Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 30 (22.7.1848)
- Date
- 1848-07-22
- Page
- Seite 236 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Autoren, sondern im Sinne und Principe der Gleichheit ausdehm. Allein, wiewohl nie im eigentlichen Sinne die. Anzeigen im' Parteisinne -die Aufnahme von Recensionen und Anzeigen bemessen wurde, und es nie als Maßstab gegolten, nur die Schriften befreundeter Autoren zur Kenntniß des Publikums zu bringen , ist dieses doch durch den'Mangel an Beteiligung urtheilsfähiger Gelehrten geschehen. Der Redakteur konnte alle Schriften nicht anzeigen, theils weil er über viele gar kein Urtheil hat, theils weil seine Seit ihn in dev Ausarbeitung verhindert , und auf fremde Beihilfe hat er oft vergeblich gewartet. Uebrigens 'wird diesem Uebelftandc abgeholfen werden. Schließlich will ich hier noch erwähnen, daß sich einige Blätter und Menschen das kleinliche Vergnügen machen, mit kategorischer Bestimmtheit auszusprengen, daß der ,,Orient" eingegangen oder eingehen. wird; der Zionswächter hat dies aus zu großer Liebe zu demselben begonnen. Da auch meine Freunde es zu glauben, ansingen, so erkläre ich denselben hier, daß eine solche Einstellung mir nie in den Sinn gekommen, daß ich nie im Entferntesten daran gedacht, und das es ganz unverkümmert bestehen wird, so. lange ach geistig im Stande sein werde, es zu (eiten. S-chmiegel, 11. Juli. Erfreuet sich auch die hiesige jüdische Korporation (laut meinen Berichten vom März d. I.) mancher bemerkenswerthen, vor vielen andern Schwester-Gemeinden sie anSzeichnenden Vorzüge, so geht ihr aber, specietl betrachtet, noch Manches ab, und ist cs um so schmerzlicher, daß sie noch nicht realisirt hat, der Heranwachsenden Jugendeinen den Anforderungen der Zeit entsprechenden kräftigen Unterricht angedeiheu zu lassen -) von so vielen eingefleischten, verknöcherten, mit dem gegenwärtigen Ze.itgeiste nichts weniger als verträgliche Zeremonien sich loszusageu und bessere an' denn Stelle zu plaeiren. — Meinem mir vorgesteckten Ziele zufolge, sollen demnach die ins Auge de§, die Veredlung seiner Religion und vortheilhafte Ausbildung der Jugend herbeiwnnschenden unparteiischen Beobachters fallenden Mängel unumwunden in ihrem wahren Lichte ausgezähtt werden, nur die betreffenden Vorsteher, denen es an gntem^Witlen fehlen rvird, zicr baldigen Abhilfe derselben zu animiren. '1) Mangclt'ö hier nämlich dem wichtigen Institut des ejefeHfe^aftftc^cn 'Se('en@, der Elementarfchnle, an einem kräftigen Pfleger der jungen, zarten Jngendpflanzen. ^ingewiesen und beschränkt auf den Unterricht (in den deutschen und-hebräischen Elementen) eines abgearbeitetelr, schwachen Lehrers, verläßt die Jugend mit dein 14. Lebensjahre die Schule, ohne in den nöthigen UnterrichtAzwcigen mit den erforderlichen Kenntnissen für das öffentliche Leben ausgerüstet zu ftin. 2) Ist hier zur Erbauung und Hebung der Andacht dem Gottesdienste immer noch kein Choral-Gesang einverleibt, welcher bereits in einigen jüd. Gemeinden der Provinz mit Bewilligung der jüd. Autoritäten zur vollkommenen Zufriedenheit eingeführt ist. — 3) Läßt man hier noch jedes Individuum atsVorbcter fungiren und 'vcrtheilt am 9. Ab die Kinot und Zionim an Leute, welche durch ihr Abtrillerm und sehr fehlerhaftes Lesen derselben die Andacht eher entwürdigend stören, als heiligen. , 4) Geht es hier bei Leicheribegängnissen gar nicht anständig zu itnb zum Glücke ist die betreffende Leiche wirklich todt, sonst würde sie sich über den Unfug zu Tode kränken können. .Jst's allch dem Dahillgefchiedeilen feines bewußtlosen Zustandes wegen gleich, wie er der Muttererde zurückgegeben wird: so empört sich doch alles Gefühl über die bei der Begleitung und Bestattung des Leichnams vorkommenden Unordnungen.. Soll der Leichnam aus seiner Behausung nachdem Gottesacker getragen werden, — ein Leichenwagen ist noch nicht allgeschafft — produeirt bald der, bald jener feine Wissenschaften durch die Belehrung, wie man den Sarg anzufaffen habe. Dort angetangt, wird die Waschlmg vorgenommen / wobei die Bestatter, während die Leidtragenden Nlld Begleiter zuweilen eine Stunde warten muffen, — hat der Leichnam drei Tage liegen müssen — durch die üblen Gerüche den Keiln des Todeö in ihren Busen streuen können. Diesem Akte folgt der Reihe nach das Ankleiden. Da hört man mit einem Male einer profanen Auktion ähnliche.Versteigerung deffeibell und würde man bei der ersten Ueberraschnng wälmenau einen wirklichen AnSverkanfplatz versetzt zu sein, lveuu nicht die im Zoll hallst der Ewigkeit abgeforderten, zerstreut liegellden Tribute, deren;nan ansichtig'wird , frappirend erinnern möchten, daß hier aller Einlinb Verkauf ein Ellde habe. — Der Leichnaln wird endlich ins Grab gesenkt. Aber, anstatt, der Feier des Aktes und der Würde der Stätte angeuleffene Stille zu beobachten, erhebt sich gar oft ein Gemurmel' nnb werden die Gebräuche mit solchem Eifer recitirl, als lveuu cs sich lim'die Mittel zur Begründung eines Menschen Glück handeln mochte. P-esth, 4. Juli. Die Stellllng der ungarischen Inden ist so schwankend unb vag, daß es höchst unergllicklich ist, darüber zu berichten. Durch die kroatischen Unruhen fürchten sie, lvie die christliche Bevölkerung, einen äußern Feind, ich aber glaube, daß sie mir so lauge vor dem 'iuuern Ruhe haben werden. Gebildete Jünglinge auS den besten Häusern übernehmen freiwillig den Waffendienst, die man sonst für unwürdig hielt, als Nationalgarden Waffen . zu tragen) andere werden gezwungen, Weib und Kinder zu verlassen" und gegen . die Grenze zu ziehen, alle spenden Geld und Kteinodien, die Rabbinen thun es "den Geistlichen vor und doch sind nufere Auszipiem schlecht. Die Jndcnfrage wird -beim