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Der Orient · 1848-06-24 · 26 (24.6.1848) · p. Spalte 409-410

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
26 (24.6.1848)
Date
1848-06-24
Page
Spalte 409-410 (sequence 5)
Language
German
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409 Studien. Ueber den allerheiligsten-Namen und dessen Vokalisauon. MO diesen dem Worte „Ajil" allein, keiner von allen aber dem Worte „Kamza" allein die Deutung Heuschrecke beitegt. — So Ramb. zur Stelle: „Ajil hu Min ha-Arbel" dann zu Nedarim 19, 1 „Chagab se-Schmo Ajil". 2. fragte ich mich erstaunt „ajeh ha-Roeh"?! Ich konnte mich aber aus dem Talmud keines bekannten Königs erinnern, dem ein Kamza oder gar eine Heuschrecke in den Hals geflogen wäre. — Ich mußte mich schon aufs Suchen legen, und wie mußte ich laö^n, als ich fand, daß Hr. L. keinen andern als den wohlbekannten „Og Melcch ha-Baschan" kann gemeint haben, mit seiner fab'elhaften Berggeschichte. Wir wollen hier dies Mahrchen aus Berachot 54, 2 in wörtlicher Übersetzung, geben. „Og dachte: das Lager Israels ist drei Parsa groß, so will ich einen eben so großen Berg ausreißen und ihn auf dasselbe werfen.' Er brach richtig einen drei Parsa großen Berg ab, und lud ihn auf "seinen Kopf. Da brachte Gott auf diesen (Berg) Gewlirmhaufen — .— die ihn durchlöcherten, so daß er ihm (dem Og) um den Hals fiel. Als er ihn nun heraus ziehen wollte, wuchsen ihm von beiden Seiten die Zähne so lang, daß er ihn (den Berg) nicht mehr herauszichen konnte." — Daß man hier lese: Kamza wäre dem Og in den Hals geflogen und hieraus eruire daß Kamza Heuschrecke sei, finde ich — gelinde gesagt — sehr sonderbar. Nun schließt zwar Hr. L. seine Beweisstellen mit„u.s.w." Ich kann ihm gegen dieses „u. s. n>." vor der Hand nichts einwenden, möchte ihm aber, falls sie wirklich so weiter gehen, in seinem eigenem Interesse sowohl, als in dem des von ihm in Schutz genommenen sehr, geehrten Herausgebers des Aruch rathen, dieselbe lieber in der Feder zu lassen.— Preßburg, 6. Juni. 1848. . S. L. Schi ck. Ueber den allerheiligsten Namen und dessen Vokalisation. Gegen die. Behandlung dieses Gegenstandes im Literatnrblatt zum Orient (Jahrg. 1846 Nr. 1 bis 6). Von L. Skreinka. Vorbemerkung. Dem Grundsätze huldigend: n:wn K1?) —)pyn -min, schien es mir auch bei der sorgfältigsten Verwahrung gegen jeden Anschein von Kheilnahme an dem bestehenden Streit der Parteien auf dem praktischen Feld, dennoch gerathen, gegen die Richtung, welche den Geist jüdischer Forschung durch zwangvolle Konjekturen auf der einen Seite, und auf der anderen durch breitgehaltene Kleinigkeiten sich selbst zu enlfremden droht, ein gelegenheitlichcs Wort anzubringen, und wählte in dieser entschiedenen Gesinnung für die Darlegung dieser theoretischen Ansicht gerade dasjenige Organ, welches im Gebiete der Praxis an der Spitze der auflösenden Partei steht. Da aber die. Redaktion sich erlauben zu dürfen glaubte, von meiner Einsendung wohl einzelne Gedanken herauszuheben, aber so viel zurück zu lassen, daß der Geist des Ganzen verwischt werden mußte, so bringe ich hier die Sache so zur Mittheilung, wie sie für den beabsichtig ten Zweck als e i n Ganzes nothwendiger We i se erscheinen muß. Nicht ohne Scheu wagen wir uns an die Besprechung eines Gegenstandes, dessen Berührung mit dem bloßen Hauch des Mundes, einer langgenährten, tiefempfundenen Ansicht von Jahrtausenden atö Entweihung des 'Heiligthums erscheinen kann. Zeigt sich doch nicht selten selbst im Aberglauben/ wenn er auf frommer inniger Empfindung beruht, der Nimbus einer höheren Wahrheit, der noch von ihrem Schattenbilde wiederstrahlt. Mag er daher die kältere Besonnenheit wenigstens als die nöthige Schonung für die gewiß schonungswürdige Pietät hingehen lassen, 'wenn die Absicht, der profanisirenden Zersetzungslust begegnen zu wollen, gleich beim Eingang eröffnet wird. Wir mögen es immerhin als eigenthümliche Richtung der Zeit dahingestellt sein lassen, wenn die analysirende Philologie im Allgemeinen dem durch Zeit und Raum herangebildeten Worte nur darum bis auf das Embryo nachgrübelt, um die aufgcfundenen Stofftheile als Aequivalent für die organische Gestaltung anzubieten. Wem derlei Geistesnahrung genügen kann, der mag auch seine körperlichen Bedürfnisse mit all den Gasarten befriedigen, welche die chemische Analyse wenigstens mit -nicht geringerer Evidenz, als die Urbestandtheile der schmackhaftesten Nahrungsmiltel nachzuweisen vermag. Wenn aber, in dieser vorherrschenden Richtung, für den allgerechten Gott eine Wurzel herbeigezogen wird, von deren Primärbedeutung auch im letzten Grad der Nebenbegriff der gewaltsamen Ermächtigung nicht getrennt werden kann, der Wurzel ni', so scheint hier das Prinzip jenes übermüthigen Galliers, vorzuwalten — vielleicht auch in dunkler Vorahnung von der Metamorphose des 'gemeinsamen Grundstoffes aller Metalle — der mit dem Eisen des Schwerstes das Gold aufwiegen zu können glaubte. Wären wir geneigt, nach alt rubbinischcr Weise auch den widerwärtigen Erscheinungen eine heitere Seite abzugewinnen, so könnten wir Gelegenheit finden in den Gegensätzen, unter denen nicht selten die Ausbeute der gangbaren Konjektur-Fabrikation, als apodiktische Gewißheit ausgeboten wird, eine tröstliche Ironie der waltenden Vorsehung zu sehen. Denn warum soll es der allweisen freiwaltenden Vorsehung an Sarkasmen fehlen? Jndeß die allgemeine Zeitung des Iudenthums mit Eröffnung des Jahrganges 1846 syweit von ihrer Maximen abgehen zu müssen glaubt, daß sie durch die wörtliche Mittheilung von Sterns Rede an die Berliner Genossenschaft es als ein allgemeines Interesse des Iudenthums deklarier, daß sein einzig-wahrer Gott so lange in peinlicher Unzulänglichkeit seiner Allmacht dahingeschlummert hat, bis er durch die Großmuth Mahomeds zur ungehemmten Waltuug berechtiget

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