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Der Orient · 1848-05-06 · 19 (6.5.1848) · p. Spalte 297-298

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
19 (6.5.1848)
Date
1848-05-06
Page
Spalte 297-298 (sequence 5)
Language
German
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297 Kritiken. Hebräische Lexikographie. 298 einige kurze Andeutungen über diesen Gegenstand gegeben, aber sie sind zu kurz. Manches Hierhergehörige findet man bereits betrachtet in Geigers und in unserem Werke über die Sprache der Mischna. -Es sei uns jetzt erlaubt vorläufig einige Worte über diese Gegenstände zu sagen. - - Die hebräische Sprache, obwohl sie zu den Zeiten der Talmudistcn keine lebende Sprache im eigentlichen Sinne des Wortes war, so hatte sie doch noch sehr viele Lebenskeime in sich. Außer den Wurzeln finden wir eine Menge Ausdrücke, die aus hebräischen Stammwörtern entsprungen sind, die Begriffe bezeichnen, welche sich in der Bibel nicht finden. So z. B. der Ausdruck ■pyi, der aus zwei althebräischen Wörtern zusammengesetzt ist, die aber im Talmud speciell für gute Sitte gebraucht ist. Vergl. Jalkut Pentateuch S. 194 a. vt niäio rmy DiNtto piN in -nnn inaV — rw aVa nniN nts'ij? Ebenso Bereschit rabba S. 26 d. I^p^pill llitV ntyiy dnk, piN 111 min 11V^> — 13.1 |D INNO fTO'lJJ -\wy (vergl. ferner unsere rabbinische Blumenlese S. 39. 4.) Wir haben bereits in unserer Einleitung zu (S. 12) die Stelle aus dem Kap. 28 angeführt -fr pN pN in bw ruaana noan. Ebenso das Wort nv^in, welches zwar aus dun gekannten Worte ^7! entsprungen ist, im Talmud aber speciell für talmudische Dialektik gebraucht ist. Z. B. ni-m NTH mNT (Baba Batra S. 134). ,,Die dialektischen Kunststücke von Ablaji undRaba" Im ni^lN (Berachot S. 5a).G Das Wort ,i^n, obwohl es von dem hebräischen ^"1. Wir finden auch diesen Ausdruck in den Midraschim. UVD WM N*)p“l Jalkut Psalm §. 727. Vergl. auch unsere Einleitung zu 'bv/o S. 26. In diesem Sinne ist es zum Thcil auch in folgender Stelle genommen. (Tanchuma . Frankfurt S. 920" bi»Dnty iy cai ’jsb noi^ nd.i inf/1 nvinnbw — 1D33> pai 1JV3 D’DJlD 'J1 'a „Du sollst nicht hochmüthig sein, öffentlich vorzutragen, welches du nicht zuerst für dich zwei oder dreimal überlegt hast". 6) Es ist nicht ganz klar wie der Talmud zur Bildung dieses Wortes in diesem Sinne gekommen ist. Wir glauben, daß dasselbe eigentlich nicht den Begriff der Dialektik ursprünglich gehabt hatte, es bedeute!e allem Anscheine nach zuerst den Worten nach „Schöpfungen" (In diesem Sinne wiro das Wort nv^n öon den jüdischen Philosophen oft gebraucht), die Talmudistcn verstanden demnach Arten des Denkens. Nachher bekam es die sekundäre Bedeutung der Dialektik. Es ist auch möglich, daß dieses Wort ursprünglich Nl'imn -geschrieben war, und die Kleinlichkeit der dialektischen Streitigkeiten bezeichnet. Ueber vergl.. unsere Sprache 'der Mischna S. 94 Note 89. Es wäre demnach mit rpn '»KOD „Uedertreibungen" identisch. stammt, bezeichnet etwas, wofür im alttestamentlichen Hebräisch der Begriff fehlt. mim heißt das Gesetz, die Ueberliefer ung im Gegensatz zu pi, welches D r a l ektik heißt, und womit dasjenige bezeichnet wird, welches durch Dialektik fistzustellen ist. Das ist entgegengesetzt dem mpD8 (Bibel), der Hag gada und To fest a9 und der Mischna. mbn entspricht dem althebräischen pn, und p-j (in der talmudischen Bedeutung) entspricht dem althebräischen t3D&D. Das Wort -^0, welches nur im althebräischen „zählen" heißt, hat im Talmudischen wie im Chaldäischen die Bedeutung „schreiben" und wurde dann besonders für Gelehrte gebraucht." Das Wort ni^Dp von dem hebräischen ^op (empfangen) bezeichnet die empfangene Lehre, die Ueberlieserung, und wird in der Mischna bereits für die Bücher'der Propheten im Gegensatz zu dem Pentateuch gebraucht." Das Wort wird für den Pentateuch gebraucht13 und für Ap okryp hen hat der Talmud den Ausdruck Qv^n D'HDD.14 7) Iebamot 8, 3. .nawn w pi^ dni *?apj nm na^n dn 8) Nedarim 4, 3. — .X1P13 Diob' 'N^aw nmn nia^.i tyno notei , 9) Ieruschalmk Pea 9 1>. NnDDinn niunn p xbi niabn.i jd pio1? px .DD^nn jo 10) Jalkut Amos S. 80 a. .nina i3v!3i inia na*?! 11) Es wurd schon in der Mischna den Worten NilN entgegengesetzt. Sanhedrm 11, 3. ON21O nnm "IDin min nmn— .sebut jom 4, 6. OI-IOIODnnK7-1N rnn. — 12) Taanit 2, 1. — .nyite k) Dam1? lynp nDw wn.n^.apar 13) Es wird dieses Wort dem min mo entgegengesetzt. (Gittin 60a) nnp1? b* h. ob man in der Synagoge die üblichen Abschnitte der Tora, die zum Sabbat und sonst noch in der Synagoge vorgelesen werden, aus einer bloßen Handschrift, die nicht nach den vorgeschriebenen Gesetzen der Gesetzrolle (,min 190) ■ angefertigt ist, lesen darf. Es ist ausdrücklich bemerkt, daß diese Frage von den Galiläern ausgegangen ist, und es scheint also, daß dieses Wort bei den Galiläern üblich war. Gelegentlich mag hier bemerkt sein, daß der Ausdruck mm ^Din nt^on „die 5 Bücher Mosis" oft in den Midraschim und bei den Talmudisien vorkommt (vergl. Midrasch Kohelet zu Ende. Baba Mezia S. 85 t>). Die einzelnen Bücher haben auch ihre eigenen Benennungen, wovon einige von Anfängen der Abschnitte hergenommen sind. So z. B. das erste Buch (Genesis) heißt rWNm. (Ieruschalmi Sota 11a. Bereschit rabba S. 195 d). Das zweite Buch heißt D)m. Das dritte Buch heißt crom min „die Lehre der Priester", ein Ausdruck, der sich bereits in der Mischna findet. (Megilla 3, 5.) Das vierte Buch heißt QHipDn MIN (Sota 7, 7. Menachot 4, 3). Das fünfte Buch heißt min. Dieser Ausdruck findet sich bereits 5 B. Mos. 14) Spätere Gelehrte brauchten diesen Ausdruck für die kleinen talmudischen Traktate-(nUtOp ninaDD). Vgl. Asulai D^n,lD ÜW in Theil c?Mn^ "IZ-ll 11. S; 186. §. 3. eck. Frankfurt und unsere Blumenlese S 25-. Note 2,

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