Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 36 (2.9.1848)
- Date
- 1848-09-02
- Page
- Spalte 567-568 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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567 Studien. Biographische Skizzen. . 568 mud fast mit sämmtlichen Lehrern, die in der ersten Hälfte des fünften Jahrhunderts geblüht oder gestorben, über halachische Lehrsätze verhandeln z er diökutirte mit Am 6 m ä x887 (st. c. 420), Je mar (st. 431), 888 R'Abina (ft. 42 t),889 Acha aus Difta (bl. 450),898 Mar Surra (st. 441^891 Marörnar (st.c.415),892 Jehuda Mar b. Marsmar (bl. 450)893 und anderen Zeitgenossen,8" allen gegenüber eine Selbstständigkeit behauptend. Wir begegnen seinen Lehren und Bestimmungen in allen Theilen der Halacha, in eherechtlichen, erbrechtlichen, rituellen und überhaupt in civilrechtlichen Gegenständen,8^ und da er Norm für die Deeision geworden, so wurde natürlich auf seine Aussprüche ein großes Gewicht gelegt. In Bezug auf seine äußere Wirksamkeit für die Wohlfahrt der Juden, erzählen uns die Chronographen Einiges, wenn auch in sagenhafter Weise. Gemeinschaftlich mit seinem pumbaditäischen Amtsgenossen S am a soll er in fast wunderbarer Weise bewirkt haben, daß mit Jesdeg'ird's Tod um 460 auch die Judenverfolgung aufgehört,898 so daß man seine Zeit, im Vergleiche mit der vorhergehenden und nachfolgenden, als die glückliche bezeichnete.89- Im Geiste jener Zeit suchte man seine Bedeutsamkeit dadurch sagenhaft zu verherrlichen, daß man ihm eine Gewalt über die bösen Geister angedichtet und abergläubische Observanzen in Bezug auf Geister von ihm herleitet. 898 Die Entscheidungen in der Halacha wurden, wie erwähnt, mit einiger Ausnahme, nach ihm festgestellt, 899 was gestorben, so "darf man wohl voraussetzen, daß er beim Tode seines Vaters wenigstens 30 Jahre alt gewesen sein mag. — 887) Chullin 76 b. — 888) Gittin 59 a. — 889) Berachot 36 a. — 890) Baba Batra 12 a. Berachot 45 b. — 891) Jebamot 106 b nach der Lesart Alfäsi's u.Ascher's.— 892) Berachot 45 b. — 893) ib. ib. — 894) Unter diesen sind vorzüglich feine gleichnamigen Genossen, die gleichzeitig mit ihm gewirkt, hervorzuheben. Es sind dies die M ar, als 1) Mar b. Jde b. Abin; 2) Mar b. Ämsmar; 3) Mac b. Acha b. Raba u. A. — 895) Berachot 36a; Baba Mezi'a 103a; Gittin 29b; jb. 59 a; Chullin 76 b; Joma 83 a; Ketubot96a; Sanhedrin 29 b; Schebu'ot 4l a u. s. w. — 896) Schecira 1. c. erzählt dies in sagenhafter Weise, mit den Worten: „Wir haben es gehört von den Vorfahren und aus ihren Gcdenkbüchern erfahren, daß Mar und Sama gebetet und ein Drache den König Jesdeg'ird auf seinem Lager verschlungen, so daß die Verfolgung aufgehört". Die Sage war demnach zu Scherira's Zeit bereits alt und stand verzeichnet in den Gedenkbüchern (pnDT nDD), und der historische Kern derselben mag so, wie hier im Texte erwähnt, gewesen sein. — 697) Dorot *Olam, citirt bei Juchasin (106 b). — 898) Chullin 105 b. Von einem Dämon soll er den Grundsatz gelernt haben, daß über Eingewickeltes, Versiegeltes, Abgewogenes und Gezähltes Dämonen keine Macht haben (ib. ib.). — 899) Nach Tos. zu Chullin 76 b, Sanhedrin 29 b u. s. w. stand im Seder Tannaim, daß im ganzen Talmud dieHawohl hinlänglich die hohe Achtung beweist, in der er gestan- } den. Er starb am Ausgange des Sühnefestes, nämlich den \ 10. Tischri Abends im Jahre 466 n. Chr., im 13. Jahre | seiner Amtsverwaltung- 900 unter Firüs, der zu seiner Zeit noch nicht von der Lichtreligion gegen die Juden fanati- 1 fsrt war. J (Fortsetzung folgt.) i Bkographifche Skizze«. Salomo ben Jechiel Loria führt seinen Stamm- \ bäum bis auf Raschi, Jochanan Sandaler und Gamliel den! Alten hinauf, und berichtet von dem Verschwinden des von Geschlecht zu Geschlecht genau gezeichneten Stammbaumes in dm Schweizerkriegen. Sein gelehrter Vater, oftmals Ascher Jizchak genannt, erlebte noch den Ruhm des Sohnes, der in i; dm Gutachten ihn zuweilen mit D'W t. HW i‘ D’D1 benennt. Sein Großvater Jizchak nahm wohl; besondern Antheil an der Erziehung und geistigen Ausbildung des Enkels, indem dieser im 64. G. Manches über Anordnung dm Gebete, wie er's vom Großvater gehört und gelernt,! mittheilt; Vieles aber damals nicht beachtet-zu haben .eingesteht. Deshalb bedauert er um so mehr, daß des Großvaters Werke, die hierüber ein Genaueres enthielten, als Manuskripte beim großen Brande in Posen ein Raub der Flammen geworden. — Geboren um 1515, weil er im 35. G. vom Jahre 1547 sich äußert:, ijjn .mi 21 bw, fp D-OBO wohnte er 1554 als Privat- \ mann in Ostro am Horyn; denn er sagt von dieser, vielleicht seiner Vaterstadt im 8. G.: ptt MZ-3 1W& »TTO, reiste jedoch später eine Zeitlang unstät und mittellos einher (G. 20. pjo UN nny , wurde Rabbiner in Worms, und starb wahrscheinlich als solcher im hohen Alter in Lublin, wo in seiner Synagoge und allerdings bei seiner Lebezeit die Haftara von Joel Sirkes, dem damaligen Knaben, vorgetragen wurde, wie dieser im ’f 158. G. des Bnn rP3 sich rühmt. Daß er aber 1573 gestorben (s. Gans, Jechiel und De-Rossi), muß sehr bezweifelt werden nach den wohl von Loria herrührenden Worten am Schluffe der Gutachten n^üb D3 1)1 '5l)y rl *])12 ftb H'bw D3D T?3 r) DV> nm Ib nach welchen er 1575 noch am Leben gewesen, und das große Werk mbw bw U* herauszugeben gesonnen war. lacha nach Mär b. Asche entschieden wird, mit Ausnahme von Nfynw unb *|D'D, was auch in unserem Sedev Tannaim (Kerem Chemed I V. 196) richtig steht. In gleicher Weise haben es Halachot Gedolot und die GA. der Geonim. 900) Scherira 1. e. Sef. ha-Kab. 1. c. —