Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 24 (10.6.1848)
- Date
- 1848-06-10
- Page
- Spalte 383-384 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897560--5480-3534210- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
383 Ankündigungen. 384 nasi im 124. G. des 03 D3H wahrscheinlich nach der bereits oben angeführten Stelle des 149. Gutachtens behauptet, kann weder erwiesen noch bestritten werden. Doch fälschlich erzählt, De Rosst, unser Kolon sei dem Leben entrissen und begraben in Padua, woselbst dieser in den letzten Lebensjahren das Rabbinat verwaltet. Denn aus G. 58 geht hervor, daß, Kolon in Pavia gewohnt, indem er an einen gewissen Ascher ben 2uda schreibt: N2 N2HÜ ' l'by “IIU ’JJH pb), und aus dem 139. G. ist sogar klar und deutlich ersichtlich, daß er in Padua nicht heimisch gewesen, weil er schreibt: /p bttr pon Pp . . . nt?p5iP wp:i hnhs p"p Pni HNfra. Fast dasselbe läßt sich aus dem 106. G. ermitteln, woselbst er über den Po und dessen Namen spricht, da dieser Fluß nach der Aufnahme kleiner Flüsse stinen Namen beibehält, während die kleineren ihr Wasser wie ihren Namen an den größern Po abtreten. Bei Pavia ergießt sich der Ticino in.den Po; doch von Padua ist es noch weit zum Po. Kolon mit seiner außerordentlichen Belesenheit, bei scharfem Geiste und einer zahlreichen ihn stets umgebenden Schaar von Zuhörern und Schülern, unter welche nach Asulai (p. i. lit. 8 nuin. G) auch Obadja Bertinoro gehört, stand mit den größten Rabbinen seiner Zeit in Briefwechsel, unter welchen wir nur die aufzählm wollen, die, von ihm besonders geschätzt, Gutachten empfingen mit bedeutenden Titeln, Aufschriften und Anreden: Jakob Margaliot, nach FjDP G. 46, Rabbiner in Nürnberg, (G. 25); Absg do r Kohen (74); Matt at j a h (76, 99); Mes f er L i on (.88); Mardechaj (95); Abraham (101); Josef Treves (105); Simeon Kohen (108, 110); Jakob Lewi (!22); Samuel Mode ne' (128); Israel B rün n (l70). Er hatte vielen Zank und Streit/ und führte einen ausgedehnten Federkrieg; doch scheint nur seine Offenheit und Redlichkeit ihn dazu gebracht zu haben, welcher schon damals keine Anerkennung gezollt worden. Denn Freisinnigkeit, die weder er besaß, noch seine Zeitgenossen forderten, verwickelten ihn nicht in Unannehmlichkeiten? er gehört wohl mehr zu den Strengen und Erschwerendem Als Verwandte führt er an: seinen Sohn Ahron (65), der sich wohl nicht hervorgethan, den schon oft genannten Schwiegersohn Verschon Treves (13, 99, 177, 182); seine Schwägerin Rachel und einen gewissen Ma rdechaj T iwau-(l24); seine Enkelin B l e o n a und noch drei dort bekannte Männer (127). Dr. Frankel. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen l£ Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [58] Vorräthig bei C. L. Frktzsche in Leipzig. Im Berlage des Unterzeichneten erscheinen und find durch alle Buchhandlung zu haben: iippnrim, eine Sammlung jüdischer Sagen, Märchen, Mythen, Legenden und Geschichten, für Jung und Alt, von L. Weisel und mehreren jüdischen Gelehrten» In groß Oktav-Format, auf feinem Mafchinenpapier. . Das ausgezeichnete Werk soll den angedeuteten Zweck fördern helfen. Hier sind die Sagen und Mythen des jüdischen Volkes, so viel als möglich, gesammelt, in schlichter, einfacher Erzählung vorgetragen, um sich noch zur rechten Zeit vor gänzlicher Vergessenheit zu, retten. Ein solches Buch fehlte bis jetzt; und ich bin von verschiedenen Seiten, sowohl hier, als auf meinen Reisen durch Deutschland, zur Herausgabe desselben aufgefordert worden. Ich erlaube mir demnach, einige Vorzüge eines solchen Unternehmens zu erwähnen und in Kürze anzuführen. 1. Eigner die gefällige, anziehende Einkleidung der Sippurim, dieses Buch vorzüglich für die, im hohen Grade für geschichtliche Gegenstände empfängliche Jugend. 2. Bietet dieses Werk mi treues Bild von dem Entwickelungsgange des israelitischen Volkes, seit der frühesten Vorzeit bis auf die Gegenwart, in politischer, religiöser und historischer Hinsicht.. 3. Dürfte es von gleichem Interesse sowohl für die zarte Jugend, als für Erwachsene sein: indem es in gleichem Grade die Phantasie, wie den Verstand beschäftigt. 4. Dürfte es zunächst eiriEn Beitrag zur Alterthumskünde der Judenstadt in Prag Litten, indem es die Hauptsagen, Merkwürdigkeiten und Denkwürdigkeiten der Gaffen, Synagogen', so wie alle Sagen, den uralten jüdischen Friedbös betreffend, der von Groß und Klein von Nah' und Fern besucht wird, enthält, und demnach als Handbuch für Reisende in vielfacher Beziehung von großem Nutzen sein, besonders, da es zugleich die Geschichte der Prager Judenstadt enthalten wird. Damit dieses Buch sich einer größeren Lheilnahme erfreuen möge, und damit es auch in die Hände des minder Bemittelten gelangen kann, erscheint es heftweise, um den sehr billigen Preis von 8 kr. CM. oder 3 Sgr. das Heft. Aus erwähntem Inhalte in der Ueberschrift stellt sich, nun die Brauchbarkeit und Nützlichkeit dieses Werkes für Jung und Alt klar heraus; auch wird diese Sammlung mit jedem neuen Hefte interessanter, da mir fortwährend noch viele sehr interessante Beiträge von ausgezeichneten Gelehrten zukommen.— Die lithographischen Bilder werden dem fünften, achten und zwölften Hefte gratis beigegeben. Wolf Pasch eles in Prag,, Herausgeber und Verleger. Verlag von C. L. Fritz sch e» Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Druck von I. H. Nagel.