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Der Orient · 1848-06-17 · 25 (17.6.1848) · p. Spalte 395-396

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
25 (17.6.1848)
Date
1848-06-17
Page
Spalte 395-396 (sequence 6)
Language
German
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395 Studien. Biographische Skizzen Biographische Skizzen XVIII. Jakob ben Mose Ha-Lewk oder auch IakobMolin genannt, und unter der Chiffre von den später« Rabbinen erwähnt, .führte diesen Beinamen Morin von seinem Vater Mose, der im gewöhnlichen Leben mit dieser verkürzten Form benannt wurde (Vgl. Jechiel in Seder Hadorot). Wenn gewisse Andeutungen .und hie und da vorkommende. Bemerkungen uns nicht ganz täuschen, so ist er in Mainz geboren, besonders, weil es in dem von seinem Schüler gesammelten Werke VS.HD 1.73 b. nach der Ausgabe Offenbach 1720) heißt: in 2^ firm V'jd m"nD ’D'tv(b*x> n'no) nnw Jluir rPH' 'welchen Worten zufolge schon sein Vater in Mainz gewohnt hat. Er erblickte also das Licht' der Welt wahrscheinlich in Mainz. Doch lebte er eine Zeitlang und zwar verheirathet im Oestreichischen, indem im angeführten Werke (136 a) erzählt wird: nn »TTW ‘rSnD ub IDS1 ''31nb6 “f?m TnDK7)N njHD3 npiys mn&7 isnrny intöw bw mraty fa nm nnob nintfioi , o^n d'd 1^)D DN n^DHT, daß er also seine schwangere Frau in Oestreich zurücklaffend zu einem bedeutenden Rabbiner, gewiß zu dem von ihm' so sehr geschätzten Lehrer Schalom Wien nach Wiener-Neustadt sich begeben, um dem Studium des Talmuds noch obzuliegen. Deshalb lesen wir Maharil 115 a -^'1 ÜBßypil nnN DyD V'.1D W'iHD, und deshalb werden auch in seinem Namen so oft Gebräuche aus dem Oestreichischen angeführt, wiez.B. W8a, 109 6, 132 d, 133a, 135h, J38a. Hiermit glauben wir ziemlich sicher die von De Rosst nachgeschriebene und selbst von ihm bezweifelte Behauptung, Molin sei ein geborner Pole, widerlegt zu haben. Darauf war er wohl als Kantor in Regensburg angestellt; denn der Sammler schreibt (78 a): MLZ-2 ritt/yü . HD'Di nvu D\sn^n nnra (pniDBOjjn) n^npn nriN oyo fw artfon p O , (pn^ux) ninon jhjds ' n^önn bj jjjd Dirn vn rnDDnn hdix rrw rryn nwpiro , dw und mag wohl mit den Worten nriN DyD nicht habe bezeichnen wollen, daß Molin nur Ein Mal dort Kantor gewesen, sondern daß er nur Einmal an den DW1JH D^ die Gebete verrichtet, oder die Rheinische Melodie zur Haftara gewählt habe. Hieraus erhellt zugleich, da die Melodie der Rheinländer ihm so aufgelegen, daß ec am Rheine, also etwa in Mainz, .wie wir bereits dargechan , geboren und erzogen ist, und deswegen von der dort üblichen Gesangsweise sich nicht ganz lossagen konnte. Als Kantor in Regensburg wirkte er auch beim Rabbinate mit, und war vielleicht zugleich Dajan; denn 1. i. 113 b findet sich die Stelle: nn ^HHDI nb N;N*")Db JniDccaiy-i p"po 12.1 nbwr HDyDD n rra nm ,. i-pjn:nmb -w nipiip V't jnnbiD pon p'Hn W («noh) 1H1 Später wurde er Rabbiner in Mainz, und als solchen sehen wir ihn bereits im Jahre 1395, umgeben von einer großen SchülerzM und innigst ge- 