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Der Orient · 1848-07-22 · 30 (22.7.1848) · p. Spalte 467-468

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
30 (22.7.1848)
Date
1848-07-22
Page
Spalte 467-468 (sequence 2)
Language
German
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m LiLeraturberichte. Bibliographie von Wunderbar. — Kurze Anzeigen. 468 Miba zügeschrieben; und ist nach der Anzahl der Buchstaben auch in 22 Abschnitte getheilt, wie folgend: 1) Das Alef, handelt von dem Sprechen,der »TW/ von der Weltschöpfung, von der Auferstehung der Todten, vou Korach und seiner Gemeinde. 2) Das Bet, von dem dies-und jenseitigen Weltenbau o'Viyi ,ntn pn. 3) Gi m m c 1: Von der Wohlthätigkeit. 4) D a l et: von der Unterstützung der Armen. ' 5) He: von der Welterneuerung und von Jerusalem. 6) Waw: über das Geheimuiß der Buchstaben, welche Gott dem Mose und den Patriarchen überliefert habe. — 7) S ajin: Bon den Schlüsseln des Allcrheiligsten. 8) CH et: Von der Buße. 9) Tet: Von Jerusalem und dem Mallen durch die unterirdischen Hohlen vor der Auferstehung der Todten. 10) Jod: Von der zukünftigen Welt. 11) Kaf: Von der Seeligkeit der Frommen im Paradiese. 42) Lamed: Ueber die Entstehung der menschlichen Glieder. 13) Mem: Gott wird von den Buchstaben der Tora verehrt und erwählet sie sich zur Krone. 14) Nun: Von der Seele und von "Dpn DOT. 15) Samech: Von den Frommen und Gerechten, von Jerusalem, von der Stiftöhütte Mosiö und von der Tora. 16) Ajin: Von der Erhaltung und Erklärung der Tora. 17) Pe: Von der Entstehung der merlschlichen Glieder zu Ehren Gottes: 18) Zad e: Von der Rede und von dem Gan Eden, der Mose von Gott gezeigt wurde. 19) Kof: Von der Sendung Mosis an Pharao ulld die Erwiederung desselben. 20) Re sch: Das Zeitalter des Thurmbaues und der Sündftuth. 21) Schin: Die Frevler und ihre Strafe jenseits. 22) T a w: Von den menschlichen Trieben hieniedeu. — Merkwürdig ist die hier ausgcbildete Idee der kabbalistischen Trialogie, die sich übrigens von der christlichen Trinitäts-Dogma hauptsächlich dadurch unterscheidet, daß nämlich erstere btos eine dreifache Attribution der Gottheit, letztere aber eine wirkliche dreifache Personifikation derselben bezeichnet (vergleiche meinen Aufsatz über die Schrift „Dialoghi di Amore“ von Jehuda Abrav an elli im LB. des Or.) So heißt es daselbst fol. 11a, wie folgend: \5DD , -- nrniN sihm mw pipi rrn r»io pnD hd pw ihN N-ipjfiy n'npn n.UD irivV wm nto mvnpi nn*si jopi nbpn , in« 'n 'n P# hw mm nur by "ihn n'Ppnsy pioi * nn im 'n wrbx 'n nDiW , n^n wzb pip ptoi , uhmn iw nn Dirn bx 'n 'n , ts^wö iw wp mww , wbwm ata v^b DnDiw'pN bsur uno bbm) 'n; u/bwn nn niNna tsnp t?np nwn m w in; nn npn jin inHpi nn nw nnwn w w nn^n w pi , rnb mbü — nn tei Dnwn *w pi - t Mp arm mn miDNn morn D^pn rw nusns mmn — unnb nny on nsmn mMi. Gedruckt ist dieses Buch zum ersten Mal: Venedig, 1546, dann/zu -! Krakau und zwar mit Hinznfügung vieler Stetten aus i cincm vorgclcgcncir Manuskripte, besonders der ganze Abschnitt mit anfangcnd; dann Amsterdam 1708» . cndlich zu JeSnitz, 1778, 8. 28 Bl. — (Fortsetzung folgt.) Kurze Anzeigen. 18) Programm zu den Prüfungen der Realschule rc. der Residenzstadt Sondershausen, welche Dienstag den 6. April 1848 ihren Anfang nehmen. Sondershausen, Eupel'sche Hofbuchdruckerei 1848, 8. Vorausgeschickt ist den Schulnachrichten eine Abhandlung vom Collabor. Dr. Heidenh eim: „Ueber die Wichtigkeit des geographisch-historischen Unterrichts, vornämlich für die oberste Klaffe der Realschule". Mit begeisterten Worten schildert der — unfern Lesern auch als Rabbiner rühmlichst bekannte — Verfasser den Nutzen des zu einer Disciplin vereinten geographisch-historischen Unterrichts. Wir bedauern auf diese treffliche Abhandlung nicht näher eingehen zu können, da sie zu entfernt, und nur eben durch dem jüdischen Verfasser mit der Tendenz dieses Blattes im Zusammenhang steht.* Aus den Schulnachrichten heben wir das heraus, was unseren jüdischen Lesern von Interesse sein könnte. So lesen wir, daß Heidenheim i845 zum Collaborator an der Realschule ernannt, und ihm seit Ostern vorigen Jahres der gesammte mathematische Unterricht übertragen worden ist (Er lehrt außerdem Geschichte und Geographie in der ersten Klasse der Realschule). Seit Ostern 1847 ist auch der zweite Lehrer an der dortigen israelitischen Religionsschule, Schulamtskandidat Moritz Gold schmidt, provisorisch an der Realschule angestellt, und ihm der Schreibunterricht an der vierten, fünften und sechsten, sowie die Leitung der Anschau-' ungs-, Denk- und Sprechübungen in der sechsten Klaffe übertragen. — Die israelitische Religionsschule, welche mit den übrigen städtischen Lehranstalten eng verbunden, sich auch in einem Gebäude mit letzterer befindet, und an der Heidenheim und Goldschmidc unterrichten, zahlt in zwei Abtheilungen 19 Schüler (incl. 5 Auswärtige) und 16 Schülerinnen. Der Unterricht besteht in: Religionslehre (Heidenheim 2 St. wöchentlich); Geschichte der Israeliten (Heidenheim 1 St. wöch.); Biblische Geschichte (Goldschmidt 2 St. *) Das Eine können wir zu rügen nicht unterlassen, wie der Verfasser Angesichts der segensreichen Früchte die die Berliner Märztage getragen, sie in einer Anmerkung blutige Auftritte nennen, wie er mit dem Wunsche schließen kann, „daß diese blutigen Auftritte vereinzelt dastehen möchten in der Geschichte unseres Volkes". Ohne solche blutige Auftritte hätten wir nie Freiheit erlangt!

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