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Der Orient · 1848-09-09 · 37 (9.9.1848) · p. Spalte 585-586

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
37 (9.9.1848)
Date
1848-09-09
Page
Spalte 585-586 (sequence 5)
Language
German
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585 Studien. Geschichte der jüdischen Literarur in Babylonien. Schluß des Talmuds. 586 und begab sich gegen das Ende seines Lebens nach Jerusalem, wo er den Geist aufgab, und eine Ruhestätte in geweihter Erde fand. Er verfaßte: rnM1 Dfib, Noten-zu Maimonides Jad ha- Chasaka, ferner mrr HO, 221 Gutachten über alle vier Theile der Turim und am Schlüsse ,,die Gebräuche in Algier" enthaltend, gedr. Livorno 1746 in Folio, und viele andere Werke, die ungedruckt geblieben und wohl meist verloren sind. — Zu den Gutachten gab das Rabbinat in Algier wie das in Livorno die vorgedruckte Haskama vom Jahre 1745, welcher sodann ein seinem verstorbenen Lehrer gewidmetes Gedicht und eine mit leeren Floskeln prunkende Vorrede vom 15. Schebat 1744 folgt. — Aus den Gutachten und Gebräuchen möge angeführt werden, daß Chajjim Jakob wahrscheinlich aus Jerusalem, zur Sammlung von Geldspenden am 8. Ab 1721 in Algier ein traf, und seine handschriftlichen Werke (O. CH. G. 29) unsrem "Ajjasch zeigte, daß die Bewohner dieser Stadt im Jahre 1732 vor dem kriegdrohenden Könige von Spanien sich fürchteten (O. CH. G. 10} CH. Ha-M G. 4),-daß 1740 ein im Osten ausgebrochener Krieg allen Handel und Wandel in Algier abschnitt (Eben ha-E. G. 5), und die dadurch entstandene Nahnnigslosigkeit den harten Tadel gegen die damals weniger seltene Bigamie veranlaßte, und daß endlich der Dajjan Marmeln Japel am 27. Siwan 1727 das Zeitliche gesegnet. — Mit ihm zugleich wirkten als 'Rabbiner und.Assessoren in Algier: Jizchak Schuraki, Josef Binjamin Dt!ran, David Lewi, Jakob und Josef Zero r, muthmaßlich Enkel seines Lehrers Salomo Zeror und 2t b r a h a m I a p e l. Seine Gutachten sind besonders gerichtet an: Samuel Jbn Kaspi (O. CH. G. 18), Rafael Meldola, Schuloberhaupt in Algier (O. CH. G. 60), Jizchak Levi, Dajjan in Tetuan (CH. Ha-M. 4), David Kal son, Dajjan in Gibraltar (E. Ha-E. 19). Auch erwähnt er des Cy,ajjim Abulafia, des Verfassers von gmp und anderen Werken (O- CH. 54), als eines noch lebenden. Jehuda "Ajjasch gehört nicht zu den finstern Kabbalisten (Blatt 1091) nnnon pDy 4^ üni), wohl aber zu den Strengen und Erschwerenden; er führt nicht die thurmbohen Luftgebäude des polnischen Rabbinen auf, läßt es aber nicht an Citaten aus den ihm bekannt gewordenen Werken der neuesten Decisoren fehlen. Die Entscheidung der beiden Anfragen, ob ein vor Hunger sterbender Akum durch Sättigung vom Tode zu retten, und ob ein Bewirken der Frühgeburt selbst in gefahrlosen Fällen sündhaft sei, stellen ihn noch auf die niedere Stuft der Bewohner jener Raubstcraten. Seine neuhebräische Schreibart verdiente mehr Nachahmung, seine logische Ordnung mehr Anerkennung bei den Verfassern rabbinischer Schriften. Dr. Frankel. Geschichte -er jüdische« Literat«« i« Babylonien. Eine Skizze von Dr. Julius Fürst. Zehntes Kapitel. ' (Fortsetzung.) Nach dem Tode Mur b. Asche's (466 n. Chr.) übernahm 5) Rabba (b. Schumni) 902 aas Tus fa9^ das erledigte soranische Rektorat, 904 als gerade Firüs (reg. 461—488) die Autonomie der Judengemeinden aufgehoben und die jüdischen Hochschulen zu schließen angeordnet hatte. 905 Unter solchen gedrückten Verhältnissen ist es ganz natürlich, daß der Kreis seiner Lehrthätigkeit wie auch der seiner mit ihm über halachische oder agadische Gegenstände verhandelnden Genossen nur sehr eng sein konnte, wenn er gleich großer gewesen sein mag, als die erhaltenen Spuren im Talmud ausweisen. Nach erhaltenen Mittheilungen im Talmud lebte er mit Menasch ja aus Difta, dessen Vater Jirmijja aus Difta Kollege Jömar's gewesen, in kollegial! schein Umgänge, einer dem andern seltene Halacha's mittheilend. 906 Seine meiste Zeit verlebte er jedoch mit R'Abina b. Hüna, seinem Nachfolger im Rektorate (st. 498), mit dem er über die verschiedensten Gegenstände der trabitionalen Lehre diskutirte. Bald beantwortete er N'Abina's Gesetzesfragen,99' bald zog er gern seine aus- 901) Sehr oft wird er Raba geschrieben (Baba Batra 64 a; Sabbat 98 a; Sukka 32 a u. a. St.). — Zuweilen finden wir auch R'Abba ("Erubin 64a), wofür "En Jakob und Juchasin schon Rabba haben. — 801) So mochte wohl der Vatersname gewesen sein ("Erubin 64a). Gleichzeitig mit unserem Rabba lebte ein Rabba aus Kubri (n^p) als Genosse des Mar b. Asche (Kidduschin 8 a). — 903) Er ist beiaenamt HNDDin, was nach der Analogie ähnlicher Bildungen (nNlin, HNUD) ,>aus Tusfa" (ndDID) heißt. Tusfa war ein Ort in Babylonien, der weiter nicht wieder verkommt, und vielleicht mit NDD'Dp, wovon HNDDIDp, identisch ist. — 904) Scherira i. c. Man sieht daraus, daß unser Rabba noch zu den Amoräern, und zwar mit Recht, gezählt wird und die 2lnsicht der Tos. zu- Nidda 27 a und danach Hi. Chaj es in Mebo ha - Talmud 25 c sind schon darum zurückzuweiftn, als doch Niemand vor N'Abina die Saboräer beginnen läßt. — 905) S. oben - 2tnm. 847, nur steht anstatt der Vitry'schen Recension in der Luzzatosschen HS. nj/Vfl/ f° daß.demnach im letzten Jahre Mare's die Verfolgungen begonnen hatten. — 906) "Erubin 64 a. Es wird dort erzählt, daß sie sich einst an der Furth des Jufti-Ka näls trennten und zur guten Erinnerung einander seltene Halacha's mitl heilten. — 907) Jebamot 75d; Baba Batra 64a. —

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