftigung mit diesen Thieren erhalten haben mag, wie etwa das talmudische pDfin. 4) DDpT (Gn. 37, 3) griech. oikoviov Ebenbild. Tanchuma zur Stelle: Israel liebte den Josef mebr als alle seine Kinder, weil er sein Ebenbild war. 5) 'D (1 3)1 44, 18) griech. ßo?} Wehe. Midrasch zur Stelle. 6) Drrnn'DD* (Gn. 49, 5) ftüicuqu Schtachtmes- |cr, Kriegswaffe. Tanchuma zur Stelle ebenso Pirke R. Elieser 38 Abschn. 7) im* (Lev. 23, 40) vörag Wasser. Diese Stelle wird im Talmud Sukka (35 a) so erklärt, daß darunter die Frucht des Wasserbaumes nämlich eines Baumes, der an allen Gewässern gedeiht, des Zederbanmes zu verstehen ist. 8) D'YD* (Lev. 20, 10) [icoqol Thoren. Im Midrasch Raba zur iLtetle heißt cs Lies: 'D"DD p&y D'YD D'ttwb ]'Yp jmp O'D. Hingegen im selben Midrasch in der Einleitung zum Klagelied Seite 39. Ebenso Jalkut Jer. 1 heißt cs ausdrücklich dp ]wh. Hr. Dukes mag also sehen, wie weit er mit seiner Erklärung, daß unter D'D 'ODD nur Phönizien zu verstehen sei, auskomme. (Beschluß folgt.) *)' Das Schwierige bei dieser Erklärung, daß dieses Thier, hebr. rn"0, in 5 Mos. gar nicht vorkommt und erst in David's Zeiten Erwähnung davon geschieht; indeß hat es schon die Septuaginta 1 Mos. 30, 43.^ Antwerp. Polygl. 1569.

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