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Der Orient · 1848-06-03 · 23 (3.6.1848) · p. Spalte 365-366

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
23 (3.6.1848)
Date
1848-06-03
Page
Spalte 365-366 (sequence 7)
Language
German
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365 366 Studien. Biographische Skizzen. braucht, die selbst geübte Leser auf den ersten Anblick nicht erkennen. So z. B. das 313 wird mit den Worten erklärt mrüDI hDN^ /n Diese zwei Worte dürfte nicht, leicht Einer verstehen. nßN ist nur in der Form 31M üblich, »33^^ (von 33^) ist eine nirgends vorkommende Form. So auch 33.1 wird mit beit Worten yyß y>rn Tp erklärt. Das hier gebrauchLe »oelches auch nicht punktirt ist, ist selbst ein seltenes Wort und kann nicht als Erklärung eines andern Wortes dienen. ,32'klQ das bekannte Lalmudische Wort wäre hier passender gewesen. Der Verfasser sollte ferner in dem Gebrauche derKunstausdcücke sich geradezu an die alten Kommentatoren anschließen z. B. an Kimchi, welcher die Mitte hält zwischen den Kunstausdrücken der alten französischen Schule und denen der Philosophen. Ausdrücke wie '3LM3 pID sind als Germanismen zu tadeln» Es hatte hier dafür gebraucht werden sollen. Auch wäre der oft vorkommende Lakonismus in den Definitionen zu vermeiden , wo blos ein Infinitiv hmgestellt wird, und da das Wort nicht punktirt ist, so weiß der Leser nicht gleich die wahre Bedeutung. ■ Wenn wir unfern kritischen Bemerkungen vielleicht zu viel Raum gegönnt haben, so ist di cs nicht aus einem bloßen kritischen Gelüste geschehen, sondern es hat dies seine Ursache einzig und allein, um den Verfasser zu veranlassen, sein Werk noch vollständiger und brauchbarer zu machen, als es jetzt schon ist , damit es in jeder Hinsicht das Handbuch aller hebräischen Philologen werden kann, wozu es seiner Anlage nach bestimmt ist. ■ Zum Schluffe bemerken wir n-och, daß der Herr Verfasser auch ein Heftchen Zusätze zu dem Aruch unter den Titel rnrD (Prag, 1847, 8.) hLt erscheinen lassen, welches wir bei einer aedern Gelegenheit betrachten werden. Wir verlassen dieses Werk mir dem Gefühle der tiefsten Befriedigung und wünschen demselben das beste Gedeihen, es ist dessen im vollsten Maaße sehr würdig. Wir sehen den folgenden Heften mit der größten Erwartung entgegen, und find bereit, wenn dieselben uns zeitig zukommen, mit Vergnügen denselben unsere Aufmerksamkeit zu widmen, und zur Verbreitung dersselben beizutragm, wird uns zu jeder Zeit eine wahre Freude sein. Die äußere Ausstattung de§ Werkes ist sehr anständig. Biographische Skizze». XVII. Zoftf öerr Salonw ein geborner Franzose und Rabbiner verschiedener Gemeinden Italiens im fünfzehnten Jahrhundert, verfaßte viele Gutachten, von ebenen seine Schüler, namentlich Meir den David, und ein Schwiegersohn , wahrscheinlich Gerschom Treres (bo^d), G. 13, 14, 99, 177, 182, diejenigen, welche sie aus Nahe und Ferne zusammenbringen konnten, und zwar 195 an der Zahl, in Venedig 1519 bei Daniel Bombergo in 4 Drucken ließen. Diese Sammlung ward später überdruckt, in Cremona 1557 und sonst noch häufig. Der obengenannte Mür ben David lieferte das vorgedru'ckte Inhaltsverzeichnis und das Vorwort von einigen Zeilen, aus welchen nichts Näheres über Kolon zu entnehmen; der Schwiegersohn, der selbst Rabbiner gewesen, nennt sich als den Ordner im G. 171 mit folgenden Worten: ri'nbi jöip ppp tuid ’on po ’Jhn Fpin rm byb 21m,1 pD3n p3 IHN D'jp. Außerdem findet sich hinter den Gutachten des Juda 1 Minz ein Scheidungs- Reglement des Josef Kolon rfrlD w 33O abgedruckt. — Seine Gutachten, durch Anfragen aus weiter Ferne entstanden, erlangten durch ihren innern Gehalt und ihre richtigen Aussprüche, durch ihre klare Darstellung verbunden mit einer gewählteren Ausdrucksweise, ungewöhnliches Ansehen, und wurden allgemein als rechtskräftig angenommen» Welchen Ruf er sich selbst erworben, und welchen Klang sein Name gehabt, geht schon aus den Gutachten hervor, die nicht nur aus den entfernten Städten Deutschlands, aus Ulm, Regensburg, Nürnberg, sondern auch von bedeutenden Gelehrten und von zahlreichen Gemeinden an ihn gerichtet wurden. Er scheint die letzte Instanz gebildet zu haben und der größte Rabbiner seiner Zeit gewesen z-u sein. Doch größern Werth noch wurde seinem Werke von den Spätern beigelegt, das von jedem Gefitzlehrer und Erklärer vielfach benutzt und zum Bes weise und-Belege herbeigeholt ward. Heben wir zuförderst das Wichtigste aus seinen Gutachten hervor, das uns theils über sc in Leben, theils über die Zeitverhaltniffe Aufschluß gewährt. Das G. 4 erzählt uns, wie in Regensburg viele Juden festgenommen, fälschlich angeschuldigt und peinlich angeklagt winden, wie die in Nürnberg versammelten Rabbiner die naheliegenden Gemeinden aufforderten Geld zur Rettung der Unschuldigen zusammenzubringen, und enthält die Entscheidung, daß keine der umliegenden Gemeinden dem Beitrage sich entziehen dürfe, weil die erdichteten Beschuldigungen auch sie trcffen könnten und mit dem Erweisen der Unschuld und der Rettung jener Angeklagten auch sie der Gefahr entrönnen. — Im ' G. 5 wird der auch bei Juda Minz vorkommende 3^3 3^ *1£CW T),rnD -fl W p&yjy mnö njirn erwähnt, wovon die Abbreviatur /-} mir nicht anders als durch xrrbz &y*H erklärlich, welcher Titel aus alter Zeit geblieben. Es handelt dies Gutachten über das für Palästina gesammelte Armengeld, welches nach dem Brande der dortigen großen Synagoge, zur Erlaubniß des Wiederaufbaues vom Könige von Egypten und zum Baue selbst benutzt werden sollte, obschon es zur .Verwendung für Arme gegeben und gesammelt war. Aus G. 21 erhellt, daß Simeon Kohen damals Rabbiner in Frankfurt am Main gewesen, welcher auch beiIfferles in der 1) Dessen Biographie S. LBl. d. O. Nr. 33» 1846»

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