Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 36 (2.9.1848)
- Date
- 1848-09-02
- Page
- Spalte 569-570 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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568 Studie«. Biographische Skizzen. 57V Seme Werke'sind: 1) 'IMP Glossen und Noten zum iDD, gedr. 1600. — 2) nübw\ mby, auch unter dem Namen (bmn) b'*ltn 'bit? imm “HDN befännt, Kommentar zum Buche der Pforten von Jizchak Düren, 1599. — 3) riDDH > kritische Anmerkungen zu- 19 tatmudischen^ Traktaten, gedr. 159t, 1742, Zolkiew 1750 in 4, Fürth 1775 in Folio rc. - 4) ntilW Wyny Bemerkungen über Elijja Misrachi's Superkommentar zu Raschi's Pentateuch-Kommentar, Prag, 1609 in 4. — 5) nV 101 Gutachten, unter denen das 29. mit dem Register der Geonim besonders bemerkenswert ist, Fürth, 1768, in fol. — 6) nxbwbut U* Gesetzauszüge aus fast allen Talmudtraktaten, von denen jedoch nur folgende erschienen sind: ^op ^33 tü"Ws 1611. — niDD1» vfW't über welches Werk er mehr als 2 Jahre gearbeitet, hcraasgegeben von Salomo, Rabb. in Grätz, sodann in Altona, 1740 in fol. — p^in W1, bei dessen Abfassung Josef Karo's Bet Josef ihm Vorgelegen, gedr. zum , zweiten Mal in Offenbach , 1718 und zum dritten Mal in Fürth, 1766 in fol., mit einer großen literar-historischen Einleitung. — j-jg'a gedruckt zuerst in Lublin 1636, in Ossenbach 1718, in Fürth, 1766 in fol. — ^Mlp vf'W'', herausgegeben von Arje Jehuda Lob, einem Enkel des Jechiel Heilprin. Berlin, 1766. — pEJj t#V> gedr. in Berlin. — rrairD XüW nach Jechiel im Bücherverzeichnis!. —7) Eine Streitschrift gegen Abraham Jbn Esra (48 1. gp. 32). •— 8) Ein Werk über Alsasi, Ascher und Tur (4s. ibid.) — 9) Kommentar zum Speisegebete, 1603. — 10) Kommentar zu den Schechitagesetzen des Jakob Weil, 1601. — 11) nrpD? W'lHD verschiedene liturgische Gedichte, Venedig, 102, Ostro, 1792, in 8. Außer den obenerwähnten können an Verwandten noch irahmhaft gemacht werden: der Schwiegervater Kalonymos, der einen gewissen Daniel, einen Schüler des Israel Jsserlein, gesprochen zu haben, unsrem Loria (G.98)erzählt; der Eidam Abraham Laniado (48. 111. 14); der Enkel Lew! (^n KnVlft), der Gutachten abgefaßt und 1635, zwei und fünfzig Jahre alt, gestorben ist (48. 1. jy4 46); der Urenkel Jechiel Heilpr in, Verf. des Seder ha-Dorot; Mose Jfserles in Krakau, mit dem er einen bedeutenden Briefwechsel unterhalten, und gegen den er zuletzt eine minder freundschaftliche Gesinnung gehegt (vid. p^)n 2/2" Kap. 1. n. 29); Me'lr und dessen Sohn Juda Katzenellnbogen in Padua. Briefe wechselte er noch mit Jizchak bar Bezalel, den Rabb. in Wladimir, der ihm das erste und fünfzehnte G. bestätigt, und mit Josef Karo, der ihm das Mskpt zum Geschenke zugesandt (4s. 1. s. 4.). Seine vorzüglichsten Schüler sind : M o f e Prems lau, Verf. des riWO HW, gest. 1606;* Binjamin Ahron bar Abraham Slonik, Verf. des; David ben Jakob Kohen, Verf. des "m (As. 111. *) Dessen Biographie siehe LB. d. Or. Mr. 18 d. I. v. 18); Abraham Ha-Lewi Horwitz, Vater des Jesaja, des Verfassers von Joscha ben Alexander, genannt Falk Kohen, Verf. des /tDD rc. (s. Nachelat Schiba von Samuel David Levi siA». 12, 6); Elijja ben Ahron (G. 42); Sa l omo ben Jehuda (G. 79). Salomo Loria, das Wunder seiner Zeit genannt, umfaßte bei außerordentlicher Geistesschärfe ein ausgrbreitetes Wissen in allen Fächern der rabbinischen Literatur, selbst in der Kabbala, welche er mit Jisrael Saruk, dem Schüler des Jizchak Loria, eifrig betrieben (As. 1. ßf. 32), und in der rabbinischen Geschlechtsfolge, wie aus dem 29. Gutachten erhellt, in welchem er die Reihenfolge dar Geonim und Rabbinen bis zum Jahre 849 nach der Zerstörung Jerusalems angibt. Sein Scharfsinn verleitete ihn jedoch nicht Zu den übertriebenen spitzfindigen und haarspaltenden Abhandlungen, und sein Vielwiffen veranlaßte ihn nicht mit massenhaft ange» sammelten Ciraten zur Unrechten Zeit und am' Unrechten Orte zu prunken. War er auch der Wissenschaft und-namentlich der Philosophie abhold; so kann er doch weder zu den Finsterlingen noch zu den Erschwerenden gerechnet werden; wohl aber zu denen, die ohne Ansehen der Person das Recht gelten und walten lassen« Zur Bestätigung dieser Behauptungen vergleiche man das 72. G., in welchem er unbedeckten Hauptes zu essen und zu studiren verbietet, wie auch das 12. G. - in welchem er eine Familie von dem ihr gemachten Vorwurfe der verbotenen Vermischung kräftig reiniget. Das ihm wiederfahrene Wunder, daß ein für Eine Stunde hinreichendes Licht eine ganze Nacht hindurch gebrannt habe, auf welches Wunder er selbst im Vorworte zum hindeuten soll: ms mim ni2D 13 "p ND IHN Ml U'ürn p '^lSon foo,' zeigt uns, in welchem Rufe der Heiligkeit er zu seiner Zeit gestanden. — Arm fast wahrend seines ganzen Lebens, verfolgt von Vielen, selbst von eigenen Schülern (G. 16), kannte er keinen Hochmuth; sondern suchte vielmehr das Wissen selbst unter der gewöhnlichen Menge zur gehörigen Achtung und Würde zu erheben. So erzählt Asulai (M n. 41) Folgendes: Unter dem Studierzimmer des Loria war ein Gemüseladen, in welchem der unter dem Namen Abraham Gemüsehändler bekannte Besitzer schlief, der still und zurückgezogen wenigen Umgang pflog. Zufällig hörte Loria in einer Nacht den unten weilenden Abraham laut den Talmud lesen und vortrefflich erklären. Am andern Tage ließ er ihn. rufen, und stellte ihm eine schwierige talmudische Frage, die dieser mit der Entschuldigung, er als Unwissender verstände^gar Nichts vom Talmud, beantwortete. Nach langem Hin- und Herreden und vielem Drängen und Bitten erläuterte er endlich mit großer Genauigkeit jene Talmudstelle, und bat um Verschweigung der ganzen Unterhaltung. Loria, noch oft Gelehrtes mit ihm besprechend, schlug aus seinem Todesbette den Abraham Gemüsehändler zu seinem Nachfolger im Amte vor, der fast nur gezwungen dem allgemeinen Wunsche nachgab, und das Rabbinat übernahm. Dr. Frankel.