Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1848
- Issue
- 13 (25.3.1848)
- Date
- 1848-03-25
- Page
- Spalte 203-204 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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20S Studien. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta. 204 wirklich dem ähnlich, als wenn ein Gassenjunge einem Juden „Hep Hep" nachschreiet. Schließlich war ich Willens Hrn. Geiger so recht einmal die Wahrheit zu sagen , wenn mich nicht mein fester'Vorsatz, mich nicht in Streitigkeiten außer dem Kreise strenger Wissenschaftlichkeit einzulassen, davon abhielte. Die Arroganz übrigens, mit welcher er in diesem Hefte über verschiedene literarische Erzeugnisse so recht stolz vom hohen Richterstuhl in lakonischer Weise aburtheill, macht ihn lächerlich genug, als daß ich noch etwas hinzuzufügen brauchte. Er ist freilich auch nicht daran sehr schuld, denn wenn ein so geehrter Schriftsteller wie Hr. Dr. Jost von Geigers Futilitäten so ein Weites und Breites spricht und sie als wichtige historische Momente angiebt, so kann Hr. Geiger sich spreizen. Hr. Geiger möge aber aus Uebereilung sich nicht überschätzen und in Fächer und Literaturen sich mengen, denen er gar nicht gewachsen ist. Lese er nur noch einmal alles das, was er in diesem Hefte geschrieben, durch und wenn er gewissenhaft ist, müßte er sich selbst zurechtweisen. Nach der Art nun wie er es verdient hätte, und wie ich ihn im. Gegentheil glimpflich behandle, kann Herr Geiger erkennen, daß nur die Wissenschaft mir nahe am Herzen, alle Partei-Interessen aber fremd. Wien, 9. Febr. 1848. Dr. I. Goldenthal. Materialien zur Beurtheilung der Septuaginta, von Dr. F. Hildesheimer. (Fortsetzung.) d) Die Gruppe 25, 27, 28. Hierbei sind außer den allgemeinen Gesichtspunkten folgende ganz entscheidend. Eine in der Zeit, welcher wir die Verwirrung der Lesarten verdanken, vorgenommenen Kritik des alten Testaments Seitens der christlichen Kirche mochte diese Perioden-Verhältniffe für zu groß halten, mochte es vielleicht auffallend gefunden haben, daß wir hier 3mal (und zwar regelmäßig in den ungraden Gliedern) die Kinderzeugung im ZOten Jahre erwähnt finden, obgleich wir eine so frühe Verheiracyung bei Keinem der Patriarchen Nachweisen können; sie ändert daher jedesmal diese ersten Perioden um die Verschiebung von iOÖ Jahren, waren aber dabei nicht so vorsichtig diese subjektive Einlage des Ganzen ganz zu verdecken. Sehen wir vielmehr in dem Register nach, so stellt sich Folgendes heraus: Hebräische Text. Septuaginta. V. 10. 1O0 Jahre ( Verh. - 11. 5OO - j 1: 5, A srh+» - 12. 35 - 13. 430 Verh. 1 : 12. 135 400 1 Hebräischer Text. Septuaginta. - 14. 30 - > Verh. 130 - 1 Verh. 1 : 2j - 15. 430 - f l: 14. 330 - j (ungef.) - 16. 34 - Verh. 132 - IVerh. 1 : 2 - 17. 430 - f 1 : 13. 270 - f (ungef.) Ich möchte mich daher für letztere Lesart (270) entscheiden. -18. 30 - 1 Verh. 130 - V Verh. . - 19. 209, - f 1 : 7. 209 - ) 1 : 1TVV - 20. 32 - \ Verh. 132 - \ Verh. - 21. 207 > - f 1 : 7. 207 - fl: t*W ' - 22. 30 - 1 Verh^ 130 - V Verh. - 23. 200 - j 1 : 6f. 200 - f 1 : 1*V- - 24. 29 * \ Verh. 179 - 1 Verh. - 25. 119 - / 1 r 4. ,129 - fl: (Bergt, jedoch Bencky zu tt. b. 1.1.) Es ergiebt sich atfo aus den Angaben der Version ein offenbares Streben nach einem fallenden Verhältnisse dieses Gefchlechtsregisters, so daß am Ende die erstere Periode die letztere noch übertrifft , was vielleicht für ein Verschwinden der Vollkommenheit des Menschenglücks (vergl. oben unter 1. 1, 3. Grund)! soll. Diese! Gleichmäßigkeit ist aber sehr verdächtig und die Varianten von keiner Bedeutung. Abstrahiren wir aber auch, von solchen Motiven, so ist außerdem in 25 die Vermuthung sehr nah, daß ein gedankenloser Uebersetzer einer Sepärat-Uebersetzung das Wort als eine Abbreviatur des Wortes gelesen habe, ungekehrt aber, hatte erst aus das Wort und aus W, geändert werden müssen, was auch objektiv viel unwahrscheinlicher ist. - 3) "A. 11. 19. Ueber diese Stelle sind schon manche ausführliche Kommentationen erschienen (vergl. Capellus, Coccejus u. a.)z Alle, dir der Lesart der Sept. folgen, müssen den Text überhaupt gewaltsam ändern (Capellus). Für die Unrichtigkeit dieser Version spricht ganz entschieden Kap. 8 V. 13 (wobei sich keine Variante vorflndet), welche Stelle wohl nach dem masor. Texte durch Summation der einzelnen vorausgeschickten Daten gerechtfertigt werden kann (vergl. Raschi und sonstige Jltterpr.) , aber keineswegs nach dieser Angabe, wo die ganze Fluth erst 10 Tage später begann (vergl. auch Bemerkung zu 1. 1. erster Grund), — der Fehler mag wohl aus Kap» 8 V. 14 entstanden sein. ■ ’ . 21. Hier galt ganz dasselbe wie für 19. 36. An dieser Stelle liegt das Bedürfniß den Text zu ändern, recht klar vcr. Es ist nämlich in dem Texte von dem Räthsel des die Rede, daß er den Einwohnern von ruon, mit der Bedingung aufgab, ihnen im Falle sie dasselbe innerhalb 7 Tagen lösen würden, 30 Decken und 30 Kleider zu schenken, im andern Falle jedoch diese von ihnen zu fordern. Hier heißt es nun im masor. Texte, sie hätten das Räthsel 3 Tage lang nicht lösen können und am siebenten beredeten sie die nWi ihren Mann um die Lösung desselben anzugehen. Die Sept. haben hier den vierten, offenbar um das Datum mit dem Schlüsse des vorigen Verses in Einklang zu bringen. Durch diese Äenderung wird