Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 37 (9.9.1848)
- Date
- 1848-09-09
- Page
- Spalte 589-590 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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589 Studien. Schluß der talmudischen Periode. Ende des 5. Jahrhunderts. 590 Lichtreligion, den Magiern, übergeben wurden. 925 Nun folgte 6) der letzte Amoräer9" der talmudischen Periode, der zu Sora den Schlußring in der Reihenfolge der soranischen Rektoren bildete undüberhaupt diese Periode abfchloß. Dieser Mann hießRcrbbana Abina b. Hüna, und hat im Jahre 473 n. Chr. das erledigte soranische Rektorat übernommen.<J2S Abina, oder wie er richtiger geschrieben werden muß R'Abina,92° wird wie Jose aus Be-Chattim zu Pum-Badita als der Schlußstein und als die Endschaft der Uebeclieferungslehren (Horaa) betrachtet, der'nunmehr anstatt der Ueberlieferung und der gesetzlichen Entscheidung die Deutung und das Versta'ndniß der als überliefert erhaltenen Lehren (Sebara) folgt, das heißt nämlich: die fortquellende Ueberlieferung und die Ermittelung und Gewinnung neuer Lehren der Tradition aus dem Kanon haben mit ihm aufgehört; der Fluß lebendiger Traditionen versiegte und blos das Forschen und das Versta'ndniß des bereits Vorhandenen war von nun an das Ziel. 927 Geboren um c. 430 n». Ehr. finden wir 923) Die Verfolgung war also eine religiöse und hat mit der fpätern 1495 in Portugal, wo man die Kinder den katholischen Priestern übergeben, Ähnlichkeit. — 924) Siehe über dieses Wort im folgenden Paragraphen. — 925) Scherira GR. I. e. 926) Scherira I. e. sagt ausdrücklich „Rabbana Abina d. i. R'Ablna" und die Saboräer, welche im Talmud ^Baba Mezfla 86 a) Rabina an das Schriftwort niON gelehnt, haben nur R'Abina gelesen. Vergl, noch Scherira GR. S. 32. — 927- Baba Mezi'a 86 a und danach Nissim im Mafteach 3 b und bei Scherira 1. e. wie früher schon S. 32 heißt es ausdrücklich: rifOin F)1D Nl'OfrO und Scherira erläutert dies S. 32 im riN-iin nddutn pn did^i IWpDDX WON") -irai “J>, was die späteren Chronisten in den verschiedensten Weisen umschrieben. Erwähnenswerth ist noch die eigenthümliche Angabe der Quelle, wo dieses Datum „Asche und Abina find Ende der Tradition" gestanden haben soll. Es heißt nämlich, man habe dies im „Buche Adam's" (nNDnp DHttT *nDD) gefunden (Baba Mezi'a I. e). Dieses Buch Adam's scheint nichts anderes gewesen zu sein, als die sogenannte „kleine Genesis" {Isnzri ytvecig, {uxQoyevscigi istOIT rMCWO), die bekanntlich auch das Buch (Leben) Adam's (ßCog ’A8afi, DIN 'd) und ’lcoßTjAcua (oV?3pn 'd) genannt wird. Die kleine Genesis oder das Buch Adams beschäftigte sich, wie man aus den Fragmenten ersieht, mit Angaben von Namen, Zahlen (vorzüglich nach Jobeläen) und andern Daten, etwa in der Weise des großen ChronikonS von Jose b. Chalefta, nur mit mystischer Ausschmückung der geschichtlichen Datenund mit mythischer Speüalisirung. Dieses Haggada-Buch, das erwiesener Maaßen ursprünglich hebräisch abgefaßt war (s. den trefflichen Aufsatz:. Die kleine Genesis von A. Treuenfels: LB. d. Or. 1846 Nr. 1—6), hat zu seinem jüdisch-"geschichtlichen Inhalte wohl von Zeit zu Zeit über epochemachende Momente einige Zusätze erhalten, wie es im Geiste dieses Buches und der damaligen Schriftstellerei überhaupt gelegen, und zu diesen Zusätzen gehören wohl die drei Angaben (1 Samnel Jarchmai wird Gelehrter aber nicht Rabbi heißen und Rabbi's R'Abina mit Sama b. Raba, dem Rektor zu Pum-Badita (445—475), mit Me schar sch ja aus Nehar Pekod (st. 469), mit Mar b. Asche, dem Rektor zu Sora (454— 466), mit Acha aus Difta (bl. 450), mit Rabbaaus Tusfa, seinem Vorgänger (466—473) und andern Zeitgenossen über Gegenstände der traditionalen Lehren verkehren und er wurde von den Zeitgenoffen hochgeachtet.9^ Zwei Jahre nach dem Antrittee seines Rektorats (475) starb Sama b. Raba, und er war nachher mit Jose aus Be-Chattim gleichzeitig, der auch für Pum-Badita der letzte Amorä'er gewesen. Äm Jahre 481 soll nach einer alten Mittheilung'929 ein Erdbeben startgefunden haben und Firüs erschlagen worden sein, wobei wahrscheinlich die Juden ebenfalls gelitten, 930 und die Unruhe, welche auf Firüs931 unter seinem Nachfolger Balatsch (488—49l) gefolgt und die Verfolgungen unter Kobad, der 491 n. Chr. seine Regierung angetreten, zerstörten noch die letzten Reste des alten Glanzes. Abina starb den 13. Kislew, am Mittwoch, im Jahre 498, womit die talmudische Periode abschließt. * (Fortsetzung folgt.) Heilung wird durch ihn geschehen; 2. Rabbi und Natan bilden den Schluß der Mischna; 3. Asche und Abina bilden den Schluß der überlieferten Lehre), deren der Talmud gedenkt. Es lag im Geiste der apokalyptischen Zeit, in der dieses Buch überhaupt erstanden, Adam einen Seherblick in die Zukunft der Begebenheiten zuzuschreiben, und wie man He n och.u. A. Angaben über die Zukunft angedichtet, ebenso Adam. Die Sage, geknüpft an dik ni"6in "DO nt Gn.ö, erzählt, daß Adam ein Buch geschrieben und das Gott ihn alle Geschlechter mit ihren Meistern, alle Zeitalter mit ihren Weisen, alle Zeiten mit ihren Lenkern hat sehen lassen ('Aboda Sara 5 a).— / i‘928) S. Berachot 36 a; Chullin 47 b; Sebachim 16 a; Jebamot 8 a; Nasir 42 a und andere Stellen. Raba in einigen dieser Stellen ist der Vater Sama's, den er noch gekannt haben mag. — Ueber seinen Umgang mit Rabba aus Tusfa s. oben Anm. 907—912. — 929) Seder Tannaim l c. jirwi pan mil D^D"iD “fpD HVD. Das Wort rilD Feroces, wie die Geschichtschreibkr den Firüs auch nennen. Nach Mirkhond (l. e.) war es auch eine Meinung, daß Firüs blos 21 Jahre regiert, was mit der Angabe des Sed. Tann, übereinstimmt; indeß sind die meisten Angaben dagegen, wie auch der Umstand, daß dieser König im Talmud yy-pD heißt, diesen Satz verdächtig macht. — ' 930) Mil Richter setze ich den Tod des Flxüs auf 487 n. Chr. an. — 931) Scherira i. v. hoi f' 'Nim xytii nymtoi Njm SW xAnn OM; vergleiche dazu die Note Goldbergs. —