Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 38 (16.9.1848)
- Date
- 1848-09-16
- Page
- Spalte 603-604 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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603 Schriften über Maimuni. Besprochen von Dukes. 604 mendas Gesetz verworfen --- das wahre aber, in dessen Namen es angenommen worden?^- — D'J sra e.li's Rede endlich / die den geistvollen Schriftsteller, und — mag er sich auch dem Christenthume zugewendet haben — den Ju d e nnicht verkennen läßt, bildet ohne Zweifel den Glanzpunktder vorliegenden Verhandlungen. Den ersten Grund für die Gleichstellung der Juden findet er darin, daß die Juden! die Urheber der christlichen Religion sind, daß man „ih- . nen ein gut- Tbeil christlichen Wissens und die ganze Kenntniß von Gott zu verdanken habe". „Wenn Religionso fährt er fort --- eine Gewähr ist für religiösen Lebenswandel, so habt Ihr-eine solche in der-Führung der Juden, die eine wahre Religion bekennen. (£>!' O!) Vielleicht nicht in der vollen Bedeutung, die Sie in diesen Begriff hineinlegen. Jch sage nicht es sei die wahre Religion, sondern, obgleich sie-nicht Alles glauben , was wir, so ist doch Alles-, was sie glauben wahr. (Hört! Hört!) Sie. müssen also zugeben, daß wir — , da die Juden an dieselbe göttliche Offenbarung' gebunden sind, die Sie auch anerkennen, da sie ihr Sittengesetz aus denselben heiligen Urkunden schöpfen-, denen Sie ebenfalls gehorchen — in der Religion der Juden für Rechtlichkeit im -Privatleben undmoralische Befähigung zu öffentlichen Aemtern die beste Gewähr finden, die nur immer eine Religion nächst unserm Christenthume gewähren kann (Lauter Beifall)." — Man hat die Zulassung der Juden ins Parlament mit der Zulassung von Heiden zusammengestellt z da-, gegen protestirt D'Jsraeli: „Der beste Beweis in den Augen Europas für unsere Liebe zum Christenthum wird sein,/ daß wir den Judendie höchsten bürgerlichen Privilegien eröffnen, ohne die Bekenner anderer Religionen dieselben Zugeständnisse zu machen. Der wahre Grund für die Zulaffung der Juden, ist ihre nahe Verwandtschaft mit Ihnen. Wo ist Ihr Christus, wenn Sie nicht an Jewes Juden thum glauben?". — Endlich aber ruft D'Jsraeli seinen Gegnern folgende Worte zu, und diese mö-. gen sich alle Diejenigen auch. in Deutschland gesagt sein lassen, welche aus religiösen Rücksichten Gegner der Judengteichstellung zu sein vorgeben: „Wäre es Euch nur um die Religion zu thun, sohabt Ihr an den Juden ein Volk, deren heiligen Büchern seit Jahrtausenden das Menschengeschlecht Trost und Belehrung verdankt, undeinem solchen Volke seine Rechte zu gewähren, mußtet Ihr als Christen die erste Gelegenheit ergreifen.. Aber Euch leiten uicht religiöse Skrupel, sondern Euch leitet der finsterste Aberglaube aus den finstersten Jahrhunderten , der je in dieser Debatte seinen Spuk getrieben hat. Aus der Debatte freilich habt Ihr ihn fortgelassen, aber in Emen- Geist, in Euren erleuchteten Geiss ließet Ihr ihn ein. Im Geheimen wirkt auf Euch , was draußen essen seinen Einfluß übt/' *■— Emil Lehmann. 7 Kritik zur' Erklärung des More Nebuchim des Maimuni. 20) rp3 rPWDl t)0D Nwp. Kommentarien zu Mor'e Ne buch im des Ma imo nid es von Josef Jbn Cafpi. Herausgegkben von S. W e rblu ner. Frank- . surt a. M., 1848, 8. 151 S. nebst einem hebräischen Vorworte und einer deutschen Einleitung. XVI. Auch mit einem lateinischen Titel. Auf Kosten des Verfassers gedruckt, bei I. B. B a ch. 21) nwain Kommentar zu dem 45. Abschnitt des zweiten Tyeils des More Nebuchim von Dr. S. M e y er. Rödelheim, 1848, 8. bei I. Lehrberger u. Comp. Eben- - falls mit einem latein. Titel. Angezeigt von Leopold Dukes. (Fortsetzung.) Noch beim Leben des Maimüni haben zwei Männer, jeder in seiner Art ausgezeichnet, dieses Werk übersetzt. Nämlich Samuel Jbn Tabon und Jehuda Alcharisi, der bekannte Dichter. Die erste Ucbersetzung wurde allgemein verbreitet. Die andere erhielt sich in wenigen/ Exemplaren. Seit 200 Jahren ist dieselbe nicht mehr aufgetaucht. Es freuet unsum so mehr dem Leser hier, mitzutheiten, daß die Pariser Bibliothek jetzt so glücklich war, ein Exemplar desselben, gewiß das einzige in Europa, zu acquiriren. Hr. Elieser Aschkenasi (der Herausgeber des jroin nDD, vergl. unsere Anzeige dieses Werkes in. diesen Blättern 1848,. Nr. 19) hat. ein Exemplar in der Berberei gefunden. Wirwerden als Anhang zu diesen Zeilen später einige Proben , daraus mittheilen.* * * * 5. Maimüni hat, wie vor ihm schon so manche, die aristotelische Philosophie mit. den Jüdischen Anfichten in Uebereinstimnnmg zu bringen gesucht,./ und die alten Schlagwvrter der jüdischen Geheimlehre MM, mb MM, mjip "NM b ähnliche aristotelisch zu erklären gesucht. Derselbe hat im Verlause seines Werkes verschiedene Bibel- und Talmudstellen aristotelisch zu deuten gesucht, hat aber sich an einigen Stellen sehr dunkel ausgedrnckt, welches spätere Kommentatoren, deren Zahl sehr beträchtlich ist, aufzuhellen suchten und zum Theil neue.Geheimnisse Hineingetragm haben. Die Furcht, über gewisse Dinge sich deutlich auszusprechen, theilte Maimüni mit vielen andern alten und neuen Philosophen. 5) Vorläufig bemerken wir hier blos, daß das Gedichtchen über den More Nebuchim des Maimuni, anfangend D-OlDn bts» TD n»D ’T.- welches wjr bereits in diesen Blättern mitgetheitt habenvon Alcharisi ist, es befindet sich zu Anfang dieses Werkes. 5) Ueber diesen Ausdruck vergl. Magen Abot des Simon ben Zemach Duran S. 21 ti, so wie auch die Stelle, die wir darüber im LB. des Orients 1847 S. 121 mitgetheilt haben.