Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 30 (22.7.1848)
- Date
- 1848-07-22
- Page
- Spalte 475-476 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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476 475 Studien. Geschichte der jüd. Literatur in Babylonien. Eine Skizze. zu Neharde'a -liZhete und somit in diesem Amte ihm vorangegangen. 794 3n derselben frühen Lebenszeit, in den zwanziger Jahren stehend, besuchte er. .zuweilen die Schule Sora's unter Papa b. Chanan's Rektorate (st. 374), und sowohl im Namen Chama's als Papa's'93 theilte er Traditionen mit. Von 370 an setzte er die Studien bei seinen unmittelbaren Vorgängern, bei S e b i d b. O s ch a j a, der von 370—376 Schulhaupt zu Neharde'a war, und bei Dime b. Chinena von 376—7384, fort, und im Namen dieser vorgängigen Lehrer theilte er später bald rituelle Halacha's oder wie gehörte Halacha's in civilrechtlichen Sachen bei ihnen vorgetragen wurden, weiter mit. 796 Er hatte jedoch in dieser letzten Zeit seiner Studien schon «ine bedeutende Geltung und hohes Ansehen, so daß er zu dem unter Sebid in Pum-Badita zuweilen niedergesetzten Rechts-Kollegium zugezogen wurde.797 Gamd a, ein Schüler Raba's,398 welcher lei Asche die Traditionen zwischen Raba und ihm vermittelte,'99 besprach manche traditionale Lehre mit ihm, da auch dieser in den erwähnten pum-baditäischen Rechts-Kollegium zuweilen gesessen. 800 Im Jahre 384 wurde er nach Wegzug seines Lehrers Dime (st. 387 in PB.) Schulhaupt in seiner Vaterstadt Neharde'a, nachdem sein an Jahren etwas jüngerer aber an Berühmtheit ihn überragender Kollege zu Sora, sein Verwandter Asche, bereits 10 Jahre an der soranischen Hochschule fungirt hatte, und als Schulhaupt brachte er in die Liturgie manche Veränderungen. Die an den Wochcnfesttagen zu recitirenden davidischen Hymnen ordnete er wegen der Doppelfeiertage in eigenthümlicher SÖSeife801, und von dem Versuche, in das Säsmu-Gebet den Dekalog einzusügen, hielt ihn blos sein Kollege Asche ab, indem er ihn belehrte, wie schon in früherer Zeit (unter Samuel) dies der Ketzer wegen unterlassen wurde. 80,2 Nach Neharde'a, seinem eigentlichen Sitze,803 lud er Schuldige vor sein Gericht, und als er einst einen Ausflug nach M a ch u s a 804 gemacht, während er eine vorgela- 794) Ketubot 86 a. — ' 795) Chullin 8 b. — 796) Chullin 51 b; ib. 76 b; Baba Mezi'a 73 b. — 797) Kecirbot 63 b. — 798) Beza 7 a,— Dort steht fehlerhaft Rad anstatt Raba—; Baba Kamma 72 a. — 799) Baba Kamma 72a; ib. 106a. — 800) Ketubot 63 b. — 801) Sukka 55 a. — 8Ö2) Berochst 12 a. Es gab eine Art Ketzer, welche behaupteten, daß das mosaische Gesetz in seiner Ganzheit keine Geltung habe, mit Ausnahme des Dekalogs, und bei einer Einfügung in das Sch'ma-Gebet müßten dieselben darin nur bestärkt werden. — 803) -Qtpo Rösch Ha-Schana 31b, — 804) Hebet diese Stadr siehe oben S. 106—7 und S.. 171. Gegen Ende des 4. Jahrh/s blühete noch da die jüdische Gemeinde und Amsmar bereiste sie von Neharde'a aus (Rosch Ha-Schana 31 b). Die neharde'anischen Lehrer scheinen auch eine besondere Vorliebe für Machusa gehabt zu haben, da Sebid (370—76) und A m 6 m a r (384 — c. 420) eine Machusäcrin zu Heurathen (Kidduschin 72 b) erlaubten. — bene Frau zu richten hatte, nahm es ihm Asche sehr, übel; 805 er rühmt sich selbst oft, daß er ein Neharde'aner, mb heißt auch der Neharde'aner schlichthin. 