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Der Orient · 1848-09-16 · 38 (16.9.1848) · p. Spalte 599-600

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
38 (16.9.1848)
Date
1848-09-16
Page
Spalte 599-600 (sequence 4)
Language
German
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599 Recht) z b) das Gewohnheits- und Herkommenrecht, d. h. dasjenige, welches der gesetzgebende Verstand nicht gesetzt, sondern das sich im Volke durch Gewohnheit und Herkommen bis zur Positivität hineingelebt (eommon law)* Insofern jedoch diese Klaffe als Grundlage für das durch die Gesetzgebung geschaffene Recht benutzt wird, muß die Darstellung diesem natürlich vorangehem Die zweite Klaffe, nämlich das durch die Gesetzgebung fixirte Recht, zerfällt wieder in a) Civilrecht d. h. in solche Rechtslehren, welche die Verhältnisse der Staatsglieder unter einander ordnet, undd) das S tra fr echtwelches die Uebertretung verhindert und bestraft. Das mosaische C i v ilrechr erstreckte sich, bei der Gründung des mosaischen Staats auf Agrikultur, auf agrarische und damit verbundene Verhältnisse, über Verkäufe von Grundstücken-und Mobilien, über angerkchtete Realschäden an Feldern u. s. w. durch Abweiden, Brand, nachlässige Beaufsichtigung des Viehes, über Sklaven und deren Freilassung, über Deposit und Auslieferungen, und im fpätern jüdischen Rechte, wo man über die agrarischen Zustände hinausgegangen , erstreckt sich das Civilrecht auch über schriftliche Verträge, Tausch, Handel, Miethe, Darlehn, Dokumente u. s. w. Ich begreife daher gar nicht, warum Hr.S. dies« Rubrik, da er doch das Strafrecht in 31 §§. abhandelt, ganz und gar übergangen, zumal da es bekannt ist, daß in jeder Rechtslehre das Civilrecht den breitesten Boden einnimmt. Denn die drei letzten Paragraphen, unter der Ueberschrift „Vermögensrechte" geben nur ein schwaches und mattes Bild dieses Gebietes. —- Nächst der Anlage des Werkes, die wir in der skizzirten philosophisch-juridischen Verkeilung des Stoffes gewünscht, ist es auch zu bedauern, daß der Verfasser es unterlassen, die über dieses Fach bereits vorhandene Literatur — freilich die biblischen und talmudischen Quellen an sich, die Schriften über die Alterthuinskunde im Allgemeinen als bekannt voraussetzend — zusammenzustellen. Ich will deshalb' für meine Leser hier ein kleines Verzeichniß zusammentragen: ' I. F. L. George, die altern jüd. Feste mit einer Kritik der Gesetzgebung des Pentateuchs. Berl. 1835. 8. K.D. Hiillmann, Staatsverfassung der Israeliten. Leipz. 1834. 8. I. D. Michaelis, das mosaische Recht. 6 Bde. Franks, a. M. 1770—75. 8. I. Seläsn, De jure naturali et gentium juxta diseiplinanr Hebraeorum libri 7. London 1640. 4. Strassburg 1565. 4. Leipzig 1695. 4. J. Spencer, De legibus Hebraeorum xitualibus earumque rationibus libri 4. Cambridge 1721. Fol. Ed. C. M. Pfaff; Tübingen 1732. fol. I. M. Hertz: Sind in den Büchern der. Könige Spuren , des Pentateuchs und der mos. Gesetze zu finden? Altona, 1822, 8. E. Bertheau: Die 7 Gruppen mosaischer-Gesetze in den 3 Mittlern Büchern des Pentateuch. Göttingen, 1840, 8. H. C. P «u lsen: Die RegierungderMorgenländer. 1755, 4. 690 P. E. Ha el sch er: De jure gentium apud populos orientis: Halle 1642, 8. I. D. Michaelis: Abhandlung von den Ehegesetzen Mosis. Göttingen, 1755, 4. Priestley's Vergleichungen der Gesetze Mosis mit denen der Hinduer. Verdeutscht von I. W. H. Ziegmbein. Braunschweig, 1801, 8. I. H. Kalthoff: Jus matrimonii Indorum ctini eodefii Hebraeorum jure uompuratum. S5onn, 1829, 8. F. Ben ary: De Hebraeorum leviratu. Berlin, 1835, 4. Redslob: Die Leviratsehe der Hebräer. Leipzig, 1836, 8. Das mosaische peinliche Recht. Braunschweig, 1778, 8. I. Salvador: Lol de Moyse ou Systeme rtilig. et poli t. des llebr. Paris, 1822, 8. — — 11 i 8 toi re des institutions de Moise et du peuple heb reu. 3 Vols. Paris, 1828, 8. G. A. Baumgarten: De lege Mosaica. J789, 4* P. I Re t hmaier: Jus talionis ad meutern gentil., Judaeor. et Christian. Jena, 1700, 4. I. C. Graefe: De xcixaTtosxiGfup numfuerit supplie. Judaeorum? Leipzig, 1662, 4. C. B. Michaelis? De judiciis poenis^ue capitulibus in 8. 8. Halle, 1749, 4. F. I. Schwarz: Martyrium Stephani e pandectis Hebraeorum illustr. Wittenb. 1756, 4. F. S. Ring: De lapidatione Hebraeorum. Frankfurt 1716, 4. I« G. Abicht: De servornrn hedr. aquisition-e atque seryitiis. Leipzig, 1704, 4. I. C. Mieg: Constitutiones servi Hebe, ex Script, et Rabbin oollectae. Herborn, 1785, 8. L. van Wolde: De testi mentihcatione Hebraeis vett. ignata. Tr. ad. Rh. 1760, 4. Gewiß ließe sichdiese Literatur noch bedeutend vermehren, xom\ man etwas genauer in den Gegenstand einginge und es wird gewiß auch Niemand behaupten, daß eine ausführliche literarhistorische Uebersicht alles dessen, was über das mosaische Recht im Allgemeinen, und über einzelne Gegenstände Desselben erschienen ist, ohne Nutzen wäre, und wir möchten in Betracht dessen nachträglich den Wunsch aussprechen, daß Hrr S. noch jetzt, vielleicht in einem Blatte, eine solche Uebersicht der Literatur geben möchte, wie wir wünschen müssen, daß er noch in einer Separatabhandlung über Plan und Anordnung einer. mosaischen Rechrslehre sich aussprechen möchte. — Wir kommen nun zu einzelnen Partien des Buches selbst. (Schluß folgt.) 22) Verhandlungen des englischen Unterhauses über die Emancipation der Juden am 16. und 17. December 1847. Nach den Berichten der Times. Berlin, 1848, 8. Adolf u. Comp. (Schluß») Ich hoffe übrigens, daß Nichts von dem, was ich gesagt habe, das hebräische Volk im Ganzen oder im Einzelnen de- Kritikm.-'5Däs->mssaische Recht van Saalschütz.

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