Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 13 (25.3.1848)
- Date
- 1848-03-25
- Page
- Spalte 205-206 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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205 Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta. 306 das Ganze natürlich viel einfacher, allein eben dadurch ist die Leseart sehr^ verdächtig. Wie dieser scheinbare Widerspruch zu'lösen ist , darüber vergleiche man die Kommentare Raschi und Kimchi z. Sr. : 40. Diese Stelle ist offenbar durch das Bedürfniß entstanden , dieselbe mit 1 Ehr. 21, 12 auszugleichen, und ist diese Lesart der andern hintanzusetzen, welche als die schwierigere gewiß die ursprüngliche und .richtige ist, keineswegs aber, wie schon Kimchi z. St. zeigt, mit jener Angabe unvereinbar ist. Hierzu kommt noch, daß die beiden andern Zahlenbestimmungen desselben Verses eine zu verführirische Gelegenheit eines schreibseligcn Glossators war, da es. viel schöner klingt, wenn man sagen kann, 3 Lahre—-3Monate —3Tage (diese letztere Bemerkung halte ich allein nicht für »maßgebend fdaher kein Widerspruch mit der Bemerkung zu A.I.3] sondern ich nehme sie mit der frühern zusammen). Man beurtheile hiernach den Werth dieses Glossars. : 41. Wir haben hier die beiden ersten Pflichten: 1. Die Richtigkeit unserer Leseart zu beweisen, 2. Uns nach einem muthmaßlichem Grunde der Variante umzusehen. Das erste können wir natürlich nur auf historischem Wege erreichen, und wir dürfen uns der Wichtigkeit des Gegenstandes halber den langen Weg schon nicht verdrießen lassen. Wir haben hierbei zu summiren: ' 40 Jahre des Aufenthaltes in der Wüste, 5 - , als Kaleb, Hebron erhielt (Josua 14, 10) unbestimmte Zeit bis zu den Richtern, 40 - des Otbniel (Nicht. 3, 11). 80 - des Ehud (Nicht. 3, 30). 20 - Druck des Jabin (Nicht. 4, 3). - 40 - der Debora (Nicht. 5, 31). 7 - Druck durch Midjaii ^Richt. 6, 1). -des Gideöm (Nicht. -8/ 28). . 3 - - Abimelech (Nicht. 9, 22). 23 - - Tola (Nicht. 10, 2), 22 - - Jä.r ( - 10, 3). 6 - - Jifcach (Nicht. 12, 7). 7 -. Jlzan (Nicht. 12, 7). . 10 - Elon ( V 12, i l). 8 - - Abdon ( - 12, 14). 20 - - Simson (Nicht. 16, 31). 14 - - Eli (1 Säm. 4,-l8)7 7 T'2 Herrschaft des Pilichtim (1 Sam. 5, 1). 20 -, des Samuel (1 Sam. 7,. 2 und 15) ssehr auffallend ist mir die Erklärung des Kimchi und die von demselben angeführte Stelle des Wajikra Nabba l Sam. 7, 15). (Vgl. auch Kimchi zu 1 Sam. 12, 2.) 2 - des Saul (1 Sam. 13, IV 40 - * David (2 Sam. 5, 4). 4 - - Salomo (unsere Stelle). 451^ Jahre. Wir haben also ein Plus von 11^ Jahren gegen die Angabe an Sept. wodurch derselben, das Ur'theil gesprochen wird, das selbst in den erwähnten Daten von denMasor-Text abweicht.^ Es fehlen uns allerdiugs zu unsrer Angabe noch 29 Jahre 5 Monate; allein wir haben ja auch 2 Lücken zwischen Josua und den Richtern, so wie nach dem Leben des Samuel, wodurch diese kurze Zeit recht gut ausgefüllt werden kann. 2. Welches ist der muthmaßliche Grund dieser Variante? Vielleicht eben diese Verlegenheit in der Berechnung, da die Data nicht stimmen würden, vielleicht ein Rechenfehler, am Wahrscheinlichsten, daß ein gedankenloser Glossaton die Tetras der Hundert nochmals i-n die Zehner setzte. ■ 51. Diese Glosse haben wir einer zuvoreilkgen Gelehrsamkeit zu verdanken. Der Glossaror hatte nämlich sehr fleißig Exod. 21« 2 ff. studirt, und gegen diese ^zQipQ2 ausführlich behandelte Stelle, die sogar riWJi rTONJ ist (Deut. 15. 12) muß diese Unkorrektheit den Kürzern ziehen. Da aber glücklicherweise die Acten noch nicht geschlossen sind, so wageich folgende Gegenbemerkung. 1) ]>pD heißt nicht immer am Ende, sondern grade in dieser Phr.ase am Anfänge, (vgl. Jbn Esra, Deut. 14 28 Ester 2. '12. Dieses setzen die alten Interpreten als so einfach voraus, daß nicht Einer Etwas zur Erklärung unsrer Stelle hinzufügt. 2. Nach der Lesart der Sept. enthält dieser'Vers eine Tautologie in den Worten □rjctf ■ *pDy. Erscheint vielmehr diese Phrase JW ppD stehende Redensart für einen Zautraum von 6 Jahren (nD'Q&tf) 8e* wesen zu sein, wodurch hier vielleicht hervorgehoben werden soll, daß sogleich mit..dem .Beginne des 7ten Jahres die Stunde der Freihet geschlagen hat. (Vergl. Talmud TrÄt. Erachin 18. b. Nidda 48 a). — Aber selbst bei gleicher Berechtigung n ürde auch das für die Glaubwürdigkeit des Masor. Textes 'sprechen, daß wohl leicht in den griechischen Handschriften aus stitu (Abbreviatur £. oder als Zahl £) eg (Abbriviätur £ oder als Zahl azr) werden konnte nicht so leicht ein Uebergang von und denkbar ist (denn der Abbreviaturen ) und y bedient man sich nicht in den Abschriften des alten Testaments. — Die oben angeführte lateinische Übersetzung und die entsprechende deutsche von Luther haben natürlich nur in der Unbekanntschast mit dem erwähnten Sprachgebrauchs ihren Grund und ermangeln aller historischen Wahrheit. Vielleicht hat sie die chaldaische Übersetzung (j^dd) irre geführt, wo aber die Sache, eine so bekannte wie diese ist, kann es gar keine Frage sein, daß dieses blos eine wörtliche Übersetzung des Sprachgebrauchs ist. 57. Hat hier die Kritik einen sehr schwierigen Stand, weil das Factum ziemlich isolirt da steht? doch werden wir einen Anknüpfungspunkt durch 2KL». 25.27 gewinnen. Dort ' steht nämlich der 27te des 12ten Monats. Wie diese beiden