Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 32 (5.8.1848)
- Date
- 1848-08-05
- Page
- Spalte 505-506 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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oÜo Sküdieti. Von Skrernka 506 h Wenn Abendthau die Locke feuchtet, . An deinem Haupt der Tropfen leuchtet, •| Vom Sternenglanz der Nacht erhellt: | So zeigt es deine Liebe klar, . Die sich beweiset treu und wahr ß Und mir den Kranz gewunden hält. Dein. Haupt in köstlich feinem Gold, l - Und auf der Stirne wunderhold- In Majestät dein Name glänzt, f Wenn dir dein Völkchen werth -und theuer, Zur Huldigung und Jubelfeier - Mit frommer Weih das Opfer kränzt. Und stellt sich mir dein Ningelhaar; In Jugendfrische wallend dar, Ganz rabenschwarz zur Wonneuschau: /! So ists die frohe Zuversicht, Daß neu erglänzt der Lugend Licht, Durch deines -Tempels Wiederbau. Die du als würdig auserkoren, . Gewahrt, gepflegt, seit sie geboren, Mit Zärtlichkeit dir angetraut, ' Schätzt diese Wahl als Krönungsfeier, Fühlt sich umhüllt vom Ehrenschleier, Sieht sich geschmückt als Fürstenbraut. : Es strahlt dein Glanz auf mich zurück, Wenn huldigend zu dir mein Blick j Mit Andacht und Ergebung schaut. Um Adam's stolzen Uebermuth Zu treten wie der Traube Blut, Mag sich dein Weiß mit Roth beflecken; Doch der sich gab in Demuth hin, Und dich erkannt mit höherem.Sinn, . ' - Sah dich die ew'ge Sühne wecken.; Vor deinem ruhmerfüllten Thron Fand stille Demuth ihren Lohn, h Als du dein Volk geschmückt mit Ehren. ['■ Der du verhängt gerecht und wahr, i Was je der Zeiten Lauf gebar, x Sei denen nah, die dein begehren! ' j Laß meine Lieder vor dich kommen! [ Nimm huldreich auf, was du vernommen, Den Jubelruf, der dich verehrt! fl Mein Lob sei deines Hauptes Krone, i Mein Preisgebet vor deinem Throne ' * Wie Weihrauch auf dem gold'aen Heerd. fl Erklingt auch dürftig mein Gesang, Nimm ihn mit Gnaden in Empfang, Halt ihn wie Lied beim Opfer werth. Du hoher Spender voller Kraft, Der Fromme bildet, Leben schaft, Nimm auf die Weih' aus tiefer Kluft;; Und sende mir dein Gnadenzeichen- - Daß meine Wünsche zu dir reichen, ' So sanft, wie der Gewürze Duft. Dann laß der Zunge schwaches Lallen Als Sehnungsdrang dir Wohlgefallen, Wenn tiefbewegt die Seele rust!- i Nachwort. Indem wir hinsichtlich des gleichgehaltenen Rhytmus jede zweizeilige Strophe des Originals durch eine dreizeilige der Uebersetzung auszüdrücken, und je zwei und zwei Strophen durch den Reim ihrer Endzeilen miteinander in Verbindung zu bringen suchten, hielten wir uns doch so weit an das Original gebunden, daß wir jene zweizeiligen Strophen des Originals, welche durch die Zusammenfassung von Bild üüd Deutung oder durch sonstige Vollendung des Gedankens schön an sich ein Ganzes, bilden, (wie »T)DDN , , DND) durch isolirte Dreizeilige Wiedergaben, welche nur wegen der Euphonie durch den Rejm der Endzeile mit der vorgehestdtn Doppelstrophe in Einklang stehen. Hinsichtlich der bei einer Gebundenheit dieser Art möglichen Treue mag wohl Manches' glücklicher auszüdrücken sein, als es uns gelungen ist. Doch dürfte, wenigstens der Absicht nach, Manches, das nur zur Vervollständigung des Rhytmus gesagt zu sein scheint, wegen der eigentlichen Sin-v nestreue ausgedrückt sein. Denn auch das Original war durch die Vorgesetzte dreifache Aufgabe, durch Festhaltung an dem Alfabet, durch das achtsylbige Metrum und durch das buchstäbliche Eitat der zu erläuternden Bibelstelle so sehr gebunden, daß es nicht nur wegen des letzteren Umstandes zu dem störenden Absprüng von der Apostrophe zur dritten Person gezwungen war (von j&on bis nan), sondern auch manches vollständige Bild, der Bibel nur durch Heraushebung einiger bezeichnenden Ausdrücke andeuten mußte. Vorzugsweise scheint uns das bei und oyjN) NL der Fall zu sein, wenn man für Ersteres Jesaja 59, 15; für Letzteres Jesaja 63, 1 bis 4 in Anschlag bringt. Bei den Strophen und D'DIDJ;, die in der Uebersetzung in einander verschmolzen sind, zeigt sich zunächst Jesaja 62, 3—6. Dort wie hier will das Bild, sofern es die Nation selbst als eine, in der Hand gehaltene Krone vorstellen soll, schon an sich weder für die Anschaulichkeit noch für.'irgend eine.Bedeutung recht geeignet sem^ und' steht auch dort wie hier mit dem Nächstfolgenden in Widerspruch, indem sogleich die Nation selbst als kronetragend (cnty müy) vorgestellt wird. Da aber der öfter vorkommende vollständige Ausdruck n^lD OZ/ beweiset, daß das Wort,-^D nicht Adjektiv son- Abstrakt ist, so muß es auch im isolirten Zustand als Neutral-Collektiv verstanden sein (.Ex. 19, 15; 1 Ehr. 29, 3; Koh. 2, 8 und auch Baba Batra 52)', wie auch' pgn , Dn92a u. a. gebraucht werden. Es kann daher fern, daß der Sänger das rriNDn mbJJ rvrn des Jesaja als elyptischen Ausdruck, analog ,1^51 (f. 169) aufgesaßt, und in diesem Sinne mit dem Worte die Gnadenwahl, die besondere Werthschätzung ausgedrückt hat. Da wir in dieser grammatischen Rücksicht wenigstens kein Hemmniß, und vielleicht auch einen wesentlichen Vorschub für die.ästhetische Auffassung des Bildes zu finden glaubten, so haben wir sie auch in Anwendung gebracht. Was sonst unerreicht oder mißlungen sein mag, möge mit der Schwierigkeit der Aufgabe entschuldigt werden, zu deren vollkommener Lösung auch gewandtere Kräfte kaum auslangen dürften. Unserseits gestehen wir, daß wir uns auf jüdischem Gebiete keiner gleichartigen