Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 24 (10.6.1848)
- Date
- 1848-06-10
- Page
- Spalte 379-380 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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379 Studien. Biographische Skizzen. Biographische Skizze«. XVII. (Schluß.) 'Eine Stelle des 115. G. könnte uns Aufschluß über den Wohnort, seines Vaters, des Salomo Kolon, geben, wenn nicht noch eine sehr zweifelhafte Hypothese dabei zur Anwendung käme. Es heißt dort: D'ßl” \3K TJ/ft DJH hnri nDifa. no ndn nvu? pun m"ntfio idti? pw 3*1 n .TH OLl C.W 3!3N DipD3 TI Vl mb® Tl'nD 'b 3j?j>' 33"no N3iD *odi pnj mm rniro i?i3j 3ritt 'bn opv1 “n"no nun mm mn V't n'n N3pi V'i Dnnnn mm d.13Jo c>"p"? '33 nimm 3rw n33n b"\ 3n’nV ,311 31DN1? 3'tt3 tt'3!3 333 31 ll'33 rn!3' O3'^'3. Zft der hier erwähnte Jakob Lew i der bekannte Molin (VSto)/ der in mehren Städten Deutschlands als Kantor und spater in Mainz und Worms als Rabbiner gewirkt, so hatte Salomo Kolon seinen Wohnsitz in Deutschland, und war vielleicht selbst ein geborner Deutscher. Au einen Jakob Lewi ist auch das 122. G. gerichtet, in welchem unser Josef denselben Mori nennt, und ihn als einen Greisen bezeichnet. Sollte diese gar sehr 'bestrittene Angabe sich bestätigen, und Jakob Molin, wenn auch als Greis, zu Josef Kolon's Zeit noch gelebt haben: so wäre nur der Eine Lsteil des von Hirsch Aschkenasi im 124. G. des Chacham Zebi gefällten Urtheils richtig, nämlich der, daß Jakob Molin, gest. 1427, beim Erscheinen des Werkes Kolons (1519) die irdische Hülle längst abgeworfen hatte, nicht aber der andre Lheit, daß Kolon erst nach dem Lode Molin's geboren sei nbu&y ittfDNi y-inom^D mN pnHD. (<*• 'Asulai p. I.!it. 8iA 42). — Im 121. G. schreibt er i 12 ttb “pySH ’ÜJN M ,rb)bx injn-pN) 'üy bi DNi -mapn 'pi rmrto b'Dü , mY *]H3 nmam nuDDn nbisra o mp i\yjn idvd Diün ni ms nro pmn« cipo unnj )b- \D, er war also Anschuldigungen und Verläumdungen preisgegeben, und in Folge derselben Gefahren ausgesetzt. Ob diese Schilderung sich auf den Streit bezieht, den er^ mit dem von ihm im 88. und 154. Gutachten angeführten Messer Lion gehabt, worauf Beide aus Mantua vertrieben wurden, (Vgl. De Rosst) bleibt ebenso zweifelhaft, wie jene Stelle im 149. G. jrjnj *»n^n ]£I miS'D O \p D^D) nUDD DipDü O^bb, und jener in Reimen abgefaßte Schluß des 72. G. '^r^LQ DW UNI ,M‘OT iS 11E)S3 U^S-D ÜOH , OUPCPpD DnttH, ÜUDlDn nmo , rrux ^b yun mn» inn nai onmn 'ina o d^nm - ' D'ssriD. b)pü npjr^p d'd 2)mb , ]V0ion 'Dtpo bn d^nh mywn pUpin bto ’nYyN in&$> , j^bo, die vielleicht auf dieselbe Flucht von Mantua eine Anspielung enthalten. --. Das 154. G. erzählt uns, wie ein gewisser Ascher in der Synagoge zu Verona mehre Mal so blutig geschlagen worden iss, daß das Machsor vom Blure gefärbt wurde, und wie demselben bei 380 dieser empörenden Behandlung Talis und Tesillim zerrissen wurden, wahrscheinlich wegen eines Streites, um ein Haus mit seinem Vater, dem wohl nicht das Recht zur Seite stand. Jedenfalls ersehen wir daraus den noch bis aus die neueste Zeit gebliebenen Uebelstand unseres Gottesdienstes und unseres Synagogenbesuches, der den Feinden stets Gelegenheit dargeboten, Rache für Privatstreitigkeiten cruszuüben. — Interessant ist das 160. G. , .in welchem Folgendes in einem sehr guten Hebräisch erzählt wird: Ein gewisser Chakim Kotzen betrieb in Pavia viele Jahre ein Gewerbe (j-jjnD byD), das seiner Frau stets unangenehm gewesen;' er aber nicht aufgeden wollte, sie von einem Lage zum andern hinhaltend und das Aufgeben des Gewerbes verschiebend. Endlich im Jahre 1470, als Chakim nichts böses ahnend, seine Lochter unterrichtete, begab steh seine Frau.heimlich zu ihrer christlichen Nachbarin, einer Näherin und'Wäscherin, Silber und Goldgerärhe mitneh'mend. Nach Verlauf einer halben Stunde fragte er die Kinder, wo denn ihre Mutter geblieben, hörte von ihnen, sie sei mit dem kleinen vierjährigen Mädchen an der Hand fortgegangen, machte, sich auf, sie hier und dort bei den jüdischen Nachbarn zu suchen, und erblickte sie endlich bei der Christin in der verschlossenen Stube. Er pochte, und der Wirth, der Anfangs geöffnet, wollte wieder zuschließen, als er in dem Nahenden den Gatten der Frau erkannte, die bei ihm Zuflucht genommen und gefunden; allein Chakim gewaltig vordringend trat in das Zimmer, und erblickte den zweiten Bürgermeister, einen Geistlichen, zwei Mönche und zwei Christenweiber um seine Frau. Der Bürgermeister begann:- „Deine Frau vom heiligen Geiste berührt, will einkehren in unsere seeligmachende Kirche; doch überreden wir sie nicht; sondern überlassen sie ihrem eignen'Herzenstriebe." Chakim sagte, nach erlangter Erlaubniß mit ihr zu sprechen, aus deutsch, sie sollte zurück in ihre Wohnung kommen; sie aber weigerte sich; er versprach ihr sein Gewerbe aufzugeben, das ihr mißfallen; sie aber traute nicht seinem Versprechen, das er oft gegeben und nie gehalten. Das auf ihrem Schooße sitzende Kind mit sich nehmend, begab Chakim sich nach Hause und hörte noch vom Bürgermeister, die Frau würde nicht zum Uebertritte gezwungen, sondern vorerst in ein Nonnenkloster gebracht werden, woselbst ihr 40 Lage Bedenkzeit blieben. Zu Hause angelangt erzählte er Alles der großen Lochter, die Anfangs allein, nachher mit einer andern Jüdin zur Mutter eilte, aber vergebens war ihr Mühen. Nach Verlauf einer halben Stunde ward sie von 7 Frauen und 2 Mädchen in ein Nonnenkloster gebracht, welches in besonderem Ansehen gestanden und von allen Männern so abgesondert gewesen, daß es selbst der Arzt in Krankheitsfällen der Nonnen nur nach cingehotter Erlaubniß betreten dürste. Dort hatte sie den Lag und Eine Nacht verweilt, als sie beim Anbrechen des Frühroths nach dem Bürgermeister schickte, und vor ihm erklärte, sie wolle sogleich in ihr Haus zurückkehren, weil sie bei längerem Verweilen nicht die Gattin ihres Mannes, eines Kobens, bleiben könne. Der Bürgermeister theilte diesen ihren