Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 26 (24.6.1848)
- Date
- 1848-06-24
- Page
- Spalte 413-414 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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413 Studien. Ueber den allerhciligsten Namen und dessen Vokalisation. 414 daraus entstanbene ganze Form pnrp 'in dem Worte CTyirp und auch in D^nri wenigstens dem Laute und Ansehen nach seine Äehnlichkeit findet. Wenn wir übrigens den hebräischen TflJJ als Aorist in seiner vollen Unbegränzheit so auszufassen suchen, wie ihn die ersten Linguisten aufzufassen gesucht, so .finden wir in dem bedentungsvollen (Exod. 3, 14.) dieselbe Vorstellung im Allgemeinen angedeutet, die. durch das ausgebildete Wort bestimmter, ausgedrückt ist.z Die Annahme, daß die -vorfindkge Vokalisation des allheiligsten Namens dieselbe sei, welche auch seiner primitiven Aussprache, zugekommßn ist, findet um so mehr Wahrscheinlichkeit, als eben durch ihre vollkommene Eignung für die nachmalige Leseart der Umtausch, desto leichter hat geschehen können. Daß schon zur Zeit der Masoreren die Leseart 'OTlrt die gangbare war, beweiset unstreitig die Punktation der Präsixa. Nicht so fest steht der angebliche Beweis, daß schon die Person Daniels diese Lescart, als die zu seiner Zeit gangbare gehört haben müsse, weil in seinem Buche einmal die Bezeichnung des allhöchsten Wesens mit dem buchstäblichen Worte />rTN vorkommt. Denn einerseits trägt das Buch Daniel in seiner heutigen Gestaltung unverkennbare Zeichen seiner Ausbildung, in späterer Zeit; anderseits beweiset sein Zeitgenosse Iecheskel, der'die Kombination nirp vntt. am häufigsten im Munde führt, daß bei ihm die primitive Aussprache gangbar war. 4 4. Setzen wir aber den Fall, die vorkommende Vokalifation sei eigens für die heutige Leseart gesetzt, so kann dennoch der Abgang des Kompositums eben so wenig Bedenken erregen, als dieses Bedenken, wenn es einen Grund hätte, durch irgend eine Konjektur über-die Wurzel des verschollenen Wortes schwinden könnte. Das i hat darum kein Kompositum weil die Erscheinung eines Kompositums unter einer Nichtgutturalen, eine Unregelmäßigkeit für das Auge wäre, welche die .Masorcten nur in jenen speziellen Fällen angebracht haben, wo eben durch die auffallende Abnormität, die Aufmerksamkeit für die Abweichung von der gebräuchlichen Weise nölhig war. * 2) Bergt. Link: das Atterthum und der Uebergqng in die neuere Zeit. 3) Dn"ttn zu dieser Stelle bemerkt: ry>rn ttN NDN N22 SDÜD DNDn ’D rUDI DD DDDD WLN Nach dem bekannten Schlüssel: nvp iniN DW’iip uruNi nvw nx foip Nin 4) Die Auswanderung Daniels war bereits im 3. Jahre des J'hojakim; die Prophetie J'cheskels begann erst im 5. Jahre seines Nachfolgers J'hojachim. Sollte vielleicht eben diese Parallele zwischen den Lesearten Beider auf die Wermuthung führen, daß die Aussprache des priesterlichen Propheten. anders als die der Prophanm war? Sollte vielleicht darum der Talmud den Daniel nicht als Propl/et gellen lassen? (Talm. Bab M'gilla F. 3, 1.) 5) Vorzugsweise ist es das kurze (rpn pöp), bas unter den Nichtgutturalen als Kompositum angetrossen wird, wie in Als Beleg für diese Behauptung kann der umgekehrte Fall dienen, wo der Gutturale des dvd burch den Nichtgutturalen des ^p vertreten werden soll, das Wort (Sam. 6, 5.) hat ein Kompositum, und soll mit bloßem Schwaa gelesen-werden - denn die Erscheinung des Gutturalen am Anfang des Wortes mit bloßem Schwa wäre für das Auge eine eben solche Unregelmäßigkeit gewesen, als' es die Erscheinung eines Kompositums unter einem Nichtgutturalen an jeder Stelle. Au jenen Stellen, wo das Wort mn’ wegen der Zusammenstellung mit dem Worte bei' der bestehenden Ehrfurcht gegen die primitive Aussprache ausnahmsweise zu sprechen ist, muß. notwendiger Weise die Abnormität zur Aufmerksamkeit für den abweichenden Fall angebracht 'sein. Denn wäre es hier ohne Kompositum, N'lNV bmch bloße Cherik unterschieden gewesen, so härr nicht nur di- Eilfertigkeit den blos auf dem letzten Vokal beruhenden Unterschied gänzlich übersehen können, sondern da das Wort PHrP trotz 'der damit verbundenen Begrifflichkeit dennoch nach hebräischer Benennungsweise nunmehr in der Lesart 'Ols ten Charakter eines nomen proprium angenommen hat, hätte auch die Besonnenheit: 'O’lN mein Herr A'doncn lesen können. 5. Was unsere Ansicht über die hypergrammatische Weise im Allgemeinen betrifft, kann hier unsere Absicht w.eder dahin gehen, die Gränzen des grammatischen Bereichs gegen die Eingriffe der Philologie umständlich nachzuweisen, noch i^y (Gen. 4, 3.) (»bid. 16, >3.); allein da dieselben Wörter anderwärts mit langem o vorgefunden werden, (Jechcsk. 27, 13.) und (Sam. l6, 12.) so zeigt sich diese Punklirung offenbar als kein achtes Kompositum, woder Vokal zur Aspirir.ung des Schtya gesetzt ist, sondern als Residuum der spanischen Punktirweise, wo jedes >pn ein Schwaa zur Unterscheidung von dem langen Kamaz bei sich führt. In meiner Grammatik wird, wie ich glaube, nicht ohne tieferen Einblick in den Geist der. Bildungsformen, erörtert, daß es auch in.'ON (18, 31.) der Fall ist, weil die Derivata der Segolatform'^y^ als Substantiv- und Begriffs-Formen von den Derivaten der Adjektiv-Formen ^y£ wie ^V/ *bp t , unterschieben werden mußtenl Daselbst^ werden auch-die Gründe für das Hinzukommen des Schwaa'in uai tan Sorte flnp^ (Gen. 2, 23.) angegeben. ’ 6) In (Deut- 28, 27. und 1. Sam. 5, 6.) erscheint das y mit'bloßem Schwa, was unse.re Behauptung daß auf die gesetzmäßige Erscheinung fürs Auge'besondere Rücksicht genommen ist, abermals bestätiget.> denn die Erscheinung eines y mit bloßem Schwaa im Mitten des Wortes ist nichts Auffallendes. Ja! es wurde sogar wegen dieses Anscheines von Regelmäßigkeit ein Dagasch in das p) gesetzt, damit das Schwaa das y als Quieszcnes erscheinen möge, ungeachtet es nach einem Präsixum mit nothwendiger Weise mobile sein muß, und wegen der Lcseart das Dagasch im stellvertretenden y erscheinen sollte.