Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1848-04-01 · 14 (1.4.1848) · p. Spalte 217-218

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
14 (1.4.1848)
Date
1848-04-01
Page
Spalte 217-218 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/8555529-9897534-9897549--5387-3534025
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

217 <Stubten^ Siterainfdbe SÄtöcelXen. 218 Christen als unfern Nächsten zu betrachten und zu lieben damit unterstützt, weil diese wie wir den Schöpfer der Himmel und Erde anerkennen, und' nicht vielmehr diese Pflicht in ihrer unbeengten Bedeutung und.Ausdehnung auch auf die'Heiden wie Schwab in seinem Religionsbuch aufgefaßt, dessen Worte er wie folgt anführt: Hogy az emberek minclnyäjun ugyanazon egy p'niberpar ältal szarmaznak Istento! mindnyäjan Isten, hasonlatoskepet viselik magokon, mindnyajan az ereny boldnglet es halkatatlansagra hivatvak . . . . . pilianutisein lebet ketsegbe vonnom, bogy a ftdebarati szeretet paramsa semrni külonbseget neni ismer egyik es niasik hitfelekezet közcitt. *— Auch führt er jene vielsagende Worte Schwads an, in welchem dieser das Ungarland als unser einziges und wahres Vaterland auf Erden (raludi es egyetlen hazamat e foldon) anerkannt. Aus dem Talmud Kidduschin 29a weiset er nach, daß den Juden die .Erlernung eines Handwerkes zur Pflicht gemacht wurde, daß wie die Geschichte lehrt, dieses Gebot auch Anklang gefunden, sie alle Gewerbe betrieben, überhaupt alle Phasen vom halbcivilisirten Nomaden bis zum Pariser Banquier (heute könnte er schon Minister sagen) und Heidelberger Professor durchgemacht, daß daher jeder bezügliche Ladet ein blos aus engherzigen Brodneide hervorgegangener ungerechter sei. Er beklagt es, daß wahrend in Frankreich und Deutschland bereits die vergilbten welken Blätter vom Baume des Talmuds ab-' fallengrünen bei uns noch die Schößlinge der Kasuistik; während jene hingerissen von den Ansprüchen des gesellschaftlichen Lebens, an den Harspaltungen der Kasuisten (die sind ihm fatal) keinen Gefallen mehr finden und selbst ihre Rabbinen die polnischen Auswüchse, den Pikpul für unnütz halten, den Talmud bloß "zu philosophischen, archäologischen und historischen Zwecken untersuchen, wird bei uns noch blos auf die talmudischen Kenntnisse des zu berufenden Rabbinen gesehen, ohne Rücksichlsnahme auf sein Verstäirdniß der heiligen Schrift, der Glaubens- und Morallehren,'auch nur einer einzigen Sprache und Schrift; daher es kommt, daß die Mehrzahl unserer Rabbinen weder schreiben noch lesen kann und recht unwissend sind und gilt von Ihnen das Wort des Propheten "pcCMÖ ''Dy ly-bn ^nr™ fin o’ynn. — Daß R> r. scheinbar zweckwidrig obwaltende Uebelständc hier aufdeckt, dürfte daher kommen, daß er gleichzeitig eine äußere und innere Emancipation, ob ihrer in der Einleitung erwähnten Gegenseitigkeit/gefördert wissen möchte, was um so gewisser zu realisiren wäre, wenn die gesetzgebenden Landesvertreter auch unfern innern Angelegenheiten regelnd zu Hilfe kommen und die Berufung nur wissenschaftlich gebildeter Rabbinen zum Gesetze machen mochten. — Möge das biedersinnige Streben des Rabbinen L. ihm die verdiente Werthschätzung sa'mmtlicher jüdischen Magyaren zuwenden, aber auch die vaterländischen Rabbinen aus dem Schlaft rütteln, auf daß jeder in seiner Sphäre unser Heil fördern, namentlich jene, deren Namen mehr durch öffentliche Anpreisung den Ausländern als deren Wirken dm Inländern bekannt ist. P e st h, 2. März 1848. Kilo n t) i. Literarische Miseellen. Hillel als Schüler Schemaja's und Abtalion's. Das LB. 47 v. I. bringt unter Anderem die Bemerkung, daß außer der bekannten Stelle in den Sprüchen der Väter kein Beleg für das Schülerverhältniß Hillels zu Schemata und Abtalion zu finden sei. Wir erlauben uns auf Mischna Edujjot i, 3. aufmerksam zu machen, wo es heißt : ^»7 ioi1? Din nipori pboiD DDwt# did pri NhO Di ’ Hiezu die treffliche Erklärung Maimuni's: „Schemaja und Abtalion, die Lehrer Schmai's und Hillels, waren Peoselyten, hatten den frühern fremden Dialekt beibehalten und daher In anstatt Hin gesagt; Hillel sagte nun in der von ihnen überkommenen Halacha ebenfalls In, entsprechend der rabbinischen Vorschrift, daß die Halacha ganz so gesagt werden müsse, wie man sie vom Lehrer empfangen." Maimüni hält diese Auslegung für die richtigste, er hat sie von seinem Vater, dieser vom Lehrer, und so traditionell von frühern Lehrern erhalten; woraus sich nun jedenfalls ergeben würde, daß Hillel nicht blos aus den Schriften der obigen Proselyten oder ihren Traditionen, sondern aus ihrem Munde den lebendigen Unterricht erhalten. Das Todesjahr des -Verfassers von Sifte Kohen (-sw). Die Angabe Weisse's und Jellinek's, daß R. Sa b batar Kohen im Jahre 1663 gestorben, nennt das LB. 23 v.J. eine „Hypothese ohne Wahrheit." Wir haben die Epitaphien zu Holeschau in Mähren am Grabe des R. S. K. genau besehen, und wiederholt gelesen, daß derselbe im Jahre 1663 geschieden sei. Wenn aber R. Gerson Aschkenasi schon (rWi) in einem Gutachten dem S. K. ein anhängt, so könnte dieß ein Zusatz der Herausgeber sein, da der Druck des "f&y zum ß'ri jedenfalls erst 1663 vor sich gegangen. Ohne übrigens zu entscheiden, glauben wir, daß eine, auf bem Friedhöfe mit unbewaffneten Augen gelesene Gräbschrift etwas, mehr als Hypothese sei. Kamza. Eines ihrer neuesten Literaturblätter (N. 5. d. I.) berichtigt M. I. Landau's Angabe, daß Kamza eine H e uschr e cke sei; es ist, nach Bereschit Rabba nichts Anderes als eine Schnecke (P. 21.); daher Onkelos das hebr. OD.M, da wo. es als Bild der Ohnmacht erscheint (Num. 13,33.) nicht Heuschrecken wie Levit. 11, 22., sondern sMp i. e. Schnecken übersetzt. Kamaz bedeute imTalmud ein- oder zusammenziehen, daher Kamza eine Schnecke; das bibl. Komez deutet vielleicht auf die Aehnlichkeit einer Faust mit einer: r

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.