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Der Orient · 1848-06-24 · 26 (24.6.1848) · p. Spalte 415-416

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
26 (24.6.1848)
Date
1848-06-24
Page
Spalte 415-416 (sequence 8)
Language
German
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415 der Autorität der Masora so weit das Wort zu reden , daß selbst die Forschung des behutsamen kritischen Blickes von ihr unbedingt zurücktreren müsse. Wem die Investigation auf dem Gebiete der Arabisch- Koptischen Parallele ganz zulänglich erscheint, der verfolge diese Weise. Wer mit den Buchstaben der Schrift ausreichcn, und die überlieferte Vokalisation entbehren zu können glaubt, der bilde sich sein eigenes System und bringe es in Einklang mit sich selbst. Wir wollen auch nicht in Abrede stellen, daß die masoretische Arbeit in gewissen Einzelheiten schon darum, weil sie doch nur die eines menschlichen Institutes Ist, noch mehr weil bisweilen die Influenz der Hagadischen Allusion in ihr-unverkennbar ist, nicht minder als jede andere Arbeit, in der sich die Individualität geltend macht, dem Kriricismus wenigstens für die Anwendung der Wahrscheinlichkeitsgesetze einen.Bereich einräuml. Wenn wir uns aber einmal von der Natur der Sache zum Forschen nach der Masora hingewiesen sehen, so dürfen wir nicht die Konsequenz verkennen, von der ihre Arbeit durchdrungen ist, dürfen nicht den Ernst übersehen, nicht die Sorgfalt, Umsicht und Gewissenhaftigkeit, die, in ihren Arbeiten vereinigt sind. Denn da'sie selbst im Einzelnen so mancherlei Ausnahmen und Abweichungen eigens festgesetzt gegen das allgemein Gangbare, das uns durch seine innere Uebereinstimmung als System erscheint, so dürfen wir ihrer Treue, mit der sie für die Erhaltung des Uebernomme- 416 nen sorgfältig gewacht, um so weniger unsere würdigende Ehrerbietung versagen, als wir überzeugt sind, daß die Regeln, nach denen sie gearbeitet haben, nicht aus aufgerafften philologischen Abschnitzeln zusammengeklebt, sondern in den wesentlichen Anforderungen der Sprache begründet waren, die sich ihnen so im Laute als im Geiste, noch so lebenskräftig dargeftellt, daß selbst, die-Idiotismen noch immer der abwesenden Systematik genügenden Widerstand leisten konnten.' Die allzugroße Vertiefung, im Schriftenthume scheint uns bisweilen von der Ueberzeugung abzuführen, daß die Sprachregeln keine Erfindung der Grammatiker sind, sondern die Gesetze, der nothwendigen innern Uebereinstimmung mit sich selbst, welche das redende Volk, seiner eigenen Thätigkeit unbewußt, aus den Tiefen der über alles Formelwesen erhabenen logischen Wahrheit in Anwendung bringt. Idiotismen und und Anomalien gehören zu jenen Erscheinungen, mittelst welcher in jedem Gebiete der Regelmäßigkeit der Widerstand der Masse gegen die freie Entfaltung derKraft in der Abweichung der Einzelheit zur Anschauung kommt. (Fortsetzung folgt). 7) Von dieser Seite wird, wie wir glauben, der Anspruch \3'DD rro!? riD^n moa. &ei jeder gesunden Kritik ihre Unterstützung finden.' ' Ankündigungen. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen H Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. Seit dem 4. April erscheint und wird in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes Pränumeration angenommen auf das Ocsterreichische Central - Organ für Glaubensfreiheit,- Kultur, Geschichte und Literatur der Juden re. unter Mitwirkung mehrerer Gelehrten und Vol'ksfreunde redigirt und h erausgeg eben von Isidor Busch. PränummerationspreiS: ganzjährig 5 Thlr.—halbjährig 2^Thlr. — für Oesterreich durch die Post ganzjährig 7 fl. halbjährig 3 fl. 30 kr. E. M. Das eben zu Ende gehende erste Quartal für 1 fl. 12 kr. CM. Vom 1. Juli angefangen sind wir gesonnen das Blatt ohne Preiserhöhung zweimal wöchentlich erscheinen zu lassen, wenn es die genügende Zahl Abonnenten findet. — Verlag von C. L. Fritz sch e. Da die Stelle eines Land- und hiesigen Gemeinde- Rabbinen zur Zeit noch nicht wieder besetzt ist,, so sind wir beauftragt, dieses bekannt 311 machen, damit noch binnen 3 Monaten Conkurrenlen nur diese Stelle, welche für den ersten Antritt mit einem kombinirten Gehalte von 600, in weiterer Beförderung aber mit 800 Thalern (welche zweite Gchalts-Classc nach Befinden selchen Rabbinen, die als bereits in Amt und Gehalt befindlich, zu dieser Stelle sich melden werden, sofort gewährt werden könnte) — sowie mit einem unständigen Einkommen von 100 bis 150 Thlr. verbunden ist, — mit Anlage der etwa nöthigen Nachwcisungen, bei dem Unterzeichneten Vorsteheramte Anzeige davon machen möchten. Kassel, den 9. Juni 1848. Das Vorsteheramt der Israeliten der Provinz Niederheffen. , Samras. Mansbach. Roscher. Alsberg. Flescher. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. N a g e l.

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