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Der Orient · 1848-06-03 · 23 (3.6.1848) · p. Spalte 367-368

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
23 (3.6.1848)
Date
1848-06-03
Page
Spalte 367-368 (sequence 8)
Language
German
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367 92. Entscheidung des LerümaL Ha-Deschen vorkommt. -- Das 23. G. ist zwischen 1473 und 1478 abgefaßt, das 25. bald nach dem Lode des 5'd tn"HD (d. 1. Mose Mnz), mit welchem Kolon in Briefwechsel gestanden. S. G. 190. — Bei der Ausarbeitung des 52. und 67. G. lebte noch sein gelehrter Vater Salomo, dessen Meinung er in einer Angelegenheit anführt; das 52. G. selbst schließt mit den Worten: '1122 INN ’VnI N2n bti 1'1'NQN 11D2 ’iTlDN )2 b)> np'Wn W Vom 83. bis 87. G. streitet er .mit,scharfer Feder gegen einen gewissen Mose Kapsoli, Rabbiner in Konstantinopel, welcher eine mit einer Feige heimlich vollzogenen Trauung für ungültig und das Mädchen für ungebunden erklärte, weil er jede Trauung ohne zehn anwesende Männer unter Bann längst verboten, und weil eine Tochter Israels nicht mit einer elenden Feige dem Manne verbunden werden könne. Dieser gestattete auch einer kinderlosen Wittwe, deren Mann nach der Laufe gestorben , und deren Schwager am Leben und Jude geblieben ist, ohne Chalizah einen Fremden zu Heirathen. Ferner schrieb er in einem Scheidebrief nicht den Namen, nach welchem der Mann gewöhnlich bezeichnet wurde , sondern nur den bei der Bcschneidung demselben beigelegten biblischen Namen. Endlich erlaubte er einer von ihrem Onkel vor 12 Jahren angetrauten Braut (p^rpp Dy HDm) anderweitig zu heirathen, als dieser fernweilende Onkel für getauft ausgegeben wurde, weil bei der früheren Antrauung nur verwandte Zeugen gegenwärtig gewesen wären. — Diese Entscheidungen des Kapsoli theilten die angesehensten und' gelehrtesten Männer Konstantinopels unserm Kolon mit, der von jenem Rabbiner unter Androhung des Bannes den Widerruf : der falschen Entscheidungen forderte, der Gemeinde daselbst unter Bann verbot 368 irgend eine religiöse Anfrage bei dem unwissenden Kapsoli ferner zu machen, und jedem Israeliten, der das Schreiben zu Gesicht oder von dem Inhalte Kunde erhält, untersag^ den Moscheh ferner Rabbi oder mit anderm Ehrentitel zu benennen. So schreibt er über diesen Kapsost an einer Stelle: iV m) pn n«. }n^ Tny moDn inw w -idin Nin WÖ* p JTrP IJW. IäN D'wdi’ü NQOlt' nntDD DJIV raroon mp Vfp mnjJ 'Jw DD, nennt ihn an. einer andern: nnn djii pn nw ..rwnirD p.in uiänn-wMäit ihn sogar für Wir halten diesen Kapsoli * nicht für einen aufgeklärten, gebildete» Mann, der das Joch der Ceremoniensklaverei abwerfen und die kleinliche Buchstabenklauberei aus der Religion ausscheiden wollte, sondern für einen durch Bestechungder Türkischen Großen emporgekommenen und zum Rabbiner erhobenen Ungelehrten, der aus Unwissenheit oben genannte Urtheile gefällt. — Im G. 90 theilt er mit, daß Moscheh ben Maimon vor R. Jehu da Paris, der ein Lehrer des R. Jizchak Wien, Verfassers des ynMlN gewesen, gelebt habe. — Nach einer Bemerkung im 92. G. starb Ahron Loria, ein Deutscher, zu seiner Zeit. — (Beschluß folgt.) 2) Vgl. Jost „Allg. Gesch. b. Jsr. Th. 2. S. 286;" Geiger „Melo Chofnajim" S. 23, welche beide dem Kapsoli Freisinn und muthvolles Abwerfen her kleinlichen Satzungsklauberei andichten. Letzterer sogar läßt Kapsoli mit einem Isaak statt Josef Kolon in Streit gerathen. Jeder Talmudkundige wird aus den Antworten und Vertheidigungen'Kapsoli's. die Wahrheit erkennen und unsrem Urtheile beipflichten. Ankündigungen. Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen 14 Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [56.] Bei C. L: Fritz sche in Leipzig ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Urkunden zur Geschichte der ZrrdeN« In ihren Ociginalsprclchen gesammelt und mit einer . deutschen Uebersetzung versehen. Her ausgeg eben von Julius Fürst. Erstes Hrft. Preis 10 gGr. pDiy2w n«^Dn oder Supplement und Erläuterungen zum Aruch Von R. Jesaja Pik. 1. B. 8. 85 Bl. brosch. 24 Rgr. Das vortreffliche und seltene Werk von dem berühmten Talmudisten, das ein unentbehrliches Supplement'"zum 'Aruch von Nathan ben Jechie'l bildet, ist erst jetzt in den Buchhandel gekommen. Der zweite und letzte Band (vom Buchstaben bis n) wird zum Drucke vorbereitete Wir bemerken, daß nur noch wenige Exemplare vorrätbig sind. Redakteur: Dr. Jul. Fürst. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von I. H. Nagel.

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