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Der Orient · 1848-06-10 · 24 (10.6.1848) · p. Spalte 381-382

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
24 (10.6.1848)
Date
1848-06-10
Page
Spalte 381-382 (sequence 7)
Language
German
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381 Studien. Biographische Skizzen. Entschluß dem Juden Salomon mit, (der des Morgens gekommen war, um das von ihr mitgenommene Silber und Gold wieder zu erlangen und dem Manne,. Chakim, zuzustellen) und sprach zu diesem Salomon: „Was sollen dir ihre Werthsachen, da sie selber bald heimkehrt, auf ihr Verlangen aus dem Kloster entlassen?" Salomo' den Worten nicht trauend, und eine hinterlistige Beschuldigung fürchtend, wie solche früher schon vorgekommen, erwiderte dem Bürgermeister: „behalte sie einige Lage im Kloster, vielleicht ändert sie den gefaßten Entschluß." Dieser aber schlug den gegebenen Rath aus, schickte nach Chakim, verlangte von ihm, er solle die heimkehrende, furchtlose und sich fügende Gattin nicht bedrohen mit Worten, nicht strafen mit Züchtigungen, und entließ sie aus dem Kloster am Abend desselben Tages, nachdem sie dem Gesetze-gemäß, vor Zeugen ihre Weigerung ausgesprochen, und den Uebertrktt zum Christenthume verneint hatte. Dennoch richtete dieser Chakim eine Anfrage an Kolon, der ihm mit dieser Frau für die Zukunft zu leben unter der Bedingung gestattete, daß zwei bedeutende Rabbiner der Entscheidung beitreten. Es pflichteten bei: Jakob Maestro und Juda Minz. — Das L63. G. ist nicht von Kolon, sondern von einem nicht benanntem Schüler des Jakob Molin abgefaßt, und nur irrthümlich in dies Werk ausgenommen. Dieser Schüler ist nach Asulai: (p. JL lit sign. 36) Jakob Weil. — Aus dem 170. G. erhellt seine unparteiische Gerechtigkeit, vermöge welcher das Ansehen 'der Person ihm Nichts galt, indem er selbst den berühmten Israel Brünn, Rabbiner in Negensburg und Schüler des Jakob Weil, nicht verschonte, und in anständigem Tone, aber oftmals mit scharfen Worten, zurecht wies, weil dieser sich selbst Recht verschaffte, als Partei zugleich den Richter spielte, und seinen Gegner in den damals so gewaltig einwirkenden und alle inneren und äußeren Lebensverhältnisse zerrüttenden Bann that. Es zog sogar der dreißig Tage anhaltende-Bann dem Gebannten .die Konfiskation des Besitzes für die Staatskasse zu, wie Kolon ausdrücklich schreibt: nNnJ rpil “ID1? PN? N'2 lJiDD bccb j'ionD rpn cbm DM ponn ’J'jn nvw 'D bcw dd'dddi jjrp *o-in "Wfo irr -lv'pn hd'jd1? nroib uiddö dp a'tthw >nn . Das G. 182 handelt über vier jüdische Aerzte in Avignon, die sich durch eine mit Zeugen versehene Schrift und durch Eid verbunden den Erwerb ihrer Kunst unter sich zu theilen, und von welchem Vertrage Einer später zurückgetreten. — Die G. 192 und 195 handeln sehr ausführlich über die Gültigkeit und Unverbrüchlichkeit des Landesgesetzes Nj'T aus dem erstgenannten heben wir zugleich die Stelle hervor, die auf Juden verfolgende Mönche eines damals in Oberitalien sich verbreitenden Ordens sich bezieht: ’jd^d rpn ityso Dnoan vod cirnnn ind ~iy peoj;; bbo fe i’b'ji rpn n1?» nins in rw mym dt-mm» , D’Ennno niron btt ids 121 m“j>- 382 Nasy nj> mniW> eht dpi dp bswS nmo .D'DM HDD) HDD J1ÖD) f)\3 DUDDb ID'in Josef erblickte das Licht der Welt wahrscheinlich in Frankreich, weil er im 93. G. fcfymbt: nD nSTlSD pl mW und im 106. G. 'NIINO > D'TlD^n selbst die im 81. G. enthaltenen Worte : in? rpnw wnvi nns ]w ddd n^h p onb uiun -wn nsns* nW.i fas?n-> NinniawD nnnio können es einigermaßen bestätigen. Dennoch sagten wir nur wahrscheinlich, weil er im 88. G. schreibt, woselbst er über ein Gewand handelt, das er zu tragen gestattet D'DDn nn)N nDTLD *0; er aber sollte doch als Franzose selbst wiffkn, welche Kleider in seinem Vaterlande getragen würden, wenn nicht etwa die Mode schon damals so oft gewechselt hatte. Auch könnte die obecwähnte zwar sehr zweifelhafte Annahme, daß sein Vater ein deutscher - Rabbiner gewesen, diese Behauptung wieder umstoßen, daß er in Frankreich geboren. — Wann er geboren, wie er gelebt und wie es ihm ergangen, kann kaum ermittelt werden. Um jedoch nur Etwas aus seinem Leben zu entrathseln, muß zuvörderst. auf sein Ende, auf seinen Tod die Aufmerksamkeit gerichtet werden. Er starb nach Jechiel und Gans im Jahre CT\, nach Asulai (p. 1. lit. s. 42) d 1, und nehmen wir an, daß bei Asulai der leicht mögliche Druckfehler o für D sich eingeschlichen: so fällt das Todesjahr anf 1480. Auch wissen wir aus seinem Werke, in welchem (G. 192) er beiläufig die Aeußerung macht: „vor 30 Jahren," daß er nicht jung gestorben, also etwa im Anfänge des 15. Jahrhunderts geboren fei. Wir theillcn bereits mit, daß er in Mantua gelebt, und daselbst mit Jehuda, genannt Messer Lion, dem Verf. des nDU, in einen heftigen Streit gerathen, in Folge dessen Beide aus Stadt und Land vom Herzog verwiesen wurden. Wenn es nun wahr ist, daß Messer Lion sein Werk D'Diy HDU3 nicht lange vor 1480 in Mantua edirt habe, (S.* 3unj in: Gottesdienstliche Vorträge d. I." S. 423, Anm. a.) so könnte die Ausweisung Beider nur einige Jahre vor dem Tode Kolons erfolgt sein. Aus G. 160 geht wirklich hervor, daß Kolon 1470 nicht in Pavia gewohnt habe, und aus G. 147, daß Kolon im Jahre 1471 in Mantua gewesen und vor ihn ein Get aus Parma gebracht worden sei. Ob er als Rabbiner in Savoyen gewirkt, wie Hirsch Aschke- 3) Was sagt der eben so rastlos forschende als reisende L.Dukes dazu, daß Messer Lion sein HDU doch edirt habe, und zwar in Mantua vor 1480, da Herr Dukes. N2 ^nnro pN3 in seinen unpolitischen Briefen aus Paris behauptet (LB. d. O. Nr. 28 Jahrg. 1847), das genannte Werk sei nie gedruckt? '4) Nach der Anfertigung dieser Arbeit fand ich in De- Rosst unter „Mantuanus (Messer Leon)", daß dieser das Nofet Zufim wahrscheinlich in Mantua vor 1480 edirt habe, (auch Zunz hat wohl nur aus De Rosst die Notiz entnommen), und daß die Vertreibung Leon's wie Joses Kolons aus Mantua 1475 stattgesunden.

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