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Der Orient · 1848-04-22 · 17 (22.4.1848) · p. Spalte 265-266

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
17 (22.4.1848)
Date
1848-04-22
Page
Spalte 265-266 (sequence 5)
Language
German
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265 Studien. Die Volksbibel des Rabb. Sachs. 266 Lebens angenehmer und bequemer zu blfciedigen, damit siesich mit nützlichen Erfahrungen bereichern und sie der /Nachwelt übergeben;— was war sie ihnen? — ein aleichgiltigcs Hinbrüten über Dinge, die nichts heißen und nichts nützen, weder sich noch der Welt, ein müßiges, langweiliges Hilischleppen der Lage, deren sie und andere überdrüßig werden mußten; und was war die Folge dieser elenden Lebensweise? Lemechs Geschlecht noch mußte unter der Bürde der Mühseligkeiten u. Beschwerden des Lebens seufzen, und sie, die ins Leben greifen, die durch ihre Willenskraft und Erfahrung den Fluch von der Erde hätten verbannen können, sie verfielen in die schrecklichsten Bande der Laster und luden nun noch einen größern Fluch, den Fluch der Sündfluth auf sich. — — Wie traurig, wie betrübend für das Menschengeschlecht ist solch eine Pause in der Thätigkeit der Menschensolch ein langweiliger Tod in der Geschichte des menschlichen Lebens, wie entehrend für den Namen eines Menschen, wenn man weiter nichts ihm nachzusogen weiß, als daß er gelebt und Kinder gezeugt und lange gelebt und wieder Kinder gezeugt, und gestorben ist. Nun das ist kein Leben, das ist ein langsames Hinsiechen, ist der Gang zum Verderben. Der Himmel bewahre mich vor solch einem Leben! Nicht nach Jahren, nach Thaten will ich mein Leben bemessen. Soll ein Andenken von mir der Welt zurückbleiben, so soll sie nicht erfahren, wie lange ich gelebt, sondern wie viel ich gewirkt im Leben. Lieber will ich wenige Jahre und fromm und erfolgreich wie Chanoch, als viele und thatenlos wie Methuschetach verleben. Und gefällt es Dir, o Herr, die Tage meines Lebens zu verlängern, o so gieb mir nicht das Alter eines Adams, verlange gelebt und Herzensleid an seinem Sohne Kain, an einer verderbten, heillosen Nachwelt zu sehen, gieb mir das Alter eines Noach, bcr nach einer unglücklichen elenden Zeit ein kräftiges Geschlecht (in Abraham) erblühen' sah, das ihm und Gott Freude gemacht. — Eine Stunde heilsam hienieden verbracht,*) Wiegt eine ganze Ewigkeit auf; Wem dort der Himmel Augenblicke nur lacht. Der misset gern den irdischen Lebenslauf. ') Der Talmud erzählt: Als Rabbi Bun in einem Alter von acht und zwanzig Jahren starb, da kam Rabbi Se-ia, um über ihn die Leichenrede zu halten und begann : „Süß ist der Schlaf des Arbeiters, mag er wenig oder viel genießen; den trägen Neichen aber läßt der Ueberfluß nicht schlafen j" (Prediger 8, 11). Dieser Ausspruch läßt sich deutlicher durch folgendes Gleichniß versinnlichen: Ein Herr hat sich mehrere Arbeiter zur Vollendung eines Werkes gedungen. Unter diesen war Einer, der ernstlich und zweckmäßig das Werk betrieb, ganz nach dem Wunsche des Herrn. Als dies der Herr bemerkte, nahm er ihn, zum Beweise seiner Zufriedenheit, eines Tages, an dem er einen Spaziergang machte, zur Erholung mit sich. Zur Abendzeit kamen nun die Arbeiter, um ihren Lohn zu empfangen. Auch der Fleißige kam unter ihnen. Als nun dieser, so wie die übrigen seinen ganzen Lohn erhielt, murrten die übrigen Arbeiter und sagten: Wir haben den Sieben zehntes Kapitel. Zweites Bündniß Gottes mit Abram zur Vers ich erung, der göttlich en Leitu ng seiner . Na ch kommen sch af t. l —27. Als Abram neun und neunzig Jahre alt war, erschien ihm der Ewige und sprach zu ihm : Ich bin Gott der Allmächtige, den du bereits erkannt hast. Wandle vor mir und bleibe tadellos; so werde ich einen Bund ersetzen zwischen mir und dir und dich vermehren über die Maßen. Da fiel Abram auf sein Angesicht, theils aus Dankbarkeit, theils aus Ehrfurcht und Schrecken, daß ihm das erhabene Wesen ^schienen, das er längst schon als groß und mächtig erkannt hatte, und Gott redete zu ihm also: Ja, ich stehe mit dir im Bunde. Du wirst der Stammvater einer Menge von Völkern, werden; daher soll nicht fortan dein Name Abraham genannt werden, sondern Abraham soll dein Name sein; denn zum Vater einer Menge von Völkern setze ich dich ein. — Dieser Name soll dir dienen, erstens: „zum Erinncrungsmittel an deinen Beruf, ein musterhafter Stammvater vieler Nationen zu werden, und als solcher dich zu benehmen, u. zweitens zu einem Ehrentitel und einer Auszeichnung vor den Augen der übrigen Völker. — Ich lasse dich überaus fruchtbar werden and Völker von dir entstehen. Und ich will meinen Bund errichten zwischen mir und dir, und deinem Samen nach dir, auf ihre Geschlechter, zu einem ewigen Bunde, daß ich dir und Deinem Samen nach dir ein Gott sein werde. Dir und deinem Samen nach dir gebe ich das Land deines gegenwärtigen Aufenthaltes, das ganze Land Kanaan zum ewigen Eigenthum, und ich werde ihnen ein Gott sein, d. h. ich werde mich ihrer besonders, annchmen, sie schützen, leiten, bewahren, ihnen Mittel der Besserung, der Belehrung und Bildung an die Hand geben. — Das Bündniß, dessen im fünfzehnten Kapitel erwähnt wird, hatte vorzüglich die Verheißung und Uebergabe des Landes Kanaan an Abrahams Nachkommenschaft zum Grunde, hier aber ist der Hauptgegenstand die Verheißung des göttlichen Schutzes, um dessentwillen das Bündniß geschlossen werden soll (Fortsetzung folgt). ^ganzen Tag gearbeitet und uns abgemühet, und dieser hat nur zwei Stunden während des ganzen Tags gearbeitet, soll er so gut den ganzen Lohn erhalten, wie wir? — Aber der Herr antwortete ihnen: Dieser hat in zwei Stunden mehr verfertigt, als ihr durch einen ganzen Tag. Rabbi Bun, den wir betrauern, ist jener fleißige Arbeiter in dem Garten des Herrn; er hat während seines kurzen Lebensalters von acht und zwanzig Jahren, so viel ergründet und erforscht in der heiligen Lehre, so viel Gutes bewirkt, was kein anderer Gelehrte in hundert Jahren zu bewirken pflegt. Sein Schlaf ist daher süß, sein Lohn groß, wenn er auch nur wenig sein Leben auf Erden genossen, während ein Anderer, der viel gelebt, nicht so gut schlafen wird.

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