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Der Orient · 1848-04-01 · 14 (1.4.1848) · p. Spalte 219-220

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
14 (1.4.1848)
Date
1848-04-01
Page
Spalte 219-220 (sequence 6)
Language
German
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siy Schnecken- oder Spirallinie, und endlich rum (Koh. 12, 5.) die Schnecke wird sich selbst zur Last. — So weit die wohlgemeinte, aber jedenfalls sehr jugendliche Forschung. Eine Sprachwurzel ist aber keine orientalische Mythe, die beliebig und witzig gedeutet werden kann, sondern es muß hier vor Allem bei der Sprache selber angefragt werden. Der Syrer versteht unter N^op eine Heusch r e ck e: die Talmudisten in Mischna und Gemara haben dasselbe Wort (nämlich Kamza) für Heuschrecke. Wir erinnern nur an die bekannte Tradition des Jose ben Ioeser (Edujjot mi, 4. und in der Gemara a.. m. O.) daß Kamza eine reine, dem Genuß freigegebene Heuschrecke sei; man vergleiche Nambam zur Stelle, Raschi Pesachim 16 a u. dgl., und denke überhaupt, ob nach bibl. und rabb. Lehre hier nur im Entferntesten an eine Schnecke gedacht werden könne. Der Talmud Aboda Sara (37, a. b.) handelt über die kleinen Abnormalitäten, worin El Kamza von andern Heuschrecken- Arten verschieden sei. Berachot, Anfang ha-Noeh, erwähnt der Kamza, die einem bekannten Könige in den ä^als geflogen u. s. w. -- Kann hier von Schnecken die Rede sein? Der Targuiri übersetzt nicht nur 2in, sondern auch zuweilen pplN. (Spr. Sal. 30, 27.) und (Nahum 3, 15.) mit Kamza, wss zur Genüge beweiset, daß Kamza dem Syrer, wie Arbeh dem Hebräer, der Gemeinname für Heuschrecken überhaupt, zugleich aber dj.e Bezeichnung für eine besondere Gattung derselben sei. Wie die Wurzel von Arbeh (im) auf die Menge so deutet Kamaz (pp — pDp) auf das Gewimmel dieses kleinen, unansehnlichen, daher den Menschen an sich sehr winzig erscheinenden Insektengeschlechtes hin; diese Unbedeutenheit in der Erscheinung, ohne Rücksicht aus die Verderblichkeit in arderer Beziehung, wacht sie zum Bilde der'Kleinheit und Unansehnlichkeit; .die Bezeichnung in Bereschit Rabba 21: ''3' 'ijb paßt nicht blos auf die Schnecken sondern auf jedes Insekt, da nicht vom Hause, sondern vom Gewände die Rede ist; und sollte vielleicht ausnahmsweise diese Midrasch-Stelle an ein Molluskeninsekc (pftpHODn) gedacht haben, so darf dieser Einzelnheit halber die eigentliche Wortbedeutung, um Eines Kamza willen das ganze Jerusalem nichr verkehrt werden. Daß Onkolos (Levit.ll, 22.) geradehin und' nicht wie ande'rwärcs übersetzt, dürfte nicht blos zufällig, sondern in der Rücksicht auf eine sehr wichtige rabbinische Satzung seinen Grund haben. Nicht blos die bekannten vier Remheitszeichen, so lehrt die Tradition (Chullin 65 b)> . sondern auch der Name ^ri gehört dazu, wenn eine Heuschreckenaxt als mosaisch genießbar exklärt werden soll: 2JD IDWit/ D.in V'n D’D.in dde: ojni bumi Dj^DrnriN in ,rt>yxh. Diese Rücksicht bewog L)nkelos hier das Urwort Chagab beizubehalten; wie er bekanntlich Ddt 3^>N3 ttb jedesmal 3^N3 1L73 N1? interprctirt, um dem Volke vor Allem das Haupt-und Grundverbot vor's Auge zu fuhren, wenn auch diese Uebersetzung sonst weder wörtlich noch der sp e cies len Tradition gemäß ist. 220 ,nnni ,Nj>ß*>p In einem frühern Referate über Dukes „Sprache der Mischna" bezeichnet Herr K—m die drei, im Titel genannten Wörtchen als noch nicht ermittelt. Einige Vermuthungen über deren Abstammung dürften hier nicht am Unrechten Orte sein, nywp Kofifttx d. i. Spreu u. dgl. Geringfügiges, Leichtes. rv>"0 sabuiraii.s, lat. sandig. . PieL vom Verbo (Koh. 2, 25.) auf etwas den Sinn haben, darauf Rücksicht nehmen. Dar, angeführte: bwp ’El giebt der Targum mit : rpb rPNH und so das öftere wr\ (Kal) und (Piel) nebst Derivaten ^n,*30 Wfl u. f* w. - Levana. Kritische Untersuchung über die Originalität der im Talmud und Midraschim vorkommenben Parabeln und Sentenzen. Mit Bezug auf die Parabeln und Sentenzen in dm Evangelien. (Fortsetzung.) In Midrasch Kohelet wird zur Erklärung des Verses: „Nackt wie er kam aus der Mutter Schooß gehet er hin und nimmt nichts mit für all sein Mühen", folgende Fabel angeführt : Ein Fuchs kam zu einem Weingarten, der wohlverzäunt war, biö auf eine kleine Oeffnung, aber zu enge für ihn, um durchdrungen zu können. Da fastete er drei Tage um abzumagern und es gelang ihm sich durchzudrängen. Als er nach Herzenslust sich eine längere Zeit gütlich gethan hatte und des Genusses satt war, wollte er wieder hinaus ins Freie, aber er war wieder zu feist, um durch die enge Spalte zu entkommen und mußte zum zweiten Male drei Tage fasten, bis er endlich mager und abgezehrt wie früher entkam. Als er draußen war, wandte er sich gegen den Weingarten und sprach: Weinberg, Weinberg, wie vortrefflich bist du , wie gut sind deine Früchte, wie herrlich alles was du enthältst; allein was nützest du mir? — Ebenso ist das Schicksal des Menschen in der Welt; wie er in dieselbe einkehrt, so verläßt er sie auch. Unter Unruhe und Schrecken kommt er in die Welt, in Unruhe und Schrecken geht er aus der Welt. Verstand- und bewußtlos wird er geboren, verstand- und bewußtlos ist ev bei seinem Tode. In Die Welt kommt er mit geschloffenen Händen, weil er da alles mit Gewalt an sich zu reißen gedenket, bei seinem Scheiden hält er sie offen, gleichsam zu zeigen, daß er nichts aus derselben mitgenommen. Dieselbe Fabel findet sich auch bei Aesop (vck. Tauch. .Xll. AhoTirfe s^oycccoft'sc.Gcc ztjv yaasQcc) mit dem Unterschiede, daß die talmudische Auffassungsweise einen Studien. Parabeln und Sentenzen im Talmud.

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