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Der Orient · 1848-04-22 · 17 (22.4.1848) · p. Spalte 267-268

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
17 (22.4.1848)
Date
1848-04-22
Page
Spalte 267-268 (sequence 6)
Language
German
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261 268 Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta, von Dr. F. Hildesheimer. (Fortsetzung) 1,2. 26. 30. 3 l. Irrthum durch Schreibfehler kann hier nicht angenommen werden, da sich eben so wenig im Griechischen als im Hebräischen ein Anknüpfungspunkt für die etwaige Verwechselung der Buchstaben finden läßt. Wir dürfen auch diesen Streit nicht dadurch beilegen, daß ja die Angaben der Sept. selbst variren, denn es ist nicht zu verkennen, daß sich die beiden griechischen Varianten näher stehen, als beide der Hebräischeil , der Grund ist hier tiefer und zwar in einer konsequenten Durchführung eines ganz bestimmten Prinzips zu-suchen. Stellen wir zu dem Ende die Summe der Lebensjahre aller dort Genannten zusammen. He bräi sch. Septuaginta. Sem 600 600 Arpachsch 465 565 Kainan 460 (s. Bemkg. zu 22) Schelach 460 460 . . Eber 464 404 Peleg 239 339 Ron 239 339 Serug 230 330 Nachor 148 208 Durch diese Uebersicht erreichen wir glänzende Resultate und zwar im reichen Maaße. 1) Es zeigt diese Uebersicht, daß das Menschenalter im Laufe der Zeiten in einem fallenden Verhältnisse zu einander steht, jedenfalls nie in einem steigenden, höchstens blieb dasselbe in 2 Generationen gleich, (Peleg und Reu im Hebräischen, Kainan und Schelach, Peleg und Reu in Septuaginta) eine Ausnahme bildet gerade Nr. 26 (V. 17), wo dem Eber im hebräischen Texte ein so hohes Alter zugeschrieben wird, daß die Gesammtsumme die seines Vorgängers übertrifft, und d l e se s w a r der Grund zu r p r i n z i p i e l l e n Aend erring des Textes. Die ganze Stelle wird dadurch gleichmäßiger, trägt dadurch aber auch durchaus den Stempel der spätern Zeit. 2) Daß von den beiden angeführten Varianten die geringere (270) die richtigere sei, weil mit der andern der Zweck nicht erreicht wird. Die letztere verdankt ihre Entstehung sicher einer Zeit, wo dieses Kunststück nicht mehr herausgefunden wur>e, da mochte einem gelehrten Hebräer, dem doch diese so große Differenz der Angaben auffallen und was ist leichter als aus 3ia tqiu oder vielmehr aus § die Buchstaben zq zu machen. Dieses ist die Geschichte dieser Glosse. (Vgl. oben unter 25. 27. 28.) Ehe wir fortschreiten, die Resultate dieser Zusammenstellung aufzuzählen, müssen wir erst dem Einwurfe begegnen, warum denn der Glossator dem Nachor so viele Jahre geschenkt, da er ja die Reihe beschließt. Aber nein, lieber Leser, Alles hat seinen Grund, 6 principio oriuntur omnia sagt schon der weise Cicero, auch das hat seinen guten Grund, das der Glossator den Vater alter als den Sohn werden lassen muß, dieser aber wird 265 Jahre alt (V. 32), es war kein Grund vorhanden, an diese einzeln stehende ganz unschuldige Zahl das doppeltschneidende Messer dieser Kritik, das immer den Nebenmann mit ins Verderben zieht anzulegen. In Bezug auf Serug muß ich bitten, recht eingedenk zu sein, was ich oben 1. 1 Grund 2 vermachet und — es wird Licht. 4) In Nr. 30 (V. 24) ist die Lesart der Sept. ohne hcizov die ursprüngliche, behufs dieser ökonomischen W a a ß r e g e l eingerichtet; sie ist deshalb dir ursprüngliche und einzig richtige (Glosse), weil diese Einrichtung sonst nicht stimmt, der spätere Glossator verstand diesen Kniff nicht mehr. 5) In Nr. 31 (V. 25) ist ganz entschieden shocdwaa zu lesen, weil nach den andern Lesarten Nachor nur ein Jahr weniger als sein Sohn Therach lebte, n&yjJ’ pl, (Vergl. oben unter 25. 27. 28, wo wir uns für die andere Lesart aus ähnlichen Gründen entschieden, diese Varianten gehören gewiß verschiedenen Zeiten und Prinzipien an.) B. b. 11. 48. 1) Daß in der Version ursprünglich das ganz richtige ötmzy gestanden, erfahren wir glücklicherweise ausderUebersctzuag der Parallelstelle Jeremias 52, 4. 2) wie fo diese wunderlichen Zeilen entstanden sind, dürfte nur durch subtile Hypothesen vermuthet werden können, vielleicht hat Jemand ein Wörtchen Iv, welches die Jdendität des Monats und der Tagesangabe in unserm Verse bezeichnen sollte, an den Rand geschrieben (solches gehört nicht zu den Umvcrhrscheinlichkeiten, da auch die Notizen der Masoreten bekanntlich von derselben Art sind,) und dieses Wörtchen kam mit in den Text, so hypothesire ich über die Zahl bdsncczr]. Da ich nun einmal in Mitten wunderlicher Hypothesen bin, so darf ich wohl in ganz analoger Weise auch zur Erklärung der andern Lesart hinzufügen, daß vielleicht ein Anderer ein 3 an den Rand bemerkt, welches natürlich dieselbe Gleichheit des Ausdrucks bezeichnen sollte, aber von einem Glossenjäger für die Zahl 8 gleich 4 verstanden und in den Text (^§6«- Q£6KQu3£Y.dz7i) geschmuggelt wurde (?). 111. 42. Daß nur namenlose Gedankenlosigkeit den grenzenlosesten Unsinn durch das Wort in den Vers bringen konnte, bedarf keines Beweises. IV. 42. Die kürzere Version des Verses kann nicht die ur-

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