Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 33 (12.8.1848)
- Date
- 1848-08-12
- Page
- Spalte 521-522 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5*21 Studien. Die Schule Babyloniens. ^- Literaturhistorifche Miscelken von Dukes» 532 Quellen zur Charakteristik dieser Lehrer-entzogen.. Wir wissen also blos, daß er,-wie einige seiner Zeitgenossen und Vorgänger, Eigennamen haggadistisch auszulegen pflegte.850 Bei der Abschließung des Talmuds durch R'Abina und bei Besiegelung der Ueberlieferungslehren im Jahre 498 (Sof Horaah) lebte noch Jose als Schulhaupt zu. Pum-Badita, und da er 475' das dortige Rektorat angetreten, so hätte er damals bereits 23 Jahre in diesem Amte zurückgelegt, was die Chronisten auch bestätigen.851 Er sowohl als auch das ganze Lehrer-Kollegium in Pum - Badita wirkten, der Sage nach, bei der Talmud- Abschließung mit, was übrigens gar nicht zu verwundern, da er seine unmittelbaren Vorgänger bedeutend überragte. Außerdem wird von unserem Jose erzählt, daß er „Richter am Thore^ (Dajjäna de-Baba), d. h. Präsident des öffentlichen Gerichts-Kollegiums gewesen, was sonst eine eigene Würde zu sein pflegte,^8 und aus diesem Umstande dürfen wir wohl mit Recht schließen, daß er eineAutorita't gewesen. Vielfach gehemmt in seiner Wirksamkeit durch eingetretene Judenverfolgungen, starb er unter Kobad,853 sef aus Be - Chattim den aus drei. Eigennamen bestehenden Vers nJDJDl mmol .ibpa» (Jos. 15, 31) erklärt (©nN3), welche Erklärung in unserer Ausgabe einem Acha aus Be- Chusai >>I) zugeschrieben wird. Dieser Acha aus Be- Chusai war nach Sama b. Jehuda um 503 Lehrer zu Sora und mithin Zeitgenosse des Josef aus Be-Chattim, der erst 503 gestorben. Von Rab Rabai aus Rob hieß es nach Scherira in Sanhedrin 43 a: jnb&ü HDlJnD pW DNl "vdy biitßk~idddd dn icn -’nsi m idn? ’d hm,- während in unfern Ausgaben der Name ganz und gar weggelassen ist. 850) S. die vorhergehende Anm. — 9 851) Scherira sagt 1. c. ausdrücklich nNDH rjiD- »TOT3) N’TO’PH b^HD’Nl und da er l. e. Sos Horaah auf 498 ansetzt, so kann über diese Bestimmung kein Zweifel sein. Dies stimmt auch mit dem Ausspruche in Sefer Ha-Kabbala, wo es heißt: nobon orco 'd) inbnAn'DrüMi. ®^nfo sagt Schalschelet ha - Kabbala von ihm: io^n raw nri by m mm Nin 8dd mox — 852) Scherira's Worte lauten (s. Anm. 842): nin N3D1 NJN’rn. Der Ausdruck jo;n NJN"*“), den Scherira auch sonst in seinem Sendschreiben (GR. S. 4!) gebraucht, wird sachlich dadurch klar, daß er es mit rvo dn |v-| abwechseln laßt (l. n.), das also nicht gewöhnlicher Richter dcs Kollegiums, sondern, wie p-CPD dn (Zunz, GV. S. 37), Vorsteher des Kollegiums bedeutet und nur selten mit NfiDW l'n, dem Rektor der Hochschule, zusammengesallen. Die Dajjane de Baba gehörten zu den hohen Würden der babylonischen Israeliten; das aus der Zeit der babylonischen Hochschulen stammende und daher aramäisch abgefaßte Segc'nformular für die Würdenträger Israels. (Jekum Purka.n) hat die D a j j ä n e d e - B e b a neben R e sche Ga lwata iExilarchen), Resche Metibla (Rektoren) und R esch.e Kalla (Repetenten). — 853) Kobad regierte von 49t—532 und während seiner Herrschaft hatten ebenfalls Judenverfolgungen stattgefunden. — vier Jahre nach Abschluß des Talmud,854 i.m 28. Jahre feit nev Amtsverwaktung,8" um 503. n. Ehr. 8^ — Die Hochschule an der Mündung der Badita,. sechs Fer.seng -von. Koche, eine der bedeutendsten Pflanzstätten jüd. Kulturwäh5 rend der talmudischen Zeitscheide in Persien und Babylonien, hat also mit dem Schlußjahre 498 unter Jose aus Be-Chattim, ohne dauernde Störung und ohne lange niederdrückende Hemmniß, 348 Jahre die Ausbildung und Gestaltung des großen Ueberlieferungsbuches, des sogenannten babylonischen Talmuds, bis zu völliger Abschließung gefördert, und das lebendige Getriebe spaterer Studrenläufe, die propädeutischen Gliederungen einer jüdischen Wissenschaft in sprießenden Keimen wenigstens entwickelt. Jehuda b. Jecheskel, als Neubegriinder dee Hochschule um 250, und Jose, als Beschließer des talmudischen Baues daselbst um 498 , sind die Hüter und Pfleger dieser Hochschule am Anfangs- und Endpunkte, und diese beiden Grenzwächter verknüpft eine organische, wenn auch fluchende und ebbende, jedenfalls aber einheitliche Entwickelung des tradinonalen Studiums. (Fortsetzung folgt.) Literaturhistorische Mistellen. Gesammelt von Leopold Dukes. ,1. nEna ^nry Wir haben dieses Buches bereits in diesen Blättern (1848) Nr. 19 in der Recension dcs Wiener Katalogs beiläufig erwähnt, (es befindet sich auf der Pariser Bibliothek Nr. 102 ancien Fonds) und wir halten es für passend einige Worte über dasselbe mitzuthei- 854) Zemach David u. A. — 855) Sefer ha - Kabbala L c. t)at unrichtig 38 Jahre, indem der Kompilator ihn mit dem späten: Jose Ga oy verwechselt zu haben scheint. - Daß diese Angabe unrichtig ist, sieht man schon daraus, daß sein Nachfolger schon 505 gestorben. Siehe folgende Anm. — 856) Scherira 1. c. giebt das Todesjahr Jose's nach unserem Terte nicht an. Merkwürdiger Weise giebt er aber bei seinem Nachfolger nur das Todesjahr, aber nicht das Jahr seiner Einsetzung an, was zu der Vermuthung berechtigt, daß hier etwas ausgefallen sein mag. Das Rektorat seines Nachfolgers wird bei den Chronisten (Sed. ha - Dor. - 45 6) auf zwei Jahre angegeben und Jose mußte mithin 503 verstorben sein. In diesem Sinne läßt sich leichr der Scherira'sche Text Herstellen, indem man auch den Grund der Auslassung auffinden kann. Der Text Scheriras lautet demnach N-nrp njhyi nnn pi Ev Kann imot NIDl pDNl (xnn'D' D1D3 Dl' 3"N) JÖ1D3 mn. ^ls Pum r Badita ausgefallen mit der Todesangabe übet Jose, wurde auö das Wort p*DD. —