Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 26 (24.6.1848)
- Date
- 1848-06-24
- Page
- Spalte 411-412 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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411 Studien. lieber den allecheiligsten Namen und dessen Dokalisation/ 412 worden ist, wird wieder derselbe Gott auf her anderen Seite, durchs eine alle grammatische Legitimität usurpirende Hyperj. grammatik um der,Allmacht willen seiner Gerechtigkeit und! somit auch als nothwendige Folge, seines ewigen Bestandes I entkleidet. . Allein der höchstvollkommene Gott halt die Empörer mit derselben-erhabenen Ruhe nieder, mit der er nach der Erkenntniß seiner Verkünder die Weltordnung in ihrer unübersehbaren Mannigfaltigkeit gleich/anfangs hervorgemsen-hat. Wie er - schon das Beginnen derersten Himmelsftiirmer, zu deren Bej kämpfung er nach heidnischer Ansicht de>r ganzen Himmel! hätte ausdonnern müssen, still und geräuschlos durch das in ihnen erzeugte Selbstzerwürfniß vereitelt hat, eben so zerstören .sich noch seht die allzukühnen Antaster des Heiligthums durch den Gegensatz der Ideen, und durch Lie daraus hervorgehende Sprachverwirrung, in sich selbst: . Diese Betrachtung mag wohl als bloßer Behelf für die Einzelheitdes überschriebcnen Gegenstandes zu ausholend erscheinen; er ist es aber nicht in der eigentlichen Absicht, durch Beleuchtung der vielfältigen Demonstrationen und Parallelitäten, durch welche Hr. Ree seine Ansicht über, diese Einzelheit zu einer ausführlichen Abhandlung erhebt, ein sprechendes Bild von dem Geiste dieser Studienweise und ihrer Resultate aufzustellen. Denn die Gründe und Belege, mittelst welcher daselbst der subjektiven Ansicht die Kraft eines objektiven .Erweises verliehen werden soll, sind so sehr gehaust, daß wir uns. wegen der erforderlichen Uebersicht zur Heraushebung der wesentlichen Momente g^nöthiget sehen. 1. Der Name p'^j-p kann nicht von der Wurzel gebildet sein, weil sonst seine masoretische Punktation nicht zu rechtfertigen wäre. Denn für die primitive Leseart nach den vorkommenden Buchstaben wäre die Bildung so abnorm , daß das Wort als ein Unwort erscheinen mußte; für die gegenwärtig gangbare Leseart aber, welche schon Zu Daniels Zeiten die herrschende gewesen sein soll, müßte das i ein Compositum . haben wie es an jenen.Stellen, wo es D>n^N gelesen wird ’ dys Compositum hat. 2. Die Punktation der Präsixa (5/^3/to*) ist unstreitig für die gegenwärtige Leseart. Da.s ganze Wort läßt sich nur dann als grammatisch richtig erkennen,' wenn man es als paragogische Ausbildung des Stammwortes erklärt, für welche Spielarten der Sprache als bloße Ausgeburt durch die Physiologie der Laute mehrere Beispiele angeführt werden. 4. Das Stammwort rp tragt die Wurzel p), und auch ihre Primärbedeutung in. sich. . ' . Wie weit alle weiteren Deduktionen bis aus die seltsame Deutung des und die Zusammenwerfung der (Segolat) Formen rW, pjp (Nr. 6) wirklich mit dieser psychologischen Ansicht im Zusammenhänge stehen, wollen wir dahingestellt sein lassen. 1. Setzen wir den Fall, die Punktation des Wortes rrtrv sei in Hinsicht der primitiven Aussprache für die Wurzel p'p eben so wenig zu rechtfertigenals sie für den Auswuchs des Stammwortes pp vollkommen richtig wäre, so ist dennoch zu verwundern, wie er mit dieser psylylogischen Erklärung die Schwierigkeit der Punktation für die heutige Leseart gehoben wissen will. Denn da nach seiner Behauptung die Leseart schlechterdings das Kompositumunter dem v haben muß, wie die Leseart das ' hat, so kann doch diese unerläßliche Anforderung der heutigen Leseart durch keine philologische Rücksicht aus die verschollene Aussprache aufgehoben sein. Denn-das die PunMtkon für die heutige Leseart ist, sagt er selbst. Wenn wir nur mit unserer kritischen Richtung noch einigen Sinn für das in den jüdischen Kategorien sonst überaus gangbare Dilemma beibehalten haben, so müssen wir 'einsehen, daß eben dasjenige, was den ersten Stützpunkt der Demonstration gegen die bestehende Annahme der Wurzel rprj abgeben sollte, eben so entschieden gegen die nagelneue Ableir tung sprechen muß. Doch wir glauben behaupten zu können, daß es diesem Stützpunkte an aller Haltbarkeit fehlt, indem die vorkommende Punktation eben so für die primitive Aussprache des Wortes als für die nachmalige Lestcrrt vollkommen gerechtfertigt werden kann. 2. Nehmen wir die Punktation des Wortes rjirr für die primitive Aussprache an, so wäre erstens zu erörtern, aus welchem Grunde gerade diese Vokale in dem Worte zusammen? geflossen sind, und zweitens, ob dieser ganze Bau keine Abnormität' von den Gesetzen der hebräischen Wortbildung in sich schließe. Der Zusammenschluß dieser Vokale wird ans der Bedeutung klar, welche durch die Wortbildung im Ganzen ausgedrückt werden soll. Da bekanntlich dieser Bezeichnung des ewigen unveränderlichen Wesens schon mittelst der Buchstaben die drei Zeiten des Wortes verbunden sein sollen, nämlich p^p, mn, und rrrr., so ist mit den bezeichnendenBuch- , staben auch der charakteristische Vokal mit in Verbindung gebracht werden, als: fl} ("N)" (m) iT (5l)) Wollte man fragen, warum die künftige Zeit von *rp und nicht von pprp gebildet ist, so wäre cs zwar leicht zu. erweisen, daß das . unter dem Personalbuchstaben des pipy vom nur in Rücksicht auf das nachfolgende Schwa gesetzt ist, ursprünglich aber nach der Analogie sämmtlicher Formen ganz vokallos sein sollte;*) gerade die Regelmäßigkeit der Wortform, die seltsamer Weise vom Abfasser ln Abrede ge- . stellt wird, fordert hier die Vokallosigkeit. Denn die Bildung eines vom Zeitworte abgeleiteten Hauptwortes mit einem vorhergehenden 'ist im Hebräischen etwas Ordnungsmäßiges; dieses aber kann gleich allen andern Bildungsbuchstaben, welche vorhergehen, nur dann einen Vokal haben, wo der erste Wurzelbuchstabe entweder, selbst' vokallos ist, oder ganz fehlt. Die Form p^rp wäre ein Monstrum gewesen, das Bildungs--, mlt Schwa' aber findet eben so in D^p> fev pEW? u. a. seine Analogie, als die » Vgl. für IpON).