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Der Orient · 1848-04-15 · 16 (15.4.1848) · p. Spalte 249-250

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
16 (15.4.1848)
Date
1848-04-15
Page
Spalte 249-250 (sequence 5)
Language
German
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250 249 Studien. Falsche Jahre, in denen er Söhne und Töchter zeugte. So waren die -Lebtage des Scheth neun Hundert und zwölf Jahre als er starb. Enosch lebte neunzig Jahre und zeugte den Kenon. "Nachdem er den Kenon gezeugt, lebte er noch acht Hundert und fünfzehn Jahre in denen er Sohne' und Töchter zeugte. So waren die Lebtage des Enosch neun Hundert und fünf Jahre als erstarb. Kenon lebte siebenzig Jahre und zeugte den Mahalalel. ' Nachdem er den Mahalalel gezeugt lebte er 'noch acht Hundert und vierzig Jahre, in denen er Söhne und Töchter zeugte.- So waren die Lebtage des-Kenon neun Hundert und zehn Jahre-als er -starb-. -Mahalalel lebte fünf und sechzig Jahre und - zeugte' den Jercd^ Nachdem er-den Jered gezeugt lebte er noch' acht Hundert--und dreißig Jahre, in denen er Söhne und Töchter zeugte. -So waren die Lebtage Mahalalels acht Hundert'und fünf und neunzig Jahre, als er starb.- Jercd lebte Hundert und zwei- und sechzig Jahre und zeugte den Chanoch. Nachdem Jered den- Chanoch gezeugt, lebte er noch acht Hundert Jahre, in denen er Söhne und Töchter zeugte. So waren die Lebtage des Jered neun Hundert und zwei und sechzig Jahre als er starb. Chanoch lebte fünf und sechzig Jahre und zeugteden Methuschelach. Und Chanoch wandelte mit Gott, /nachdem er den Methuschelach gezeugt, drei Hundert Jahre in welchen er Söhne und Töchter zeugte. So waren die Lebtage des Chanoch-drei-Hundert und fünf und sechzig Jahre. Chanoch wandelte mit Gott und er war nicht mehr; denn Gott hatte ihn weggenommcn. Chanoch, die einzige freundliche Erscheinung in dieser langweiligen Auseinandersetzung von leeren Namen und Jahren; Chanoch, der Einzige, dessen Lebensjahre die ersprießlichsten, gewichtigsten 'waren, in der ganzen Reihe der frühesten Zeitalter, Chanoch , der Einzige, von dem gesagt wird-, daß er gelebt, daß er gottgefällig gelebt, daß er fromm und wirksam gelebt. Dieser Chanoch durfte unter allen hier genannten der wenigsten Lebensjahre sich erfreuen. „Chanoch wandelte mit Gott" und war nicht mehr" und entschwand dem Leben vorder Zeit. Ist dies der Lohn frommen Wirkens, das die Frucht edlen Strebens unter Millionen von Gleichgültigen? -- Ja, dies ist der Lohn, der reichlichste Lohn edlen Strebens, der herrlichste Ersatz für die glücklichsten Lebensjahre auf Erden — das wollte eben die heilige Schrift hier andeuten — denn Gott nahm ihn zu sich, dort eben aus den Händen des ewigen Vaters sollte er den Lohn empfangen, den keine Güter, keine Lebenszeit auf Erden aufzuwiegen vermögen, den Lohn, den sein unsterblicher Geist in der Nähe seines Gottes, in der Urquelle empfinden und genießen soll, von der er gekommen. Chanoch war zu gut für diese Erde, er war zu früh reif für den Himmel, für den Lohn der ewigen Seligkeit; darum war er nicht mehr, darum nahm ihn Gott zu sich, um sein geliebtes Kind bei sich zu haben, um es frühzeitig die Frucht seines Wirkens ungetrübt genießen zu lassen. (Fortsetzung folgt.) Bibelcitate. Berichtigung falscher Bibelcitate. Es ist nicht selten der Fall, daß man in christlichen Gesellschaften, fetbft in den gebildetesten 'und von wahrhafter Humanität belebten Kreisen, die schiefesten uud verkehrtesten Urtheile vernimmt, sobald jüdische Zustände und Verhältnisse aufs Tapet kommen. So lange dies sich blos auf Sitten und Gebräuche, die Ergebnisse historischer Entwickelung und der mittelalterlichen Drangsalen unseres.Volkes, oder gar talmudischen Ursprunges sind, erstreckte, ließe sich die Unkenntnis der jüdischen Verhältnisse, vorzüglich aber der jüd. Literatur, da dev Talmud wirklich noch. in unserem erleuchteten Jahrhundert eine wahrhafte. Terra ■ incognita dem christlichen Publikum ist, als einen wenn. auch, nicht ganz zu entschuldigenden, doch nicht-völlig zu verdammenden Grund solcher falscher Urtheile.angebeu. Allein, wenn sogar das Fundament der jüdischen Religion und aller andern, die heilige Bibel selbst, hierin allen. Sprachen und Zungen übersetzt und in der Hand eines jeden ssich heut zu.Tag befindet, aufs schändlichste verleumdet und dem leichtgläubigen Publikum Dinge in ihrem Namen aufgetischt werden, wovon keine - Spur, oder gar das Gegentheil in ihr vorkömmt, da dürfen wir mit vollem Rechte in die tiefste Erbitterung ausvrechen und die Verläumder zur gehörigen Rechenschaft ziehen. Jndeß ist es nicht immer, javielleicht nur sehr selten boshafte Verlaumdung, sondern Jrrthum, Nachsprechung und Erzählung, was man von diesem oder jenem gelehrtscheinenden Skribler gehört, aus diesem oder jenem für wissenschaftlich gehaltenen Buche gelesen,- wodurch unsere christlichen Mitbrüder ganz unwillkürlich in die gröbsten und für uns leider auch die schädlichsten vorgefaßten Meinungen verfallen. Nicht Ammenmährchcn allein sind es, die das Herz eines Christen, von seiner zartesten Jugend an, uns abwendig machen und es von vornherein, bevor-noch der.menschliche Verstand in ihm heranreift, gegen uns stimmt, sondern trifft es sich nicht selten, daß selbst kräftigausgebildete Geister auf keinem Gebiete uud in keinem Zweige des menschlichen Wissens, so befangen zu Werke gehfti, und fast schon im voraus eine Beute der. sie beherrschenden Vorurtheile sind, als wenn das Thema auf jüd. Zustände sich wendet und: dies oft blos deshalb, weil sie, sei es aus Trägheit, oder aus zu vielem Zutrauen zu einem gelesenen Buche,-oder einer in Autorität stehenden Person, eine citirce Stelle nachzuschlagen unterließen. Bedenkt rnan aber wie viele Jahrhunderte ein einzelnes Buch erhalten und in wie viel Tausend Hände es gebracht, in wie viel Exemplare ein Werk herausgegeben, und wie viel Mal dasselbe neuerdings aufgelegt oder übersetzt werden kann, so ist es fast unberechenbar wie viele Menschen, durch eine einzige darin falschcitirte Stelle zum Jrrthume verleitet werden. Es jollte daher uns Israeliten eine der heiligsten Pflichten sein, nicht blos um die Ehre unseres Volkes und unserer Religion zu retten, sondern auch andere, die aus Jrrthum nur uns die Bruderhand entziehen und im sittlich-moralischen Gebiete die

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