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Der Orient · 1848-03-25 · 13 (25.3.1848) · p. Spalte 199-200

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Journal
Der Orient
Volume
1848
Issue
13 (25.3.1848)
Date
1848-03-25
Page
Spalte 199-200 (sequence 4)
Language
German
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ISS eiferten sie. also, um einem Abfall, von ihren Lehren vorzubeugen. Die Evangelisten jedoch, sei es, daß ihnen die wahre Sachlage des Streites nicht• mehyr bekannt gewesen, oder haben sie sie absichtlich anders gestaltet/, um die Pharisäer in ein .um so schieferes Licht zu stellen, haben'uns hier wahrscheinlich Unwahres aufgetischt.. Denn daß die Thatsache sich so verhalte, wie wir es so eben angegeben, .erfolgt noch aus folgenden zwei Stellen, im Talmud Jerus. Sabbat 14 und Zlboda Sara 40 Editio Krakau heißt es: Ein .Enkel des R. Josua chen Lewi litt am Schlunde. Da kam Jemand und flüsterte ihm im Namen des Jesus ben Pand'ra zu, wo. durch er geheilt wurde. R. Josua, fragte nun seinen Enkel, was ihm kingeflüstert wurde und als .dieser Alles gestand, rief jener wehmüthig aus: lieber , sterben als so geheilt zu werden. Bei diesem Unglücksrufe, verschied auch der Unglückliche. Es geschah einst, daß eine. Schlange den R. Elieser ben Dama biß, da kam Jakob aus dem Dorfe Sama und wollte ihn im Namen des Jesus Pand'ra heilen, R. Jismael ließ ' es'aber nicht zu. . Jener sprach ich will es erweisen, daß diese Heilung erlaubt sei, er konnte aber nicht eher Beweise liefern bis Ben Dama verschied. „Heil Dir Sohn des Dama" rief R. Jismael aus, „daß Du im Frieden lieber diese Welt verließest, als daß du die Verzäunung der Lehre durchbrochen hättest." Diese zwei Stellen, ohne daß wir darüber. einen Kommentar zu geben haben, , sprechen auf das Klarste für unsere obenaufgestellteBehauptung, daß. die Pharisäer das gemeine Volk außer aller Verbindung ,mit Jesus, der sich durch seine Kunde in Heilung der Kranken so viele Anhänger verschafft, setzen wollten. Wenn derselbe ben. Dama mrDD) einst die Frage an diesen, seinen §5heim R. Jismael stellte, ob es ihm, nachdem er das Gesetzesstudium schon durchgeniacht, erlaubt sei auch Griechisch zu studiren, dieser aber es ihm unter einem Vorwände versagte, obwohl nur sonst rrOn nDDH eine gewiffe griechische Geheimlehre verboten war (dy :Td p3), ,fo Staube ich, daß .auch in diesem Verbote eine Abwehr gegen das, gerade um diese ^5eit um sich greifende Christcnthum zu suchen sei, indem die Evangelisten, Matthäus vielleicht ausgenommen, in dieser Sprache ihre Schriften verfaßt. Hiermit wäre auch zu erklären, wie sie das Griechische gerade zur Zeit der Zerstörung Jerusalems (DD TOD), wo gewiß ein Verdrängen der hebräischen eher von der römischen als griechischen Sprache zu befürchten stand, dennoch verboten werden kannte. Allein dies waren wie gesagt, blose Maaßregeln, um das gemeine Volk zu einer Zeit, wo ihm mit der Zerstörung des Tempels jede religiöse Stütze genommen wurde, von der Möglichkeit des Abfalls zu wahren, welches am Besten dadurch erreicht werden konnte, wenn ihm der Zugang zur Lesung der gegnerischen Bücher gesperrt werde. Siehe niDDin ay io nimo , din1? hdni ri"i , 2'y zy 2d pn Talmud und, Evangelium nachgewiesen / das könnte nicht mim der, bei einer Gegeneinänderhaltung hertalmudische'n 'Sprüche mit denen anderer Schriften des Alterthumes aufgefunW werden,- nur würde uns'' da ' die Aufsuchung' der Priorität schwerer fallen/ iveil uns die Verbindungslinie 'zwischen beiden abgeht und wir bloß dunkel auf einen geistigen Verkehr zwischen den Talmudisten und den Alten, vorzüglich griechischen Weisen dabei stoßen. Wenn wir z. B. Fabeln im Talmud vorfinden > die gewöhnlich dem griechischen Fabeldichter Aesop vindicirt werden, so muffen wir dabei sehr behutsam zu Werke gehen und durften deshalb, weil sie unter dem Namen dieses griechischen Weisen Vorkommendiesen noch keineswegs als den eigentlichen Verfasser derselben betrachten, um so weniger, da uns Aesop selbst , eine fabelhafte Person geworden und wir auch nicht mit völliger Gewißheit angeben können, ob, wann und wo er eigentlich eristirt und inwiefern man. die unter seinem Namen' z'usämmengesteüten "Fabeln, als' seine, eigenen Geistesprodükte änzüsehen' habe.' " Mir' wo Uen' daher Der 'blos einige Vergleichungen anstellen und' überlasten gern die weitere Untersuchung dem kritisch-forschenden. Geiste«'. Zur Stelle 1 Mos/. 26, 29, in der es.Abimelech dem Patriarchen Isaak als Wohlthat anrechnet, daß er ihn nicht berührt und ihm nichts Arges, zugesügt; wiewohl alles dieses in seiner Macht gestanden, gibt Midrasch Rabba zur nähern Erklärung nachfolgende Erzählung: Zur Zeit des R. Josua ben Ehananja beschloß der römische lmpt-ratnr Traja» den Tempel zu Jerusalem wieder aufbauen zu lassen. Papos und Lulianüs, zwei später unter der Negierung desselben Imperators dem Märtyrertod zu Lida anbeimgefallene Helden, Gemach ot 'n p")D) Taanit 18, errichteten nun von Ako bis Antiochia Wechselhäuser, wo alle mit dem nöthigen Gelde versehen wurden, die sich diesem frommen'Werke anschließen wollten Die Kutäer jedoch suchten durch mannigfaltige gegen die Juden erhobene Beschuldigungen und Verdächtigungen den Bau beim König zu hinteccreiben und riethen demselben, da er von seinem gegebenen Worte ohne Vorwand nicht abgehen konnte, daß er den Juden befehle, den Tempel entweder auf einen andern Platz zu errichten , oder doch denselben in einer ab'geänderten Form und Größe, um fünf Ellen länger oder kürzer zu erbauen, damit sie, weil dies der Satzung zuwider, von selbst das Vorhaben aufgegeben. Die Juden,' die voll der frcudigstey Hoffnung an nichts als an ihren Tempelbau dachten, sielen wie aus den Wolken, als sie die betrübende Nachricht im Thale Rimon erhielten. In der ersten Aufregung wollten sie dem königlichen Befehle Trotz bieten und Hand an die Arbeit legen. Die Bedächtigere im Volke aber, die traurigen Folgen eines solchen Trotzes wohl einsehend, suchten Nath bei R. Josua ben Chananja, der als Oberhaupt der Schule beim Volke in hohem Ansehen stand und auch als vortrefflicher Redner galt. Dieser um das Volk zu.besänftigen, redete es mit folgender Fabel an : Ein Löwe verschlang AtMO. mPaiUkelnAndnSentWzEim.Talmud. 260 Dritter Artikel. Was wir bis jetzt in Betreff der Parallelstellen zwischen

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