Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 21 (20.5.1848)
- Date
- 1848-05-20
- Page
- Spalte 325-326 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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326 Kritiken. Predigten von Jellinek. 325 welches sich in verschiedenen Exemplaren auf der P ariser Bibliothek findet, ist unseres Wissens der älteste Schriftsteller, welcher dieses Werk erwähnt , jedoch ohne den Namen des Verfassers anzngeben. - 'n nw des CHiöaL ben Isaak Kreskaö. Dieses Werk ist zwar gedruckt aber dennoch sehr selten. Eine Handschrift davon besitzt die Pariser Bibliothek ebenfalls (Nr. 225 aneien Fonds 4. Papier, nicht datirt). Das Epigraph der Wien er Handschrift, woraus erhellt, daß der Verfasser - sein Buch im Jahre 1410 versaßt hat, fehlt Ln der Pariser. Die Stelle im Buche selbst, wo der Verfasser die Zeit der Abfassung angiebt lalltet hier D'ünbwmxD unbßh rüiy wnw nny — -- .non pnnl? npztv) Herr Deutsch hat dieses Buch n^n^r nj genannt, und wir wissen nicht auf welche Autorität hin, da das Gedruckte doch 'n nw heißt. - Die zwölfte Abtheilung (S. 96—101) enthält .S.ittentehre (noiDH HDDn). Hier verdienen ausgehoben zu werden der Brief des Maimuni unter den Titel Dieser Brief wird von verschiedenen Gelehrten erwählst, scheint aber unecht zu sein. Jedenfalls wäre es wüuschenswcrth von Hm. Deutsch, denselben in diesen Blättern initzutheilen. (Fortsetzung folgt). Homiletik. Von Dr. G. Salomon. 1) rnl,T^ HNT1. Kanzelvorträge in der Leipzig - Berliner Synagoge gehalten von Ad. Jellinek, Prediger. Erste Lieferung. Leipzig, 1847. 8. 40 S. E. L. Fritzsche. 2) n«n^ nsnn nniQ. Die erste Konfirmation in der Leipzig-Berliner Synagoge. Am zweiten Tage des Wochensestes 5607 (22. Mai 1847) von Ad. Jellinek, Prediger. Leipzig, 1847, 8. 32 S. C. L. Fritzsche.! Nach allem, was Ref. über die Kanzelvorträge des Hrn. Jellinek vernommen, nahm er die vorliegenden Büch lein mit nicht geringer Erwartung zur Hand und mit Freuden muß er es bekennen, daß dieselbe noch bei weitem übertroffen ward. Die vorliegenden kaum 5 Bogen haltenden Hefte entfalten des Guten und Gediegenen — DttODH no\xn 7f)V — so viel, daß Ref wahrend des Durchlesens des Wunsches sich nicht erwehren konnte, daß das Volk des Herrn doch recht viel solcher Redner und Prediger haben m ö ch te (Num. 11, 29); denn trotz dessen, daß schon mit drei Jahrzehnden und darüber in Israel gepredigt wird und unter allerlei Namen und Titeln Predigtsammlungen erscheinen, laßt die jüd. Homiletik noch gar viel zu wünschen übrig, und die Berufenen sind zu zählen. Der Vers, gehört zu denselben. Die Themata seiner Borträge sind zeitgemäß; die Texte erschöpfend behandelt; die Sprache ist edel, wenn auch mehrere Ausdrücke und Bilder, nicht Allen verständlich; dabei hat die Predigt ein orkginal-jüd. Kolorit, der Verf. benützt auf eine geschmack- und sinnvolle Weise Stellen und Parabeln aus den Rabbinen, und gewinnt dem Texte nach auf rabb. Methode manchen lehrreichen Gedanken ab. Auch die Kürze rechnet Ref. zu den Vorzügen dieser Vorträge, denn der Vers, gehört nicht zu Amtsbrüdern, die sich kapriziren, eine volle Stunde zu predigen, als müßten sie, wie Bileam, die Kunst üben nM.n J'l'lDb, ohne zu bedenken, daß selbst ein guter Kanzelvortrag durch die Länge — verliert; ein schlechter aber durch die Kürze — gewinnt. Doch es wird Zeit, den Leser über jede einzelne Predigt einen kurzen Bericht abzustatten. Die erste Predigt (S. 6—14) (gehalten am 7. Tage deS Pessachfestes) behandelt das Thema „Glauben und Wissen", als zwei Pole unserer Gegenwart, die sich gegenseitig abstoßen. Es soll aber, will der Verf. eine Vereinigung zu Stande gebracht werden, und nun wird gefragt: I. Was ist Glauben? II. WaS ist Wissen? 111. Welches von beiden sollen wir fest halten? (Genauer wurde die dritte Frage lauten müssen: Auf welche Weise lassen sich beide vereinigen?) Die Fest-Parascha (Exod. 13—15) hat das Thema veranlaßt und 14, V. 31 nimmt der Verf zum Text, nachdem die Eintheilung bereits festgesetzt. (Nach der Ansicht des Ref. muß der Text jedesmal der Eintheilung vorangehen). Nachdem im ersten Theil das Wesendes Glaubens, als eines u n b e w u ß ten Durchdrungenseins von einer lebendigen Wahrheit; in der Religion das ursprüngliche, unmittelbare Ahnen eines allliebenden Wesens, in beredten Worten als fruchtbar, schöpferisch und unverwüstlich gerühmt wird; nachdem im zweiten Theil das Wissen als das bewußte Erfassen eines bestimmten Inhalts; in der Religion als die durch den menschlichen Verstand erzeugten Begriffe vom göttlichen bezeichnet wird (S. 8—10), wird im dritten Thlite die Frage: Welches von beiden wollen wir fest halten? dahin beantwortet, daß, „da der Glaube allein, als ein Sohn des Dunkeln, Unbewußten und Unklaren oft in einer abschreckenden Form erscheint und sich nicht selten zur Glaubenswuth gestattet"; das Wissen allein kalt und herzlos ist, weil ihm die Wärme und die Innigkeit des Gemüths fehlt, weil es vom nüchternen Kopfe ausgeher, oder der Glaube blind, das Wissen lahm ist" — daß „v o m Glauben ausgehen, durch da sver stand igeWissen d u r ch g e h c n und Zum vernünftigen Glauben z u r ü tf! i i c n, der Weg sei, auf dem der Mensch wandeln soll. Es sollen und müssen sich nämlich die Wärme des Glaubens mit der Klarheit des Wissens gegenseitig durchdrungen und ein unzertrennliches Ganzes bilden, auf welchem Wege Geist und Gemüth Befriedigung erhalten können (S. 11—17). Es sei indessen 21 *