Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 37 (9.9.1848)
- Date
- 1848-09-09
- Page
- Spalte 587-588 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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588 Studien. Geschichte der jüdischen Literatur in Babylonien. 587 . gesprochene Neception zurück, wenn R'Abina ihm eine Barajta entgegenhält, 908 bald scheuete er sich nicht, im Geiste der alten Lehre R'Abina's Verfahren zu mißbilligen oder ihn zur Entschuldigung zu drängen,909 bald endlich diskutirte er überhaupt kollegialisch mit ihm"9 oder machte ihn auf Mischna's aufmerksam.9" Zuweilen /erscheinen sie beide in der Aeußerung einer- Meinung eng verbunden, so daß die Redaktion-sie zusammen einer andern Ansicht gegenübersiellte.9J2 Seinem Vorgänger und seinem Nachfolger gegenüber war er jedoch stets nur von untergeordneter Autorität und wenn auch zuweilen sein Ausspruch angenommen wurde,913 so hat er doch auch so manches Sonderbare behauptet, welches keiner Zustimmung sich erfreuen konnte.9" Was nun die Zeitverhältnisse während seines Rektorats anlangt, so ist bereits berührt worden,'daß schon bei seinem Antritte unter Fj rüs b. Iesdeg^ird die Zustände trübe gewesen. Am Ende des Jahres 468 wurden, nach dem Berichte Scherira's, 915 Mar b. Am vma r b. Janka, ein greiser Lehrer, der bereits unter Asche (st. 426) gelernt,916 ferner Huna - Mare b. Mar Sutra, seit 441 Exilarch an seines Vaters (Sutra b. Märe) Stelle, und der berühmte Lehrer Me scharschja917 (b. Acha b. Raba9'9) in Nehar Prkod,"9 nnge- 908) Mo'ed Katan 4 a, Der Ausdruck dieser Zurücknahme in Folge der entgegengehaltenen Barajta war N^n 'N, ein Ausdruck, der immer dafür gebraucht wurde (Chag. 19b; Joma 88 b; Jebamot U2a; Nedarim 19 b u. st w.), und den Raschi zu Nidda 23 b erklärt. — 909) Baba Kamma 119 a. Wir erfahren aus dieser Stelle, daß damals die M ach u sä er in großem Wohlstände gelebt und deren Frauen sehr freigebig waren. — 910) Sukka 32 a 5 Sebachim 81b. - 911) Sabbat 95 a. — 912) Kidduschin 9 b; ib. 48 a; Ketub-ot 102 b. Bei solcher engen Verbindung, wird erRabba schlechthin genannt. — 913) Berachot 50 a. — 914) Nidda 27 a Tos. — 915) Vergl. oben S. 237 die verbesserte Wiedergabe des Scherira'schen Textes. —; 916) Baba Mezi'a 68 a. — 917) Es gab verschiedene dieses Namens, wie man aus Juchasin und Seder Ha-Doroc sieht, allein in der Zeit um 469 gab es nur (s. folg. Anm.) zwei, die bekannt waren- -- 918) Schon vermöge der Zeit, in der unser Mescharschja gelebt, ist es anzunehmen, daß er mit R'Abrna, dem Abschließer des Talmuds, Umgang hatte, und da R'Abina nur zwei Kollegen dieses Namens gedpnkt,- nämlich Mesch. b. Natan (Pesachiin 115 a) und M. b. Acha b. Raba (Chullin 67b), so können wir 'Letzteren, insofern Vater (st. 4l8) und Großvater (ft, 351) berühmt waren, als denjenigen uns denken, dessen Schicksal besonders zu berichten die Chronographen für gut gefunden. Daher kam es auch, daß er Lehren seines Großvaters Raba mittheilt (Jebamot 36 dz Sabbat 136 b). Er dispurirte mit R'Abina^ über rituelle Fragen, wurde von diesem widerlegt (Chullin 67 b), und wie Rafrem (st. 397) führt er zuweilen unbekannte Traditionen an (Baba Batra48-l), die als apokryphisch