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Der Orient · 1848-09-30 · 40 (30.9.1848) · p. Spalte 627-628

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
40 (30.9.1848)
Date
1848-09-30
Page
Spalte 627-628 (sequence 2)
Language
German
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628 627 Studien. Sentenzen und Sprichwörter im Talmud. Es sü-eint dies eine sprichwörtliche Redensart gewesen zu sein, um die Schnelligkeit eines Entschlusses auszudrücken. Als Parallele ist der Nr. 11 unserer Blumenlese angeführte Ausdruck zu betrachten. Ebenso folgender (Menachot S. 71 a) ümym nh h n&snDDi iy ‘[jroN aicvn Ub „du sollst dich nicht setzen bis du mir dieses Gesetz erklärt hast" (Wörtlich heißt es „du sollst dich nicht auf's Knie setzen", welches aus die orientalische Sitte mit untergeschlagenen Bcmen zu sitzen, hindeutet). 2) ruiti/xin mtWD x*< lnn mip nsid mx px. (Iebamot S. 63. Ialkut Prov zu 5, 18). „Der Mensch findet nur Vorzüge an seiner ersten Frau". Wir haben diese bereits in unserer Blumenlese S. 142 rnitgetheilL Das spanische Sprichwort: „La. premiera mager eseoba, y la segunda seiiura“ (die erste Frau ist ein Besen, und die zweite ist eine Dame") sticht mit diesem talmudischen Ausspruch sonderbar ab. 3) nk nnü naw inBwb uk dd ntylb (Sanh. 22). ' Ialkut Rut §. 601. „Der Mann stirbt nur seiner Frau und die Frau stirbt nur ihrem Mann". Diese und ähnliche Sprüche beweisen, daß die Talinudisten, wenn sie auch nicht galant-waren, doch das Tiefsittliche der Ehe richtig aufgefaßt haben. Vergl. übrigens mehr über diesen Gegenstand unsere in französischer Sprache erschienene A bhandlung: l e Talmud et 1 e s femmes in den Archiv es israelifces April 1848. Die alten Griechen und Römer hatten keine Ahnung von Liebe und von dem Edlen der Ehe. „Unsere Liebe — läßt Plutarch den Protogenes sagen — darf nie in den Wohnungen der Frauen gesucht werden" ^-Wenn manche Stellen des Talmuds im Ganzen von den Frauen an und für sich selbst in körperlicher Hinsicht hie und da etwas wegwerfend beinahe cynisch sich ausdrücken, so beziehet sich dies nur gerade auf das Körperliche, und gerade — zur Beruhigung mancher fei es gesagt — solche Aussprüche finden sich in vielen Sprichwörtern ebenfalls, und dieselben gehören sehr galanten Völkern an. Wir werden diese Stellen bei einer andern Gelegenheit mittheilen. 4) n'mpiD pnin pnj* an# d!? pnnn n*? jw. (Targum Scheni zu Esther Vers UHU ÜWD). „Habt ihr den Löwen selbst nicht gesehen, so habt ihr doch sein Lager gesehen". 1) Wir halten es für passend, hier über den Ausdruck NN Mip folgende Stelle mitzutheilen aus dem schätzbaren Buche Midrasch Samuel des Samuel Useda S. 164. 'injnnupm m nh nup .-uro dnvn) d mp mpni m niDw \wb nom mpi ^N'inrsw iby mjn ratwo rmpnnty nn mip pjnn mpi —- -«nNon 3hd 2) Plu Larch in seiner Abhandlung über die Liebe, Plutarch moralische Abhandlungen übersetzt von Kattwasser Th. 6 S. 210 f. f. Es wird dieses Sprichwort der Königin von Saba robü) in den Mund gelegt. Als dieselbe zum König Salomo gezogen war, und in seinen Pallast eingetreten ist, trat ihr Benajahu der Sohn des Jehoada entgegen. Sie war von seiner Persönlichkeit so überrascht, daß sie ihn für Salomo selbst hielt , als er sich aber als Beamter Salcmo's darstellte, so sagte sie dieses Sprichwort zu ihrer Umgebung. * 5) DW i1? )w nytto npnn by "nayn (Pesachim S. 112 a). . „Stelle dich nicht zum Kaufe hin wenn du kein Geld bei dir hast". Diese Regel ist von der Klugheit geboten, weil man- . cher hierdurch in Verlegenheit kommen kann. 6) pro pEm sota nby^b nox. Schemot rabba 'q. „Man sagt zu einem guten Arbeiter, deine Kraft nehme zu". Es ist dies als eine familiäre Redensart zu betrachten, wie das deutsche „Glück zu" (Auf diese zwei Sprüche machte mich mein verehrter Vater H e rr m a n n Dukes aufmerksam, welchem ich auch sonstige Berichtigungen verdanke). 7) nx’p^> nx n’nai hod'i xiDirn ndtiö nx. (Bamidbar rabba Kap. 18 Nlp fD}* „Du hast mit dem Stecken geschlagen, so wie du geschlagenhast, so wirft du auch geschlagen werden". Vergl. unsere Blnmenlese S. 130. Nr. 162. 8) pi v' p pxv DipD “pro. Bereschit rabba Kcep. 26. „Wo Leine (irdisches Gerechtigkeit ist, zeigt sich das (himmlische) Gericht. 9) w \)ö 'rpmiN mip. (Wajikra rabba Kap. 9. Ialkut Thilim §. 723). „Wer seine Wege wohl benutzt dessen Werth ist^groß".3 4 10) ib ,npNV2 nywrw 'Q ny (Pesachim S. H2u). „Verhalte dich mit demjenigen, dem das Glück lächelt". Identisch dem Sinne nach mit Nr. 660 unserer Blumenlese. 11) E'jnu xS ptsoino x1? orx pyipn yi1 hddi “lyjf ddd ibbn parin 5p^yi anonoi PXL,' )n iby x^ ly. (Bereschit rabba Kap. 45 -fr -fr 's). 3) Es wird mit den Worten ^nD n’pnoi eingeführt. Ueber den kulturhistorischen Werth des Largums Scheni werden wir in diesen Blättern Näheres mittheilen. *) Die nachfolgende Erzählung daselbst Dill 131 \)) NnWiT W33 iO^DI SOW wird auf eine andere Weise dem Magier Heliodorus nacherzählt. Als nämlich ihm einst Weiber begegneten, zauberte er ihnen einen Fluß vor Augen, daß sie sich vor allen Leuten die Gewänder anfhoben, um durchzuwaten. K. 4) Wird zu -pn 0551 Psalm 50, 12 gesagt. 5) Das 1DHD istein im Talmud öfters vorkommender sehr anschaulicher Ausdruck.

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