Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 21 (20.5.1848)
- Date
- 1848-05-20
- Page
- Spalte 331-332 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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331 332 Studien. Die Volksbibel des Rabb. Sachs. Sinn: Zesachar wird/nicht, kriegerisch sein wie Iehuda und nicht wie Sebulon frei sich bewegen und Reisen unternehmen, sondern er wird die Ruhe und Bequemlichkeit lieben, und wird geduldig alles ertragen, was andere auf ihn legen werden, und lieber sklavisch dienen, als seine Kraft anstrengen und seine Heimath verlassen. Dan wird des Volkes Rechte schützen, Me einer aus dem Stamme Israels Dan wird sein eine Schlange auf dem Wege Ein Cerast auf dein Pfade Der dem Roß die Ferse beißt Daß rücklings stürzt der Reiter. - „Auf deine Hilfe hoff' ich Ewiger!" Sinn: Wie Iehuda den Vortrab, so wird Dan den Nachtrab beim Zuge Israels bilden. Nun wird er wohl nicht die Tapferkeit Jehudaß besitzen, aber er wird dennoch nicht minder Israels Freiheit schützen, indem er gleich der Schlange hinterher kommen und den Feind gleichsam in die Ferse beißen und ihn; so tödtlich verwunden wird. Indem aber dem Jakob beifällt, daß Dan vielen Angriffen und Verfolgungen von Hinten werde Widerstand leisten müssen, wozu er zu schwach sein dürste, so rief er aus: In diesem Punkte hoffe' ich vorzüglich auf dich, o Ewiger, durch den allein eine vollkommene Abwehr möglich ist. Gab — Dränger drängen ihn, Er aber drängt sie rückwärts. Der Stamm Gad wurde auf dery Gebirge Gilead, wo er wohnte von den Ammoniten unv vielen Arabern gedrängt) aber er hat sich gegen sie immer behauptet: . Von Ascher holt man seiner Speise Fett; Er liefert königliche Leckerbissen. Ascher wohnte in dem angenehmen und fruchtbaren Thal Carmel, wo Ueberfluß an köstlichen Früchten, Getreide, Wein und wohlschmeckendem Oete war. Nephtali eine freigelaffene Gazelle Die eine anmuthige Sprache führe. Die Gazellen waren im Morgenlande sehr beliebt, und vorzüglich ihrer Munterkeit und ihrer lebhaften freundlichen Augen wegen, womit sie Jeden anglotzten, (was den Dichtern für eine Sprache der Liebe galt) siehe Sprüche Sal. 5, 19 Lied der Lieder 2, 9). Wahrscheinlich wird Inet auf den Heldenmuth Baraks (eines Mannes aus dem Stamme Nephtali) hingedeutet, der auf Debora's Ruf schnell gegen den Kananiter gerückt, und ans den Bergen wie eine Gazelle herumspringend gekämpft und dann mit der Debora ein angenehmes Siegeslied gesungen (Richter Kap. 4 und 5). Ein abgesondert Reis war Joseph Ein abgesondert Reis am Quell — ' Schößlinge überschreiten nun die Mauer - Ihn kränkten, ihn beschossen, ihn befeindeten Der Pfeile kundige Männer. Doch blieb am Schafte fest sein Bogen, Blieb stark der Hände Kraft; Dies (hat die Macht des Helfers Iakob's, Der dort (in Kanaan) Israels Stamm ein Freund geworden. Der Gott deines Vaters —, Er wird dir beistch'n — Der Allmächtige —'Er wird dich segnen: Mit Segnungen des Himmels von Oben (Regen und Thau), Mit Segnungen der tiefliegenden Quellen (fruchtbarer Boden), Mit Segnungen der Brüste und des Mutterleibes ^Vermehrung an Menschen und Heerden) Mit Segnungen aus deines Vaters Herzen, Die übersteigen meiner Zeuger Segnungen, Bis zu der Wünsche endloser Höhe: (d. h. meine Wünsche für dich übersteigen so sehr die Wünsche meines Vaters für mich und meine Nachkommen, daß sie bis ins Unendliche gehen) O mögen sie kommen auf das Haupt Josephs Den Scheitel des Gekrönten seiner Brüder. Jakob hat in kurzen, aber kräftigen Bildern die Lebensgeschichte Josephs wiederholt, wie er frühzeitig abgesondert war vom Stamme und doch kräftig herangedichen ist am Quell des Gottesvertrauens, der Gotteshilfe, wie er angefeindet, verleumdet wurde, mit glcißnerischer Zunge, die wie ein P'eil verwundet, und wie er durch Gottes Macht doch stark und groß wurde. Da nun Gott zum Lieblinge ihn erkohren, so verheißt er ihm auch den Segen seines Vaters in Beziehung aus die Fruchtbarkeit seines Landbesitzes und seiner Nachkommen, verheißt ihm aber auch seinen besonder« väterlichen Segen, der himmelansteigt, und weit überragt die Segnungen seiner Väter. Ein Wolf ist Benjamin, ein reißender: Am Morgen iffet er Beute, 7un Abend thcilet er Raub. (Der Stamm Benjamin führte gewaltige Kriege mit andern Völkern und selbst mit Israel Richter Kap. 3 und 20, 20.) Dies sind nun alle zwölf Stämme Israels und dies, was der Water zu ihnen geredet und womit er sie gesegnet. Jeden von ihnen segnete er mit dem Segen, den er verdiente (der ihm seinen Charakter und seinen Verdiensten nach am angemessensten war), dann befahl er ihnen und sprach: „Ich werde eingethan zu meinem Volke. So begrabt mich denn zu meinen Vätern, in die Höhle, die im Gefilde Ephron's, des Chkti liegt; in die Höhle, die im Felde Machpela sich befindet, welches vor Mamre liegt, im Lande Kanaan; denn dieses Feld hat Abraham gekauft, vom Ephron dem Chiti zu einem Erbbegräbniß —■ dort hat man auch den Abraham begraben, und Sara, sein Weib; dort hat man Iizchak und Ribka, sein Weib begraben; dort habe ich Lea begraben — das Feld sowohl, als die Höhle, die darinnen ist, ist ein Ankauf von den Söhnen Chek. Als nun Jakob vollendet hatte seinen Söhnen zu befehlen, zog er seine Füße ins Bett und verschied, und ward eingethan zu seinem Volke. Dieses Kapitel beschließt nun die Erzählung an den Thaten des guten und frommen Erzvaters. Das vielseitige Wirken und Leiden Iakob's, nahet sich nun feinem Ende; die Stunde ist gekommen, die ihn in die ewige Heimath ruft, wo er nicht mehr leiden, sondern die reinsten, ungetrübtesten Freuden genießen soll. Er fühlt sehr die Wichtigkeit dieser