89° Zur Zeit als A cha b. Raba als Schulhaupt zu Pum-Badita fungirfe (413—418) war unser Amomar bereits ein greiser berühmter Lehrer zu Neharde'a, und wenn er als solcher nach Pum-Badita zu seinem Kollegen kam, so pflegte er die Rechtspraxis der Neharde'aner, die sich noch von Samuel (st. 250) und Nachman b» Jakob (bl. 258) herschrieb, als eine ganz eigentümliche mitzutheilen. 607 Vermittelst A cha erfuhr er Lehren Raba's und Nachman b. Isaaks, die er dann selbst weiter verbreitete,8(58 eben so Traditionen „von den Alten Pum-Badila's", z. B. von Jehuda und seiner Schule, und die Entscheidungen daselbst.809 In diese Zeit'fällt auch sein Verkehren mit J6mar (st. 431), der als GenosseAsche's bekannt839 u. den er wegen seiner Gelehrsamkeit sehr hochschätzte;8" eben so fällt in diese Zeit das Verkehren mit Mar Sutra b. Märe vor dem Xntritte seines Exilarchats (st. 441 als Exilarch), und beide erwiderten diese Hochachtung, indem sie zu ihm nach Neharde'a wegen eines Rechtsstreites kamen.812 Besondere Erwähnung verdient noch sein Verhältnis; zuRabbanaAsche, der großen Autorität seiner Zeit. Aelter als Zische stand Amomar bei dem Auftreten des soranischen Hauptes bereits in großem Ansehen, und daher kam es, daß Asche den Amemar mit Mar (Herr) anredete und ihn oft als Lehrer ansah;833 aber selbst wo das nicht geschah, sondern 805) Rosch Ha-Schana I. e. — 806) Baba Mezi'a 35 a; Baba Bstra 31a. - 807) Baba Batra 124 b; vgl. ib. 31a.- 808) Chullin 75b; ib. 46b. — 809) * Er ub kn 80 a; Aboda Sara 48 a. Er horte von den „Alten Pum - Baditcr's", heißt es daselbst, daß nach der Entscheidung Samuel's, wonach die Decision bestimmt wird, auch schon solche Bäume als Aschera d. h. Götzenhain, älcog, lucus, wie , Vulgata und die Mischna auslegen) angesehen und mithin als zum Götzendienst gehörig verboten wären, welche man z. B. mir folgenden Worten: „Diese Dattelpalmen (nDn) finb zum Palmwein (n-QKV arab. sakar, vorz.Palmwein) für die Nazaräer (^xjl bestimmt, den sie an ihren Festtagen trinken" bezeichnet (Erubin 80a; 'Aboda Sara 45 a). Es bezieht sich das auf den Palmwein des Abendmahls bei den Agapen, und wir sehen daraus, daß von Samuel bis, Amämar, d. h. durch die ganze (almudische Periode, die Juden Babyloniens das Nazaräcrthum^als Heidenthum angesehen.. Für rj (Be Nazranv) steht in unseren Ausgaben, und ebenso Sabbat 116 a, die korrumpirte Form; allein die Emendation in U hat bereits P. N. Heilpern in seinem Aufsatze: „Ueber zwei im Talmud vorkommende christliche Sekten" im LB. des Or. i845 Nr. 1 gemacht. — 810) Ketubot 95 a; Baba Kamma 62 a; ib. 105 a; 'Aboda Sara 63 b. Er war nach Asche Schulhaupt zu Sora. — 811) Schebu'ot 30 a. 812) ib. ib. — 613) Beza 22a; Menachot 37 b. —'