396 liebt und hochverehrt von seiner Gemeinde.. Denn er verfiel um diese Zeit in einen Starrkrampf (143 a) > in welchem er drei Tage beharrte, nichts aß und trank, kein Glied bewegte,' keine Empfindung im ganzen Körper äußerte, selbst nicht gegen die von Aerzten an ihm versuchten Nadelstiche, und hatte dennoch Iden Athem nicht ausgehaucht, sogar die Nadelstiche in die Zehen gefühlt. Da ergriff alle Mitglieder Schrecken, und sie versammelten sich, fasteten und beteten jeden Montag und Donnerstag mehre Wochen lang: nbn.1 HpyiJ Hirni Mlltt' IVDlfif ntÖW bD) , p)l21 O^21 D't&Oä bo2 HyLl ioi!?r dwuh Dirn ny 'n 'd av bi nuynn1?'nur nyn fTJyn bD'D mn^D. Als. er endlich nach der Genesung die Synagoge besuchte, und die ganze Gemeinde fasten und besondere Gebete, Selichot, für ihn verrichten antraf, dankte er ihnen herzlich für ihre Lheilnahme, lebte nachher mehr als 30Jahre, erzählte jedoch Keinem, was während des merkwürdigen Schlafes mit ihm vorgegangen, nnr1 M p HP1N1 6 nvj no dhn üie6 tw 'inyofiy &b) hjw Durch diese. Erzählung können wir zugleich auf die Spur seines Geburtsjahres kommen; denn wir wissen, daß er 1427 im Monat Elul das Zeitliche gesegnet (das. 3'b.): nHHOüTH nmn kvni püb iDp njfiy ^rnn n2m nnx Dys bvxo n'^V'/n nby® bw nr^1? d''hn b)bx &:nm i^psn:^ und werden demnach jenen Starrkrampf in Mainz, Indem wir nJü' “CT für 32 ausgeben, und diese Zahl von 1427 zuMckrechnen, um's Jahr 1395 setzen. Er war aber schon früher, wie wir bereits erörtert, im Oestreichischen und in Regensburg gewesen, hatte vielleicht noch in andern Städten Aemter verwaltet, - oder, wie eine Sage im Volke sich erhalten, als Kantor Reisen gemacht, und wird demnach zur Zeit dieses Ereignisses in Mainz wohl 35 Jahre gezählt, mithin um's Jahr 1360 ("fp) das Licht erblickt haben. — Aus dem Schema eines Get (l 14 a) ersehen wir, daß er 1420, aus dem Schema einer Harschaah (das. 114 5), daß er 1423 noch als Rabbiner in Mainz gewirkt, weshalb auch viele Geschichtschreiber gleich Jechiel im Seder Hadorot ihn Rabbiner in Mainz, gewöhnlich nennen. Allein er starb nicht als Rabbiner in Mainz, sondern als solcher in Worms, woselbst er einige Jahre dies Amt verwaltet. .So lesen wir Maharil 30 5: n*?yD bw HZWp ti'pDnJ DHÜ V’-ID WVlD m NP’Vm p"p3, so das. 43 a: p"po inrn py^l •Tyn wid bx nm m'\Dyvn-ppi-'bm.nwi? n^.id Seine Werke sind: 1. M r n h a g im'oder auch schlechthin ^H HQ genannt, gesammelt wnd' mit einer kleinen Vorrede versehen von seinem Schüler Salomon Meschutigwere, welches Werk wöhl zuerst in Sabionecta 1556, dann oftmals, so in Hanau, in Offenbach 1720 und in Cremona 1730 gedruckt worden. Bei dieser Arbeit wurde die Offenbacher Ausgabe benutzt. (Daß bei diesem Werke Interpolationen stattgefunden, sucht Herr Heß in Trier dadurch nachzuweisen fLB. d. O. 1842 Nr.43H, daß 72 6 schon von Erdäpfeln gesprochen wird, die doch erst 1586 nach Europa gekommen. Vielleicht aber wird dort unter Erdäpfeln eine andere Frucht, etwa Wasser-

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