Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 20 (13.5.1848)
- Date
- 1848-05-13
- Page
- Spalte 313-314 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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313 314 Studien. Die Bolksbibel des Rabb. Sachs. aus der Bibel, » — dm Targumim, --der Analogie der Mischna selbst, — der Sprache des gewöhnlichen Lebens. Wir begnügen uns hier von jeder Gattung ein Beispiel zu geben. > a) Aus der Bibel. zu (Sabbat) lesen wir im Talmud ebendas. S. 54 a *td nay nH asw'b biaa-wn yüwv 'drv ND) b)D3'pN 1D0? NV1 Zu dem Ausdruck Dn”&£>y^ aa^y lesen wir Megilla S. 21 b. Nidda S. 63. r^.a^Oiap^ra aaiy ^.aa ynwn *«o .('j rP aV) wan na anya apww b) Aus den Targumim. zu NQ (Moed Katan 1, t) lesen wir im Talmud ebendas. wiimn ma w )/d»o>no p'oaanDi (rn n"a onan) jm ppy nnw dto?nm , — Zu Rosch ha - Schana 2, 2. nidiM P^L7D heißt es ebendas. S. 22 b. oam a*nai Nin aipn aw'b pN^oi yD^D wö — eprapiw -p^anoi (N'yna"^) imsa in c) Aus der Analogie der Mischna. So z. B'. wird das Nidda 5, 7 (mannbare Jungfrau) mit dem ft'na'ttto D^a^yn (Ma'aserot 1, 2) erklärt, Letzteres aber mit der Bibelftelle erklärt. Der Herr Verfasser hat in dem Art. ^>na dasselbe für seine eigene Meinung angeführt, und scheint also diese Stelle des Talmuds übersehen zu haben (vergl. auch weiter unten). ci)Au6 derSprache des gewöhnlichen Lebens. Solche Erklärungen finden wir sowohl zu biblischen Wörtern als zu Stellen der Mischna. Zu erstern z. B. zu ■o&d Dp aDNa ttwto (q'bnri) fryw'i mp'' ab p ^4a nopn rviran ah) N^a ^Jalkut Mischte § 953). Für die Wörter der Mischna z. B. zu dem Ausdruck n.ia NaD btü (Soma 5, 6) lesen wir ebendas. S. 59. w:a nowia naiDa rrJiba?nato bw. nnto *nd -— ndih näd Kama anto So euch Ialkur Kürze S. 3l u nya>r 'aQö<aa 'a'a nay^a ^adaaQ Bechorot S. 43b itfjN nDN'aa — ND^D (Vergl. übrigens auch unsere rabbinische Blumentese S. 14 f. f.) Die zwei zuletzt angeführten Stellen sind als Ergänzung zu den dort angl führten zu betrachten. Manche Wörter der' Mischna werden übrigens ohne Angabe der Quelle erklärt. So z. B. das Wort NDD4 (Pea 8, 1) wird im jerusalemitischen Talmud a. a. O. und im babylonischen Talmud (Baba Mezia S. 21 b) so erklärt: ninK ÄöN ’ao? mw wd — zu tyhxm (2omr 5, 4) lesen wir in Ieruschalmi o. a. O. S. 14b. -- .aaaDDa? ^rrva'brv Nach diestr kleinen Digression kehren wir zu dem Lexikon zurück. (Fortsetzung folgt). Ueber die Bolksbibel des Rabb. Sachs. (Fortsetzung.) Und du, Vater, auch an dich ergehet der Ruf Gottes, sobald dir ein Söhnlein geboren wird: Wandle vor mir und sei tadellos; ich will einen Bund mir dir und deinem Samen schließen, du kannst der Vater eines berühmten Geschlechts werden, und wenn du daß thust, so will ich dir und deinem Samen ein Gott sein: „Aber du mußt meinen Bund halten"! O, so achte denn aus diesen Bund; lasse es nicht bei dem bloßen Zeichen bewenden; sondern die Worte des Bundes mußt du festhalten, in dem Geiste des Bundes mußt du leben, denn nicht einer blosen mechanischen Handlung wegen lassest du dein Kind martern und quälen. Mit diesem, tief ins Herz der Eltern greifenden Akt, willst du das Bekenntniß ablegen, daß du dein Kind dem Gotte, dem Glauben widmest, dem deine Vater angehangen, und dem du und deine Brüder noch treu anhangen. So bleibe denn treu diesem heiligen, mit dem Blute deines Kindes besiegelten Bekenntnisse, lasse es dir vorschweben während der ganzen Periode, wo dein Kind unter deinem Schutze steht, unter deiner Obhut sich befindet. Vergiß nie, daß du es am achten Tage deinem Gotte geweiht, daß du das Versprechen mir dem Blute deines Kindes besiegelt, es nur für Gott und durch Gott zu erziehen. Sei kein Bundesbrüchiger, auf daß dich nicht die Strafe Gottes und die Schande der Welt ereile. Sorge dafür, daß dein Stamm nicht untergebe, nicht abftcrbe unter deinem Volke; sondern daß er fortbestehe in redlicher frommer Wirksamkeit, daß deine frommen Gesinnungen und Handlungen fortleben in deinen Kindern und Kindeskindecn bis in Ewigkeit.* — *) Dieses blutige Bundeszeichen hat unfern Vätern schon viel Lebensblut gekostet. Vielmal war die Beschneidung von heidnischen Regierungen unter Todesstrafe ihnen untersagt; und doch ließen sie sich nicht davon abhalten; oft wandten sie alle Mittel an, um solches Verbot wieder aufzuheben, was ihnen zuweilen auch gelang. So wird im Talmud erzählt: Einstens hat die komische Regierung das Gesetz herausgcgeben, daß keiner von den Israeliten mit der heiligen Schrift sich beschäftigen, keiner seinen Sohn beschneiden, und jeder am Sabbat und den Festtagen arbeiten solle. Da gingen Iehuda der Sohn Schamuas und seine Freunde zu 'einer Fürstin, die bei allen Großen des Reiches in Ansehen stand, und baten sie ihnen einen Rath zu ertheilen, was da zu thunfei, um den Widerruf dieses herben Gesetzes zu erlangen. Und sie rieth ihnen, sie sollen des Nachts die Gaffen durchziehen, da jämmerlich schreien und weinen, damit die Minister sie hören und sich ihrer erbarmen. Die Unglücklichem