Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 18 (29.4.1848)
- Date
- 1848-04-29
- Page
- Spalte 283-284 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/8555529-9897534-9897553--5424-3534100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
284 -Die Bolksbibel des Rabb. Sachs 283 Studien. Warum dieses Bundeszeichen gerade an jenem bestimmten Körpertheile gemacht werden sollte, das hat feiste guten Gründez unter andern auch diesen natürlichen, weil es da am wenigsten schädlich und hinderlich ist. 7- Unb wenn ein vorhäutiger Mann sich findet, der nicht beschneiden läßt das Fleisch seiner Vorhaut, so wird diese Seele ausgerottet werden aus ihrem Volke, durch einen frühzeitigen Tod, oder frühzeitiges Aussterben seines Stammes; meinen Bund hat er gebrochen. Ferner sprach Gott zu Abraham: Dein Weib Sarai, nicht soll ihr Name Sarai genannt werden, sondern Sara soll ihr Name sein. — Auch sie soll einen andern, nicht von den Eltern, sonderr von Gott ihr beigelegten Namen tragen; damit auch sie erinnert werde an.ihren wichtigen Beruf, die Stamm-Mutter einer zahlreichen, dem Glauben an den einigen "wahren Gott dieses Gebot vorsätzlich Übertritt, anbelangt, so sind die nachtalmudischen Gelehrten hierüber geteilter Meinung. Nach Maimonides und Andern ist derselbe wie der vorsätzliche Uebertreter eines jeden andern Gebotes anzusehen , so, daß er alles Zutrauen in Beziehung auf religiöse Angelegenheiten verliert. Er darf nämlich keine religiöse Funktion, wie: Schächtung, Beschneidung verrichten, und kann nicht als giltiger Zeuge bei Trauungen und Scheidungen angenommen werden. Nach Raschi aber ist er trotz der vorsätzlichen Uebertretung wie jeder andere Israelit anzusehen und zu verwenden, weil es nur ein Gebot und Verbot ist, das er vorsätzlich übertreten. Wie die Beschneidung beschaffen sein soll, ist in der heiligen Schrift nicht ausdrücklich angegeben, die Art wie sie heute unter unter uns errichtet wird, ist nur durch die Tradition auf uns gekoiyinen. Sie kann nach den rabbinischen Bestimmungen durch jeden sachverständigen Israeliten, wenn er nur nicht selbst vorsätzlicher Weise unbeschnitten ist, an jedem Orte, vor jeder beliebigen Anzahl von Menschen, wenn auch gar kein Anderer zugegen ist, vorgenommen werden. Jedoch muß sie bei Terg 'und wenn der achte auf einen Sabbat fällt, auch am Sabbat und unter den vorgeschriebenen Segensformeln des Beschneiders, des Vaters und der Anwesenden, wenn deren da sind, vor sich gehen. Nur wenn irgend eine Krankheit beim Kinde obwaltet, oder Gefahr von der Beschneidung zu fürchten ist, kann sie auf eine längere Zeit hinausgeschoben werden. Aber diese'Beschneidung außerhalb des achten Tages, sowie die derjenigen Kinder, die in der Abenddämmerung oder beschnitten geboren werden, darf nicht am Sabbat vorgenomwen werden. Der Brauch hat roch HLnzuglfügk, daß die Beschneidung in der Synagoge vor wenigstens 10 erwachsenen Mannspersonen unter dem Beistände eines hierzu gewählten Sandeks (Syndikos^Anwalt, der' einem'andern beistehch der das Kind von den es bis zur § chwelle der Synagoge tragenden Frauen übernimmt, und während der. Beschneidung auf dem Schooße hält und unter dem Segensspruch über einen Becher mit Wein (an melieren Orren auch über eine Myrrhe) vor sich gehen solle. , Firner, daß nach vollzogenem Akte von Seiten der Eltern ein Freu^enmahl vor einer Gesellschaft von wenigstens 10 erwachjennr Mannspersonen gegeben werde. Den Stuhl Elias, die sogenannte Wachnacht u. dgl. hat der Abc r glaube emgeführt. geheiligten Nation zu sein, und damit auch sie an Ehre und Würde in den Augen Anderer gewinne. — Ich segne sie und gebe dir auch von ihr einen Sohn, und segne sie, daß sie werde zu Völkern; Könige über Volker sollen von ihr entstehen. Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte, und sprach in seinem Herzen: Einem Hundertjährigen soll noch geboren werden? oder Sara die neunzigjährige soll noch gebären? So viel Wunder will Gott mir beweisen, wodurch , habe ich diese Gnade.verdient? Und Abraham sprach zu Gott: Möchte doch Iischmael leben bleiben vor dir! — Abraham hat^ bisher geglaubt, die Menge der Völker, die von ihm herstairmien sollen, werden von Iischmael Herkommen; als er aber, hörte, daß auch Sara noch gebären soll,, siel er, überrascht von dieser Gnade Gottes nieder, und nicht begreifend die Freude, die ihm Gott zugedacht, bittet er: Herr! ich bin zu geringe füs solche Gnade, lasse mir nur das, was du mir wohlwollend beschieden; lasse mir meinen Iischmael! ich bin schon mit dieser Nachkommenschaft zufrieden und reichlich beglückt. — .Der bescheidene Gottesfürchtige macht keine allzugroßen Ansprüche, muthct sich nicht zu viel zu; er begnügt und freut sich, wenn ihm das nur bleibt, was er besitzt. -r Aber Gott sprach: Gewiß dein Weib Sara gebärt dw einen Sohn, dem du den Nainen Iizchak, Lacher, Freudiger, geben sollst. Ich werde errichken meinen Bund mit ihm, zu einem einigen Bunde, für seinen Samen nach ihm. Auch Iischmaels wegen habe ich dich erhört. Siehe! ich segne ihn, mache ihn fruchtbar und vermehre ihn über die Maßen. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und ich werde ihn zu einem großen Volke machen. Meinen Bund aber werde ich errichten mit Iizchak, den dir Sara gebären wird um diese Zeit, im andern Jahre. Und als aufgehört halte mit Abraham zu reden, erhob sich Gott von Abraham. Nun nahm Abraham seinen Sohn Iischmael, alle seine Hausgebornen und alle für sein Geld angekaufte, alles Männliche unter den Hausleuten Abrahams und beschnitc das Fleisch ihrer Vorhaut, an eben demselben Tage, wie Gott zu ihm geredet hatte. Abraham war neunundneunzig Jahre alt, als er beschnitten ward am Fleische feiner Vorhaut. An eben demselben Tage ward beschnitten Abraham und sein Sohn Iischmael. Und mit ihm wurden auch alle seine Hausleute, sowohl die Hausgebornen als die für Geld angekauften von Fremdlingen beschnitten. --- , Der Bund den Gott früher mit Abraham geschloffen, von dem im fünfzehnten Kapitel erzählt wurde, geschah zur Bestätigung des Versprechens über den Besitz des Landes Kanaan zum Lohne für die Handlungen der Menschlichkeit-und der Liebe die Abraham gegen die Menschen bewieß. Der Bund aber, von dem hier erzählt wird, sollte dem Abra- Hain zur Versicherung dienen der göttlichen besonder» Leitung und des besonder» göttlichen Schutzes für seine Nachkommen zum Lohne seiner guten Gesinnung, seines frommen Wandels vor Gott seiner Belehrung und Verbreitung eines reinen Got-