Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 9 (1848)
- Issue
- Heft 15 (8.4.1848)
- Date
- 1848-04-08
- Page
- Seite 114 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- 114 selfgovernemeni -7— fccuj Aele unserer Zeit — stand, einer Klaffe/vog StaaMuMihörjgeudfe fOklaprn der' Sklaven waren. Wenn je in der freien Brust eines Oesterreicherö die Sehnsucht nach Freiheit sich regte nnd er sie. pnezestM Anüerdxn^n.Mßte, J$ chostech er ^ch.^ mit ^em-rBewnsttffin / daß^Zrvch eine KiaM unter Ihnn stehe. So bildeten die Inden die Sündenböcke der . alte System ist für ilnmer gestürzt? Der Strom der Freiheit hat sich .auch yqch.denl.schonen Oesterreich ""ergossen und bie- Dämme, 'welche das-Volk"-' voll."-seinem heiligstell Rechte trennte, fortgerissen. Die freien Institutionen sind es, die das Band der Verbrn-; dcrung in'Oesterreich auomachen. Freiheit ist das Banner, welches. von 'dem neuen Systeme vorangetragen wird , und ihr Verhältniß zur Juden fragd;.33mp mmi; untersucht werden. ' - .. ■ II. - : 'S'ic Lösung, wie die österreichische Ländergruppe zusammengehaltctt werde, ist in dem neuen Systeme gesunden. Die gleiche Freiheit , die Allen gewährt wird, muß die Länder verbrüdern nnd sie eng an das Kaiserhaus knüpfen. Nicht in der Religion soll die Einheit anfgesllcht werdell, sondern in der nnerschütterlicheil Basis des Staates, in der'sreicn Entwickelllng. Die Freiheit, in ihrem vollen Umfange unt> allseitigen Manifestation , soll fortan die Nationalitäten Zusammenhalten Ulld sie unter das kaiserliche Banner schaaren. ,,Alle Staatsangehörige sind gleich vor dem Gesetze"' ist die Zauberformel, welche die Verschiedenheit der Nationalitäten ausgleicht, nnd das oberste Prirrzip des Kaiserstaates. Er bedarf keiner Schntzmaner gegen Deutschland, da er vielmehr sich delnsetbcn eng angeschlofscn; urrd seine freien Institutionen schützen ihn gegen die Gelüste des Osten. Dieses oberste Prillzip muß, so es eine Wahrheit sein will, die politische Gleichstellung aller Konfessionen aussprechen, wenn allch, wie in Frankreich, die Mehrzahl der Staatsbürger Katholiken sind. Der Kaiserstaat kann nicht den Scheillbegriff'des ,,christlicher! Staates" für sich in Anspruch nehmerl, da er, wie früher erwähnt , längst den Staat über die Kirche! gestellt hat. Natürlich wird man ulls die Volksstimme entgegenhatten. Allein das Vornrtheil-, hervorgegallgcn-aus dem bisherigen Regirnente inld genährt durch den Staub des Mittelalters, ist ein zeitlicher Begriff dem Rechte gegenüber, das ewig ist. Solider Pöbel an Gesinnung und Denkweise im Rathe dcrThc- Nlis sitzen, so hätten wir eine Pariser Pebelberrschaft, die Oesterreich nicht anerkennen kann. Nichtsdestoweniger müssen die Inden den Volkswahn zu zerstreuen suchen und die Mittel, dies zu erreichen, soll der Vorwurf des' nächsten Artikels bilden. Nur Muth gefaßt, meine lieben GlaubenSbrüder in Oesterreich, die Stunde ist herangenaht, wo nufere Rechnung mit der Geschichte zum Abschluß kommen soll! Ad. Jellinek. Deutschland. Dresden, 29. März. Herr OberrabbincrF r a nket hat in seiner letzten Predigt die Ereignisse unserer Zeitkauf so. erMrftnde Weife, besprechen.,, daß/es/der allgemeine Wnnsch ftimr Zuhörer ist j sie -Veröffentlicht IN sehen. Eö ist wichtig, die Stimmen und die Auffassung jüdischer Koryphäen in unserer Zeitszu perneh- . men.. .Die.Inden,sparen keine inüßigen Zuschauer bei dem rostenden Rade der Zeit. Sobald die Predigt.im Druck erschienen sein wird, werde ich Ihnen mehr darüber .berich Lein Frnn'-kfnrt n. 31. Marz. Unter den Vertretern des deutschen Volkes in unserer Stadt befinden -sichauch Dr. Riesser ans Hamburg, Dr. Johann Jak'oby aus Königsberg und Dr. Julius Fürst ans Leipzig. Berlin, 28. März. Die jüdischen Helden, die in dem Freiheitskanlpfe gefallen sind, belaufen sieh.'auf fünf; außerdem sind noch sehr Viele schwer verwundet. Hr. Weiß, ein heldenmüthiger Anführer, der auf den Barricadcn, in der einen Hand das deutsche Banner, in der andern das Schwert, den Tod fand,'glänzt vor Allen. Wir habeil gerungen als echte Preußen , als wahre Deutsche. Der Sieg ist-nufer; die Früchte können und dürfen nicht auöbteiben! Berlin/. 26. > März. ■ Die „Vofsische Zeitung" enthält folgendes Inserat: ,,D a n k Euch braven Bürgern! Noch nie ist eine solche Tapferkeit ansgeübl worden so lange die Welt steht! eine solche kleine wehrlose Macht gegen so viele Tausende von bewaffneten Soldaten! Ihr braven Berliner Bürger/ Ihr habtgegründet die Krone Deutschlands! der Tag ist für ganz Deutschland und selbst für Europa ein Wunder, ein Tag von Befreiung der Unterdrückten, der nie vergessen werden wird, selbst für den Israeliten cm Frcndetag, trotz der so vielen Jahrhunderte in welcher diese Nation in Unterdrückung lebte; es ist bemerknngswerth, daß der Tag, an welchem einst die Juden zum Tode vernrthcilt, nämlich das Ha maus fest und von diesem durch einWnnder befreit; dagegen an diesem Tage durch Tapferkeit ein Tag der Freiheit und Gleichheit. Danket deshalb Gott und den Berlinern! Sie haben Euch ein Zion errichtet, reicht Euch brüderlich die Hand, so sind wir alle glücklich. Hrnnkfnrt er. M., 20. März.. Nach den ganz zuverlässigen Angaben des ,,Komit6's für statistische. Arbeiten deS geographischen Vereins" vom'.Jahre 1847 beträgt die iSrael. Bevölkerung Frankfurts, mit Einschluß der im Ausland etablirten hier verbürgerten Personen 3237 (1759 lttännliche,147<8'weibliche). Jttstrow, 23. Marz. Eine neue Aera beginnt für Preußen, die hoffentlich auch für die jüdischen Preußen von segenreichem Erfolg sein wird. Was der