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Der Orient · 1848-05-13 · 20 (13.5.1848) · p. Spalte 317-318

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
20 (13.5.1848)
Date
1848-05-13
Page
Spalte 317-318 (sequence 7)
Language
German
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318 Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta. 317 Drum huldigen dir die Söhne deines Vaters. Ein junger Leu bist du Iehu-a, So du mein Sohn, vom Raube dich erhebest, Da kauert, da streckt er sich Dem Löwen und der Löwin gleich, Wer wagt es ihn zu reizen? Jakob sieht in seiner Begeisterung wie der mächtige Stamm Jehudas Völker bezwinget, und von der Schlacht wie der Löwe vom Raube heimkehrt und in Ruhe und Sicherheit das mühsam Erworbene verzehrt. Diese Gewißheit und der Umstand, daß sich Jehuda durch seine Treue und Beredsamkeit' bei der Gelegenheit mit Benjamin, als der vorzüglichste unter seinen übrigen Kindern (mit Ausnahme Josef) bewährte, bestimmte ihn noch auf seinem Sterbebette den Jehuda auch von nun an seinen Kindern als ihren immerwährenden Anführer anzuempfehlen. Darum fährt er weiter fort: Nicht weichen soll (von heute an) von Jehuda die Ruthe, Der Führerstab von zwischen seinen Füßen Bis er nach Schilo kommt, Und Völker ihm gehorchen. Sinn: Jehuda soll von heute an, bis sie das Land Kanaan eingenommen haben, und die Eintheilung in Schilo geschehen sein wird, die Ruthe und den Führerstab haben; das heißt, er soll unter ihnen den Feldherrnstab und die Würde eines Heerführers einnehmen, soll sie ordnen, leiten und vor ihnen herziehen, wie er nach Mizrajim vorausgegangen „Diese Ordnung" sagt Jakob, sollt ihr beobachten., bis ihr nach Schilo kommt, und die Eintheilung geschehen und ihr im Lande ansäßig sein .werdet; später aber bedarf es meiner Ordnung nicht (Josua Kap. 18), dann werden ohne meine Befehle Völker seine Macht anerkennen und ihm gehorchen müssen. So war es auch in der That. Gleich bei dem Zuge Israels in der Wüste, zog Jehuda voraus und bildete den Vortrab, wie es Jakob befohlen und nachdem die Eintheilung in Schilo geschehen ist, wurde bei dem ersten Ausbruch des Krieges im Lande, Jehuda durch Gottes Befehl zum Heerführer ernannt gegen den Kenani, den er sich auch glücklich unterwarf. (Beschluß folgt.) Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta, von Dr. F. Hildesheimer. (Fortsetzung.) 87. Es bedarf hier nur der.. Verständigung über das Sachverhälrniß. Es divergiren die Lesarten der Septuaginta, ob hier 8 oder 18 zu lesen sei. Der hebr. Text liest mit einer der Varianten des erstern, in der Parallelstelle 2 Kön. 24, 8 steht das letztere. Nach, dem Fundamental - Principe jeder kritischen Beurtheilung kann die Entscheidung eben so wenig wie die Geschichte der Entstehung dieser Glosse, zweifelhaft sein. Zu B. 1,. II. 18. Diese Glosse ist ganz entschieden aus einer unbeschreiblich dummen Interpretation hervorgegangen. Es könnten nämlich hier die beiden neben einander stehende Worte '"WJD auffallen. Vergl. darüber Kimchi zu 2 Ehr. 3, 2. Diese Schwierigkeit wußte ein kleiner Hebräer, in dessen Hände unglücklicherweise ebensowohl ein griechischer als ein hebräischer Text gelangte, nicht anders zu lösen, als daß er vvitfjja und iriNU als den elften zusammen las, als müssiger Zusatz (unter den Monaten) betrachtete. — Punktum! — Nun kommt ein dritter, dem die Lösung zwar gefiel, der aber zuviel hebräisch kannte, als daß er diese Übersetzung annehmen konnte, er dachte ex optimis Optimum, schürzte Altes und Neues zu einem Knoten und so haben wir unsere Glosse (Vergl. auch oben B. a. II. 48). 37. In der vorliegenden Stelle ist die Version die ungleichmaßere, da der hebräische Ausdruck einfach nach 5, 5 sich erklärt, dies würde kritisch für die erstere sprechen, dagegen wäre sie in Bezug zu dem Vorhergehenden uvm □ly. Es ist daher auch durch ndhv übersetzt. Es gleichen sich also diese Ansprüche aus, entscheidend muß aber folgendes sein: 1) Es ist nicht die geringste Andeutung in dem ersten Theile des vorhergehenden Verses, daß dieses am zweiten Tage war. 2) Nach der Erklärung der Version würden gewiß nach UW die Worte llWD m gestanden haben. Der Sinn des Verses ist vielmehr so zu fassen, daß der Schwiegersohn trotz der frühern Bitten (5, 6) abweichen wollte, durch die (fernere aber -für d i e sie n Tag zilrückgehalten wurde [v. r.). Daß für DM1 stehe, mag vielleicht dem Gloffator ausgefallen sein. Allein die beiden Begriffe spielen hier bei diesem Sachverya'ltniß in einander über. 44. Die Richtigkeit unserer Lesart geht aus derParallelstelle 2 Ehr. 13, 2 hervor, wo auch die Version nchc dasselbe hat. Wenn es überhaupt der Mühe lohnt, die Spuren solcher Verwirrungen zu verfolgen, so können auch diese hier, muthmaßlich darin bestehen, daß Jemand gerade um die Parallelstelle anzudeuten die Buchstaben S s, welche nicht als Anfangsbuchstaben der Worte ö'lg oder öaUgov und evqlg- oder si'Qevca oder encpsQSTaL rc. sein sollten, die aber von einem tüchtigen Hebräer in den Text geschmuggelt wurden (vgl. Bemerkung zu 55). 44 a. Die Richtigkeit unserer Lesart geht aus der Zusammenstellung der Parallelstellen (2 Ehr. 13, 1. 2. 23) hervor. Entstanden mag dieser Fehler aus der Tetras des folgenden Verses sein (?).

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