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Der Orient · 1848-05-06 · 19 (6.5.1848) · p. Spalte 295-296

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
19 (6.5.1848)
Date
1848-05-06
Page
Spalte 295-296 (sequence 4)
Language
German
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296 295 Kritiken.,: Hebräische Lexikographie» gionsphilosophie cruftritt, obwohl die Geheimlehre von derselben im Wesentlichen natürlich verschieden ist, welchen Unterschied wir in sehr bezeichnender Weise von Dr. I off, noch treffender und umfassender aber von Wessely^ dargestellt finden; und sicherlich ließe sich bei genauer Untersuchung über derlei Gegenstände und bei richtiger Auffassung der darin enthaltenen Allegorien und allerdings mystischen Philosophemcn gar Vieles für die historische und philosophische Beleuchtung der jüdischen Literatur leisten. Sollte ich nach der Meinung Sachkundiger in vorstehender Arbeit dem nun in herrlicher Weise erwachten Interesse für die jüdische Literatur und' dem universellen Sinne für Literaturgeschichte einen Beitrag geliefert haben, würde ich'mich für die dabei gehabte Mühe reichlich belohnt, und zu weitern Versuchen auf dem Felde unserer Wissenschaft ermuthigt finden^ Josef Gugenheimer, Cand. pliilos. Hebräische Lexikographie» CPEbn jwb. Wörterbuch enthaltend hebräische Wörter und' Redensarten, die sich im Talmud befinden. Gesammelt, hebräisch erläutert und ins Deutsche übersetzt von David Löwy, Rabbiner im Amschelberg. i. u. 2. Heft. Prag, 1847, 8» Haasesche Druckerei. Angezeigt von Leopold Dukes. Die Lexikographie, sowohl die althebräische als die rabbinische, ist seit vielen Jahrhunderten bei den Juden brach. Salomo Parchon und David Kimchi waren nach R. Jona den G'annah die Hauptlexikographen, die den gesamw.ten hebräischen Sprachschatz ordneten und von dem Arabischen und Talmudischen Gebrauch gemacht haben. So schätzbar diese Werke an und für sich sind, so ist die Ordnung derselben nicht sehr zu loben, es ist die Reihe der Bedeutungen nicht immer streng logisch aufgestellt, die Fülle der Erklärungen jedoch entschädigt den Leser dafür. Joses Caspi war der erste philosophische Lexikograph, welcher etymologisch die Bedeutungen auseinander deduciren wollte. Das Werk ist geistreich und anregend, und es bleibt merkwürdig, daß man so wenig darauf Rücksicht genommen hat.1 Einige Lexikographen, Die ihm folgten, z. B. Saadja 23) Anmerkungen zum 10. B. der Geschichte der Juden S. 118. 24) Jen Libanon zu Anfang der Erkl. der 1. Mischna der P. A 1) Proben daraus haben wir bereits gegeben im LB. des Orients 1847 S. 4SI gegeben. Wir werden später noch einige Proben daraus mittheilen. Jbn Da nan,ch Salomo Almoli^ sind unbekannt geblieben und wir wissen auch nicht ob sich ihre Werke erhalten haben. Seit dieser Zeit bis zu Ende des vorigen-Jahrhunderts geschah gar nichts. Ben-Seeb erwarb sich vielen Beifall mit seinem D’LSn^n aber das Werk ist nicht auf eigene selbstständige Studien gegründet, enthält blos das Material des Kimchi etwas besser geordnet, und hie und da einige wenige eigene Bemerkungen. Dieses Werk wurde auch in neuerer Zeit von dem bekannten Dr. Le tteris edirt, .welche Ausgabe aber wir nur aus den literarischen Anzeigen kennen Für das Rabbinische blieb der Aruch des Na tan ben Jechiel immer das Hauptwerk. Dasselbe, so merkwürdig und so beachtenswerth es auch ist für die Geschichte der Literatur,-leidet an großer Unordnung, und viele Wörter fehlen. Die Formen anzugeben war die Aufgabe des Verfassers nicht. Buxtorf, dessen l.exieon talnniclieum nur auf den Aruch basirt ist, ist zwar etwas besser geordnet, laßt aber ebenfalls in jeder Hinsicht vieles zu wünschen übrig. Derselbe hat alle Perioden ohne Ordnung gegeben, und auf das Chronologische keine Rücksicht genommen. Herr Landau, der Herausgeber desselben hätte sich ein großes Verdienst erwerben können — wenn er die ,Arbeit ganz ab ovu angefangen. Der Wunsch war schon lange bei Vielen rege, den neuhebräischcn Sprachschatz, welcher in der Mischna und im Talmud aufbewahrt ist, mit dem alten zusammenzustellen, damit man eine leichte Uebersicht von beiden bekommt. Ueber den Werth dieses Wortschatzes haben die größten christlichen Philologen z. V. Michaelis und Gesenius schiefe Ansichten gehabt.^ Dieser. Wunsch ist jetzt erfüllte Herr David L ö w y hat nun ein solches Wörterbuch herauszugeben begonnen Und wir gehen mit Vergnügen daran, die Aufmerksamkeit des Lesers darauf zu lenken. Es ist um so verdienstlicher, da der Verfasser in einen kleinen Orte sitzt, wo die Hilfsmittel spärlich vorhanden sind. Der Verfasser dieses sehr schätzbaren Werkes kann unfern in pekuniärer Hinsicht guc gestellten Rabbinen in Deutschland zur Nachahmung dienen, die D'DpJ&y keine Hand an literarische Arbeit anlegen, und so ihre eigentliche Bestimmung verkennen. Der Herr Verfasser hätte zur Vervollständigung des Werkes selbst und zur Orienrirung des Leserseinige Worte im Allgemeinen sagen sollen über die Sprache des Talmuds überhaupt und über die sprachliche Exegese des Talmud insbesondere.^ Der Verfasser hatte in seiner Einleitung allerdings 2) Vergl. unser Buch: zur Kenntniß u. s. f. S. 158 Note. 3) Von Chiskia Romani erwähnt in dem Katalog der Grammatiker, den Wolf mitgetheitt hat. 4) Bei einer andern Gelegenheit werden wir diesen Gegenstand näher betrachten. Michaelis, besonders chatte höchst unklare Ansichten über diesen Gegenstand. 5) Wir verstehen hierunter den üt&'E) im Gegensatz von

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