Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-05-06 · 19 (6.5.1848) · p. Spalte 293-294

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
19 (6.5.1848)
Date
1848-05-06
Page
Spalte 293-294 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897554--5430-3534115
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

293 294 Studien. Ueber das Sefer Jezira. per,besonders aber die Bemerkung yMb pMD D^Db von der im Talmud 10 angegebenen sehr abweicht. Werfen wir nun ans den gedruckten dem Saadja unterschobenen Kommentar des Buches Jezira" einige kritische Blicke, so werden wir zu dein Resultate kommen, daß unser Manuskript diesem Werke zu Grunde gelegen sein nmß, daß beide pseudonymen Schriften Einen Geist in sich tragen, und wenn auch in beiden Kommentarien manche Stellen von einander abweichen, so ist doch sicher anzunehmen, daß der gedruckte Kommentar eine Excerption ans unserem Manuskripte ist; zum Beweise daß die meisten Varianten nur in einer Verschiedenheit der Lesarten beruhen, mögen folgende nicht völlig übereinstimmende Proben dienen. (Ich wählte, um Raum zu ersparen, solche Stellen zur Vergleichung ans dem gedruckten Kommentare, deren entsprechende anö dem Manuskripte xm Verlaufe der Abhandlung bereits angeführt wurden): Kap. I. Abschn. 1: pjo;wb “Wdddd po: wy* nimm Kap. II. Abschn. 4. ->ND rnrnD NE>C<n •"ULd pi , nimm' DNtfia p nwy1? pm paoni 'nd ib Abschn. 5. r^MD ^->D Nmy pN o myo^i idni , nwnpn nimiNn m"pn pw ns inm doni n'S nniDipb mini , rnnwi-MD mm. Kap. IV. Abschn. 1. by pto imiDm ]tw dVdi r'triV’Wjn D(W DD^U/ DMDD 'l mblSD 'ID NMIW M' mji by nyrw , ppb mw pi nibiD dm by mb^iD omdd n i -U3D dbub.1 .pnND imbAii dmod rnr- -wy ukw ww pp bjbj mjinjn c^b.i wb bm ombubJii nibra bw b.)b) ppmi. d"1 ib ww biu bjbj iriNi dom* 'r ib , nw pibnn mbiD rrm hwd d"’> bw b.ib^ Dy 'i nw DDibnn px 0*222 rn >v. Auffallender ist, daß im gedruckten Kommentar gar nie der Erzvater Abraham als Verfasser des Buches Jezira genannt ist, was in der geschriebenen Erklärung besonders am Anfänge itnb am Ende in sehr nachdrücklicher Weise geschieht, welcher Umstand vielleicht eine Folge der stets fortschreitenden Kritik ist; denn daß cs eine sehr bornirte Ansicht sei, die Verfassung des Sefer Jezira dem Abraham zuzuschreiben, geht nicht nur ans den talmudischen Schriften und neuern Forschungen, sondern ans dem Buche Jezira selber hervor.' Hier "heißt es: rmVv nrnn i'DNborwy ddnw uiyo nm pu'brai DHlb und es läßt sich doch nicht denken,, daß Abraham einen Vers aus Davids Gesängen " eitirt. Ebenso 10) Cvagiga 12 b. 11) Sefer Jezira, Mantua, 1562.' f« 87—102. 12) Kap. I. Abschn. 10. 13) Ps. m, 4. spricht gegen jene mystische Vindikation der Anfang der letzten Mischna: UMtt D.TON “DSW )ra. Obige Zuneigung will zwar einseitig in Jalkut Reubeni f. 33 h zu 1. M. 12, 5 begründet sein, aber die Targmne und Naschi, so wie die meisten bewährten Kommentatoren, stimmen bei der Interpretation genannter Bitelstelle nicht mit jener Ansicht überein. Der Grund der Pseudepigraphie liegt vielleicht in folgender Talmudfictlc": ^rn mpnbi panb ymw omziNb p jnw bm^ 'n "py p myb\w umn t-wn rnznö nryyoa t^nibi -pbra nsp. 2lnch die Werte Rasch i's" DM ynr un mw ddddi pna v'y zu.jm in-dm mm *pab pNl GW Mb können nicht als Beweis dafür dienen, daß zu Bezalcl's Zeiten das Sefer Jezira schon existirt habe, sprechen vielmehr für die Entstehürigszeit dieses Buches im tanaitischen Zeitalter, da das Wort \Jn nur in Bezug auf Werke, welche dieser Periode ihren Ursprung verdanken, gebraucht wird. Dr. Zrmz" versetzt das Erscheinen des BncheS Jezira in das geonäische Zeitalter. Zur Widerlegung dieser Meinung von A» Franck," der die Entstehung des Sefer Jezira in das erste Jahrhundert unserer Zeitrechnung setzt, möchte ich auch noch hinzufügen, daß rein auf den Grund jener Talmndstelle" auch andere Autoritäten" deZ rmp DSD erwähnen. Die Bemerkung aber, als seien die Worte DHD *iy pw erst dein Gebetbnche entnommen, muß wirklich, da dieser Ausdruck schon bei Jesaja21 verkommt , als ein Jrrthum des so allgemein anerkannten genialen Forschers Staunen erregen, und kann daher nicht als Beweis für die Meinung des Herrn Dr. Zunz anerkannt werden. Ich möchte deri Ursprung des Sefer Jezira den Schulten , welche circa 3800—3850 a. m. geblüht haben, verdanken, mich also der Meinung des Dr. Grätz anschließen, aber auch der Bemerkung des Dr. Hirschfeld beistimmen, welcher sagt,^ daß im ,,Gnosticismus und Judenthnm^ zu weit gegangen wird, wenn man im Buche Jezira eine spätere Hand nicht erkennen will. Bei Forschungen ähnlicher Art finden wir die von mehreren Gelehrten aufgestellte Meinung bewährt, daß der in der Kabbala liegende Thcit der ji'rdischeu Reli- 14) Cbagiga f. 14 b* 15) Berachot f. 55 a. 16) Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden- Kap. IX. S. 166. 17) Die Kabbala S. 55, 39* 18 Sanhedrin f. 656. 19) Lur Jore Dea Kap. 179 z Josef %\bo \2ote Dea) 179, 15. 20) Die gottesd. Vortr. d. Juden. S. 165. 21) Kap. 57, 15. 22) Die hagadische Exegese S. 120. 19

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.