Gittin88b) von der Talmud-Redaktion verworfen wurden. Von den Ansichten Meschacschja's, die er in civilrechtlichen und rituellen kerkert und die beiden letzteren den 7. Januar 469 hingerichtet und einige Zeit darauf auch Mär b. 2C m e m a r. 9"° Die Juden waren der tyrannischen Regierung desFirüs, der nach Jbn Batrik's Bericht auch die Christen verfolgte, preisgegeben,9" und in einer so trostlosen Zeit konnte natürlich seine Betätigung bei der Redaktion des Talmuds nur gering gewesen, fein, zumal sein Rektorat nur von kurzer Dauer war. Er starb im siebenten Jahre seines Rektorats, um 473 n. Chr., in'welchem Jahre, wie Scherira berichtet,9" die Schulen geschloffen und jüdische.Kinder den Priestern der Sachen geltend machte, will -ich hier absehen und blos der Eigemhümlichkeir wegen eine über die Quelle des Eufcat erwähnen. Er behauptet nämlich, daß die Eufratquellen höher als die der drei anderen Paradiesesströme gelegen und von dieser Ansicht wird er zu der von den niDl NHD^D geführt (Bechorot 55 a; Sukka 53!>), die * in der geographischen Uebersicht hier näher erörtert werden wird. — 919) Bei den" Chronographen heißt es zwar nach Scherira „den Pekod", allein da ^py tm ganzen Talmud nicht als persönlicher Eigennamen erscheint , sondern nur als Name eines Kanals (-j;p?> vil), der dann zum Ortsnamen geworden, so würde wohl füriipD 13 am besten npa zu lesen sein. Auch bei den Geonim kommt nur Nehar Pekod als Ortsname (von Chananja, Mure u. A.), aber nie als Personenname vor. Wohl scheint manchmal ein geographischer Name zu einem persönlichen geworden zu sein, wie 'b B. Jos t). i. Mabü g,* Name der Stadt Hierapolis am Eufrat (vergl. Lexic. sy v. 8. -v.), im Talmud (Sebachim 9 b) der Name eines Gelehrten, der vor Rab gelebt; allein wie wir oben (S. 33) bemerkt, in solchen seltenen Fällen ist blos die Endung i oder ai abgeschwächt und da solcher Fälle selten sind, so sind sie auch nur m den nötigsten Fällen anzunehmen. Was -npr} als geographischen Namen anlangt, — wobei ich bemerken will, daß für *V1J auc^ n'Dp Vtf verkommt (Scherira 1. 0. 40) — so hat Herzfeld (Geschichte des Volks Jisrael u. s. w.'Anm. 35. S. 443) eine Deutung versucht, und wir werden in der geographischen übersichtlichen Beschreibung Vorderasiens, insoweit deren Kunde für die Kultur- und Literaturgeschichte der Juden Vordcrasiens nöthig ist, sie näher berühren. — 920) Der Unterschied zwischen den 2 Recensionen des Seder Tannaim, wo die eine nywt) und die andere hat, ist vielleicht so auszugleichen, daß »man annimmr, die Verfolgung und Beraubung der Autonomie habe so lange gedauert (466-476). Die Hinrichtung dieser drei Männer, von welchen Sed. Tannaim (1. c.) nur die des Exilarchen gedenkt (rPU wtn N1DU -)D -Q NJ1H nm) , wird daselbst aus 22L7N d. h. 470 n. Chr. angesetzt, allein hier ist Scherira um so eher zu folgen, als er sehr genau ist. — 921) In Seder Tannaim 1. e. heißt es bei Gelegenheit der Hinrichtung des Exilarchen DHbT ViüM. ~- 922) 1, c. Wörtlich heißt es: '^22 hj pDfW miDN1? '»NTin1» '12 'p'iviü'pirm — ') Für kommt auch die Schreibung DO, d h. M afag, vor ("Aboda Sora l! b), und die Göttin Derk e to (Atargatis) , welche in Hierapolis verehrt wurde, heißt DON «njnn*