Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 31 (29.7.1848)
- Date
- 1848-07-29
- Page
- Spalte 483-484 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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483 Studien. Derzeichniß der ist. _ ß) ßsffDtnO/ ein Ritnal nach dem Brauch von Ms (Fez), abgekürzt Rit. Füs., von welchem ich handschriftlich den Lheil für Rösch Ha-Schana, Jom Kippur und Tisch'ah be-Ab besitze. Der oben erwähnte Ell6ser b. Salomo, von dem-ich es gekauft, hat es nach seiner Angabe in Fäs erworben. — 7) nunD, das Korfiotische Ritual, von welchem ich handschriftlich den Lheil für die drei Hauptfeste besitze. Ich habe es in meiner Vaterstadt Triest erworben. Es ist dem rumischen (griechischen) Ritual sehr verwandt. Abgekürzt Rit. Korf. 8)'□'iOp, “iHD, das Ritual der Karäer, in der Kosloser Ausgabe vom Jahre 1836/ Ich besitze davon 3 Lheile, die ich zum Geschenk von M. Ehrenreich ausBrody erhalten. Abgekürzt Rit. Kar. — 9) N\3Dn ninD, das rumische (griechische) Ritual, abgekürzt Rit. Rum., welches Hr. Gabriel Lrieste in der Ersten Venezianer Ausgabe, bei Bombergo erschienen, besitzt. Ich 'habe übrigens noch einige Theile desselben handschriftlich. — 10) das Ritual von Tripolis, abgekürzt Rit. Tri., bekannt unter dem Namen nwi ’nDts' (nin^Di niü'psi nfen nuri 'N2V ’biSnD pp jnJDp NU'NN') i» der Ausgabe: Venedig, 1648, 4>—~ 11) Die elfte Quelle habe ich blos durch „Zunz" bezeichnet, sein Werk „Zur Geschichte und Literatur" meinend, wo er ausführlich- und erschöpfend über die.religiösen Dichter der 'Provence spricht. Ich habe mich um so lieber auf ihn berufen, als ich die Rituale von Avignon und Karpentras noch nicht zu Gesichte bekommen' habe. Dies sind die ungewöhnlicheren Quellen, welche ich für mein „alfabetischesVerzeichniß der religiösen Dichter" benutzt, und die ich in der erwähnten abgekürzten Weise eitire. - Bei dieser Gelegenheit will' ich noch bemerken, daß die Karäer beständig aus dem rumischen Machasor ihre Pijjutim genommen, wenn sie einmal von Len Rabbaniten entlehnten; daher finde ich auch bei ihnen (Ul. p. l2l) die richtige Lesart: nnnai d^jd d nmip ’n^nj >» der Sclicha 212 'nvviV , wie diese Lesart nur so in dem rumischen Ritual steht. Jedoch haben die Karäer nicht aus dem gedruckten, sondern aus handschriftlichen Exemplaren' genommen. So z. B. ist ein Äbraham'b. Isaak ha-Chasan im rumischen Ritual, wo er sechs Hymnen hat, bekannt, im karäischen Ritual hat er jedoch noch eine siebente Hymne (UI. p. 129), die im gedruckten rumischen Ritual sich nichtsindet, wohl aber in dem handschriftlichen. -Ich. zählte daher diesenAbr aham ha-Chasan nicht für zwei, einmal als Karäer und einmal als Rabbanite, sondern' für Einen; ebenso/habe ich den Jehuda b. Schemarja, dem viele Pijjutim (Rit. Kar. HI. p. 115. 116. 156) gehören, weil dieselben sich nicht im rumischen Rit. finden, für einen besonderen karä'ischen Dichter gehalten, wie Dukes gethan, sondern ich denke, es ist derselbe Rabbanit Jehuda b. 'Schemarja, dem im Rit. Rum. (p. 273) der Pijjut 0J\NV iNlon wniD.N gehört, und wahrscheinlich sind dessen Lieder bei den Karäern aus irgend einem handschriftlichem Rit.-Rum. Aus dem handschriftlichen Rit. Rum. habe ich auch gelernt, daß der Vater des Poetanim von Luzzatto. 484 DIpD mit Namen Sa bbatai hieß, da ich in einem Pijjut daselbst,- beginnend vi mpD, als Akrostich pin TOt# p "jDNn Q13O gefunden; ich zählte deshalbMardechai Ha-Aruch und Mardechai b. Sabbatai nicht für zwei, wie Dukes es gethan. In Bezug auf -pNrj o“nD will ich noch bemerken, daß die Selicha.^iy^v ^12 ülpü. die sich im polnischen Ritual für Mincha des Sühnetages findet, und auch im rumischen wie im karäischen Ritual steht, von demselben Dichter ist, und wenn in einigen gedruckten Ausgaben als Notiz darüber lieht, daß der Verfasser Mardechai b. Jakob heiße, so ist das ein Fehler, da die richtige Form der Selichä im rumischen Seddur sich findet, wo das Akrostich giebt. Das i'o heißt wahrscheinlich 30" 1D10. — Das Verzeichn^, welches ich hier den Gelehrten vorlege, mag wohl trotz aller Mühe, dennoch sehr unvollständig sein, wie ich mir übrigens gar nicht verhehle; denn ich zweiflele gar nicht, daß es. noch viele andere religiöse Dichter oder Pajtanim gegeben, zumal ich sogar manche von Dukes angeführte Namen,, weil dessen Quelle mir unbekannt war, weggelaffen. Auch glaube ich nicht, daß ich bei aller Vorsicht den Irrthümern entgangen sein werde, zuweilen aus zwei Dichtern einen oder umgekehrt gemacht zu haben, wie auch mein Freund Dukes doch Je har da Gibbor und Iehuda Maroli für zwei Personen angesehen, während ich beide, insofern beide ben Elrjja sich schreiben, für identisch halte. Doch wird wohl noch lange auf diesem Gebiete zu berichtigen sein. Ich erlaube mir noch hier auf Etwas aufmerksam zu machen. In der Kina, welche mit den Worten anfängt: rrnDN rrnDD pä rü, beginnt die zweite Strophe in einigen gedruckten Ausgaben j? und im andern steht 1; aber beide Lesarten sind gegen das Metrum (da diese Elegie nach je 6 Tenuot gemessen ist) und ganz ungrammatisch, da darauf die richtige zweite Person masc. in folgt, was früher schon die 2. Person masc. nothwendig macht. In einer Füssschen Handschrift steht auch richtig -)y* b^fl, was nach Grammatik und Metrum richtig ist. .Nun giebt diese Elegie als Akrostich n3 >*n rumischen handschriftlichen Ritual, wo es ny1 heißt, was ebenfalls richtig wäre, erscheint das Akrostich t-, ,-j N3, insofern, des in dem einleitenden.ynj n3 liegt. Nun wissen wir, daß Jehuda ha-Lewi keine Söhne, sondern Tochter hinterlaffen, und e's wäre nicht unmöglich, daß eine seiner Töchter diese schöne Elegie verfaßt. — '. *' Daß ich hier in der Überschrift Poetanim gegen den gewöhnlichen Ausdruck geschrieben, geschah deshalb, weil, abgesehen davon, daß es nach der Ableitung aus dem Griechischen richtiger ist, ich im Rit. Korf. im Iozer zu NO2 bvj ßrini gedichtet nach den Versen des Hochlieds und einem der alten Dichter Binjamin b. Samuel angehörend, als Akrostich auch gesunden. Die Verse, welche das.Povtair. geben, sind: